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Neue Touristenrekorde erwartet - zur Vermeidung von Stagnation jedoch die Entwicklung neuer Angebote nötigDie Tageszeitung Posta meldete am 18. April, daß in den ersten drei Monaten des Jahres, die Zahl der Touristen, die auf dem Flughafen Antalya ankam die Grenze von einer halben Millionen überschritt. Dementsprechend erklärte der Tourismusminister Mumcu anläßlich einer Veranstaltung der Türkischen Demokratie Stiftung (Türk Demokrasi Vakfi, TDV), daß für die Sommermonate eine Auslastungsrate von 100 Prozent für die Mittelmeerregion erwartet werde. Die geschätzte Steigerung der Gästezahl gegenüber dem Vorjahr beläuft sich auf 22 Prozent. Minister Mumcu machte jedoch auch deutlich, daß für das kommende Jahr nicht mehr mit weiteren Zuwachsraten zu rechnen sei, da sich die Übernachtungskapazitäten nicht beliebig steigern ließen. Gefragt seien neue Angebote und die Entwicklung der Infrastruktur auch in anderen Regionen. Tourismusminister Mumcu ging in seiner Rede vor allem auch auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ein. Verneinte er ausdrücklich, daß der Tourismus von der Abwertung der Türkischen Lira profitiere so machte er gleichzeitig deutlich, daß ein Sektor, der ca. 10 Milliarden Dollar Deviseneinnahmen erwirtschafte und über ein Beschäftigungspotential von 2 Millionen Arbeitsplätzen verfüge, mehr Gewicht in den nationalen Entwicklungsstrategien haben müsse. Das dem bisher nicht so sei läge vor allem an einem Mißverständnis: Naturschönheit und historische Stätten reichen nicht aus, um Touristen anzulocken. Fehlen die Übernachtungsmöglichkeiten oder die Verkehrsverbindungen kämen auch keine Touristen. Gleichzeitig betonte Mumcu, daß von einer touristischen Entwicklung nicht nur die Gäste profitierten. Da Tourismus als Dienstleistungssektor 'am Ort der Herstellung konsumiert' wird, bedingt die Förderung der Fremdenverkehrs auch, daß die historische Kulturlandschaft geschützt und insbesondere die mittelständische Wirtschaft gefördert werde. Bezogen auf Istanbul merkte Mumcu an, daß Femdenverkehr nur an Orten gedeihe, an denen man sich selbst gern aufhalte: Sind Sicherheit oder Sauberkeit nicht gewährleistet, bleiben auch die Gäste aus. Istanbul fehle eine professionelle Vermarktung, die Zahl von jährlich 2 Millionen Besuchern angesichts einer Kapazität von mindestens 30 Millionen mache deutlich, welche Potentiale es auszuschöpfen gelte. Mumcu verwies auch auf das Beispiel europäischer Städte, wo die Tourismuswerbung wesentlich durch privates Kapital erfolgt, weil sich dort interessierte Kreise zusammengeschlossen haben und private Agenturen finanzierten, die die Vermarktung übernehmen. Nach Einschätzung des Tourismusministers müßte für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Türkei eine Profilierung der Angebote angestrebt werden: insbesondere auf dem Gebiet des Kongreß-, des Gesundheits-, des ökologischen und des Bädertourismus lägen Möglichkeiten, die bisher weitgehend unerschlossen geblieben sind. |
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