Jahrgang 2 Nr. 0 vom 9.06.2001
 

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Schlechte Kritik für das politische System

Eine am Freitag vom Dachverband der türkischen Kammern und Börsen vorgelegte Studie wirft ein Schlaglicht auf das enorme Maß an Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen. An der Befragung hatten 3.476 Unternehmer teilgenommen. Neben Aufschlüssen über das Gewicht der Folgen der schweren Wirtschaftskrise, die seit November letzten Jahres über dem Land liegt, zeichnet sich deutlich ab, mit wieviel Skepsis das derzeitige politische System betrachtet wird.

Fast 80 Prozent der Befragten gaben an, daß im ersten Quartal diesern Jahres ihre Geschäfte schlechter als im gleichen Vorjahreszeitraum gewesen seien. 56,5 Prozent gaben an, daß sie die Zahl ihrer Beschäftigten verringert haben. 40,7 % geht davon aus, daß eine weitere Verringerung der Beschäftigtenzahl erfolgen werde, 50,6% glaubt, daß die Zahl gleichbleiben werde. Nur 30,73 % der Befragten nimmt an, daß das eingleitete wirtschaftliche Erneuerungsprogramm bereits in diesem Jahr ihre Situation verbessern werde. Demgegenüber erwarten 48,3 Prozent keine Veränderung und 21 Prozent glauben, daß sich ihre Situation verschlechtern werde.

Als grundsätzliche Absage an den Status Quo kann gewertet werden, wenn 95,5 Prozent der Befragten eine Änderung der Verfassung und 96,98 Prozent eine Reform von Wahl- und Parteiengesetz für erforderlich halten. 96,42 Prozent befürworten eine Kommunalreform.

In dieses Bild paßt außerdem der Bericht des Staatlichen Statistikinstitutes über die Produktionsentwicklung im April. Nach den ermittelten Zahlen ging die Produktion um 10,5 Prozent zurück. Der Produktionsrückgang im ersten Quartal beläuft sich auf 4,2 Prozent.

 

 

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