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Die Woche vom 11. bis 17. August 2001Neben dem Höhenflug des Dollar und der daraus entspringenden Unsicherheit standen vor allem die Neugründung der "Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei" (AKP) unter Führung des ehemaligen Ober-Bürgermeisters von Istanbul, Tayyip Erdogan, sowie der Jahrestag des Marmara-Erdbebens vor zwei Jahren im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Trotz positiver Entwicklungen sowohl auf dem Finanzsektor als auch deutlicher Bemühungen zur Förderung des produktiven Sektors verzeichnete die Türkische Lira gegenüber Fremdwährungen einen rasanten Wertverfall. Davon wurden am Dienstag auch die Aufnahme einer neuen Staatsschuld durch eine deutliche Zinserhöhung sowie die Börsenentwicklung deutlich beeinträchtigt. Gerüchte darüber, daß es sich bei dieser Devisenpreisentwicklung um ein Manöver der Wirtschaftsverwaltung handeln könne und daß der Devisenboom darum von kurzer Dauer sein könne, bremsten am Donnerstag jedoch den Aufwärtstrend deutlich. Am Donnerstag erreichte der Dollar einen Spitzenwert von 1,5 Millionen TL, ging jedoch bis zum Samstag auf einen Wert von 1,42 Millionen TL zurück. Mit Spannung wird nun auf die staatliche Schuldaufnahme auf Devisenbasis gewartet, die von Montag bis Mittwoch kommender Woche durchgeführt wird. Von vielen Beobachtern wird damit gerechnet, daß daran anschließend ein deutlicher Rückgang der Devisenpreise zu verzeichnen sein wird. Der Start der neu gegründeten Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) ist kritisch kommentiert worden. Nach wie vor beherrschen Zweifel darüber die Szene, ob die Partei ihr Versprechen, eine neue Politik für die Massen zu machen, einlösen wird. Diese Zweifel werden zur Zeit vor allem festgemacht an der Zusammensetzung des Gründungskomitees. Demgegenüber hat die AKP am Donnerstag ihre Parlamentsfraktion gegründet und ist mit 51 Sitzen zur 6stärksten Fraktion aufgestiegen. Der zweite Jahrestag des Marmara-Erdbebens war vielfach weniger ein Trauer- als ein Protesttag. Die Erdbebenopfer nahmen die Gelegenheit eines breiten öffentlichen Interesses wahr, um auf die nach wie vor vielfach desolate Lebenssituation im Erdbebengebiet hinzuweisen. Während die Stadtverwaltung Istanbul und auch das Erdbeben-Observatorium der Bosporus Universität auf neue Projekte hinwiesen, die die Schäden durch ein neues Erdbeben im Marmara-Meer verringern sollen, überwogen bei den Berufsverbänden und anderen Nichtregierungsorganisationen kritische Einschätzungen darüber, ob wirklich Lehren aus dem Erdbeben gezogen wurden (vgl. Dossier Erdbeben). |
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