Jahrgang 2 Nr. 0 vom 28.07.2001
Wochenspiegel

Jetzt kostenlos!



 

Die Woche vom 21. bis 27. Juli

Der Auftritt von Staatspräsident Sezer bei der Türk Kalkima Vakfi (TKV, Türkische Entwicklungsstiftung) am Montag setzte einen vorläufigen Schlußpunkt unter die Diskussion über eine "technokratische Regierung". Sezer, der das Volk aufrief sich in Krisenzeiten nicht durch Gerüchte verwirren zu lassen und dem Marktgeschehen gegenüber einen kühlen Kopf zu behalten, erklärte weiter, daß er die Diskussion über Regierungsmodelle jenseits von Verfassung und Demokratie für gegenstandslos hält.

Die Türkische Republik Nord-Zypern bemüht sich um die Wiederaufnahme der Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der UN. In diesem Zusammenhang meldete die Turkish Daily News, daß hinter dieser neuen Initiative die Angst der türkischen Regierung vor neuen Hindernissen auf dem Weg aus der Wirtschaftskrise stehe.

Einen wichtigen Stellenwert in der öffentlichen Aufmerksamkeit nahmen auch die Spekulationen über Reformen am Stabilitätsprogramm ein. Soweit bisher Maßnahmen bekannt gegeben wurden, zielen sie nach Erklärung des für die Wirtschaft verantwortlichen Ministers Dervis darauf, die Türkische Lira gegenüber Devisenanlagen attraktiver zu machen. Außerdem werden Maßnahmen ergriffen, Kurzzeit-Anlagen durch höhere Abgaben unattraktiv zu machen. Der Besuch von IMF-Vizepräsident Fisher wird mit der Erwartung verbunden, durch intensive Gespräche mit Wirtschafts-, Finanz-, Medien- und Wissenschaftskreisen eine differenziertere Einschätzung der Türkei durch den IMF zu erreichen. Erwartet werden jedoch überwiegend keine grundsätzlichen Eingriffe in das Programm sondern "Feineinstellungen". Insbesondere wird erklärt, daß es allen Forderungen der Wirtschaftsverbände zum Trotz wohl nicht zu einer Abkehr von der freigegebenen Devisenkurse geben wird.

Die Aufmerksamkeit für das Parteigründungsprojekt der Erneuerer unter Führung von Tayyip Erdogan genießt weiterhin große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird die Austritte von sechs Abgeordneten, darunter auch der gerade gewählte Fraktionsvorsitzende Yanmaz, aus der neugegründeten Saadet Parti als erstes Schwächezeichen bewertet. Am Montag erklärte der Abgeordnete für die Provinz Karamanmaras Sezal seinen Austritt. Am Dienstag folgte ihm sein Kollege Dogan. Mit der Parteigründung der Erneuerer wird voraussichtlich in der ersten August-Woche gerechnet.

Im Vorfeld der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am 25. Juli erregte ein Artikel in der New York Times über die enorme soziale Ungleichheit beträchtliche Medienaufmerksamkeit. Der Artikel ging aus von der Luxus-Bar Leyla und zeigte auf, daß zwischen dem Einkommen und damit verbunden dem Lebensstil der Gäste und dem der Angestellten eine riesige Kluft liegt.

 

 

Beiträge

Druck auf die Türkei?

 

Kurzmeldungen

Anklage Piskinsüt

 

Wirtschaft

Stopaj-Änderung


Deutsch-türkische Wirttschaftsbeziehungen


Schaden durch Kursverluste


Ausländische Beteiligungen


Landwirtschaft Erzurum

 

Archiv

Zurück