Jahrgang 2 Nr. 0 vom 28.07.2001
 

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Vor dem ANAP-Kongreß

Am 4. August tritt ein ordentlicher Parteikongreß der Mutterlandspartei (ANAP) zusammen. Anders als der Kongreß der ebenfalls in der Regierung befindlichen DSP scheint dieser jedoch wichtige Auswirkungen auf die weitere politische Entwicklung in der Türkei zu haben. Sollte an den immer wieder diskutierten Plänen über eine Regierungsumbildung etwas dran sein, so wird sich dies erst nach dem Kongreß erweisen. Auch wird immer wieder hervorgehoben, daß, wenn es nicht gelingt, die Oppositionsgruppe gegen die Führung von Mesut Yilmaz wirksam in die Partei einzubinden, die Gefahr besteht, einen Teil der Parteibasis und Abgeordneten an die in Gründung befindliche Partei von Tayyip Erdogan zu verlieren.

Demgegenüber meldete die Tageszeitung "Radikal" am Dienstag, daß die Strategie des amtierenden Vorsitzenden Yilmaz darauf zielt, seine Rivalen soweit wie möglich von Führungspositionen der Partei fernzuhalten.

In ihrer Mittwochsausgabe beschäftigt sich auch die Milliyet mit dem bevorstehenden Kongreß. Auch die Milliyet geht davon aus, daß Mesut Yilmaz darauf aus ist, die Parteispitze vollkommen in die Hand zu bekommen. Betroffen von dieser Strategie ist nach dieser Auffassung auch das ANAP-Gründungsmitglied und langjähriger Spitzenpolitiker Akbulut.

Zur Wahl steht neben dem Amt des Parteivorsitzenden auch die Neubesetzung des 50köpfigen Führungs- und Entscheidungsgremiums. Die Wahl hierzu erfolgt in zwei Gängen: Eine freie Liste für 40 Sitze im Führungsgremium und eine Liste, für die der Parteivorsitzende 20 Vorschläge macht. Für den ersten Schritt wird Yilmaz eine List mit 40 Namen vorbereiten und versuchen, diese bei den Provinzvorständen durchzusetzen. Die zweite Liste wird ohnehin von ihm kontrolliert (Milliyet, 1.08.01).

Gegen Yilmaz treten Ekrem Pakdemirli, Lütfullah Kayalar und Eyüp Asik an.

 

 

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