Jahrgang 2 Nr. 0 vom 21.07.2001
 

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Beitrag ausländischer Banken zur Instabilität der Finanzmärkte?

Zwar war bereits im Zusammenhang mit den Krisen vom November 2000 und Februar 2001 von Aktivitäten ausländischer Banken berichtet worden, die zur Verschärfung der Krisentendenzen beigetragen haben. Seit einer Woche jedoch hat das Thema beständig an Aufmerksamkeit gewonnen. Als einziger Name wurde bisher die Deutsche Bank (InternetHaber, 15.07.01) genannt.

Am 19. Juli wurde bekannt gegeben, daß sowohl die Zentralbank als auch die Bankenaufsicht Untersuchungen über die Transaktionen ausländischer Banken eingeleitet haben. Wie die Tageszeitung "Milliyet" (20.09.01) berichtet, verfügt die Zentralbank über weitgehende Untersuchungsvollmachten, aber nur über geringe Interventionsmöglichkeiten.

In der gleichen Ausgabe berichtet die Milliyet außerdem über die aggressive Vermarktungsstrategie ausländischer Banken und der Strategie, Geldvermögen ins Ausland zu transferieren.

In den gleichen Zusammenhang läßt sich auch die Warnung des für die Wirtschaft verantwortlichen Ministers Dervis an ausländische Banken, sich nicht als Spekulationsinstrumente mißbrauchen zu lassen, bewerten.

Im Zentrum der derzeitigen Diskussion steht ein Verfahren, in kurzer Zeit auf Kosten der Volkswirtschaft große Gewinne zu erzielen. Die Explosion der Devisenpreise am 16. und 17. Juli war durch keinerlei wirtschaftliche Daten gerechtfertigt - Kommentatoren konnten sie jeweils nur auf Panik zurückführen. Bereits zuvor war jedoch bekannt geworden, daß durch die gezielte Ausprengung von Gerüchten, Panik geschührt wurde. Das Gewinnverfahren funktioniert dabei folgendermaßen: Zunächst wird auf dem Over-Night-Geldmarkt ein Kredit in Türkischer Lira aufgenommen und dieses Geld in Devisen überführt. Durch die Größe der Transaktion, durch Zusammenarbeit mehrerer Spekulanten und entsprechende Gerücht steigt der Devisenkurs massiv an. Mit dem erzielten Kursgewinn wird die Schuld in Türkischer Lira abgelöst. Der Rest des Geldes wird entweder in die nächste Transaktion investiert oder ins Ausland transferiert.

Neben Untersuchungen und Warnungen wurden nun Arbeiten begonnen, solche Manipulationen zu erschweren. Im Gespräch sind dazu neue Steuern auf Devisenkonten. Das weitere Vorgehen soll mit dem Internationalen Währungsfond abgestimmt werden.

 

 

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