Jahrgang 2 Nr. 0 vom 24.10.2001
Wirtschaftsmeldungen

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  • (InternetHaber, 9.11.01) Schließungspläne für 900 Filialen der Staatsbanken. Nach Plänen der Obersten Bankenaufsicht sollen bis zum Ende des Jahres 2002 900 der 2494 Filialen der staatlichen Banken geschlossen werden. Die Zahl der Beschäftigten soll um 18000 verringert werden. Betrug die Beschäftigtenzahl der staatlichen Banken im Dezember 2000 noch 61700, waren im September noch 48800 Personen beschäftigt.
  • (Aksam, 4.11.01) Inflationszahlen für Oktober dramatisch über den Schätzungen. Der Preisanstieg für Oktober wird mit 6,7 %, der der Verbraucherpreise mit 6,1 % angegeben. Schätzungen waren zuvor davon ausgegangen, daß die Inflation zwischen 5 und 5,5 % liegen werde. Als ein weiterer Grund zur Besorgnis wird bewertet, daß die Verbaucherpreise weniger gestiegen sind als der Gesamtindex. Der Preisanstieg der ersten 10 Monate beträgt 74 Prozent. Der Preisindex der öffentlich erstellten Güter und Dienstleistungen ist um 94 % der der privaterstellten um 67 % gestiegen. Im Verbraucherpreis-Index zeigt sich ein Anstieg der Nahrungsmittelpreise um 11,8 %. (Originalberichte in türkischer Sprache: TEFE, TÜFE)
  • (Milliyet, 3.11.01) Zentralbank überweist 3,2 Milliarden Dollar an das Schatzamt. Angesichts des Inkrafttretens der Zentralbankautonomie, die eine Kreditierung des Staatshaushaltes durch die Zentralbank erschwert, wurde eine Überweisung in Höhe der bisher noch ausstehenden letzten IMF-Kreditrate an das Schatzamt vorgenommen.
  • (Milliyet, 2.11.01) Förderungspaket für den Tourismus. Durch die Bewertung des Tourismus als Exportwirtschaft, sollen Unternehmen auch von der Exportförderung profitieren. Die Befreiung von der Ausreisegebühr in Höhe von 50 $ soll auch für Reisen auf dem Landwege gelten. Einschränkungen für den Imobilienkauf durch Ausländer sollen aufgehoben werden. Über eine Unterstützung der Fluggesellschaften soll am Sonntag entschieden werden.
  • (Milliyet, 2.11.01) Weltbankbericht gibt Krise in der Türkei als einen Grund für revidierte Wirtschaftswachstumszahlen in Europa und Mittelasien an. Der Bericht geht von einem Wachstum in der Region im Jahre 2001 von 2,1 % aus. Für das kommende Jahr wird das Wachstum auf 3 %, für das Jahr 2003 auf 4,5 Prozent geschätzt. Dabei spielt die Einschätzung der türkische Wirtschaftspolitik eine wichtige Rolle.
  • (Milliyet, 2.11.01) Der 20 Millionen TL-Schein kommt. Der neue Geldschein, der am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wird, hat eine grüne Farbe. Die letzten 6 Nullen sind klein gedruckt.
  • (Milliyet, 2.11.01) Reaktionen auf die Rede von Kemal Dervis vom vergangenen Mittwoch. Dervis hatte zum einen Abgeordnete kritisert, die nach wie vor anriefen, damit er sich für Kreditvergünstigungen für Betriebe in ihren jeweiligen Wahlkreisen einsetze. Dervis nahm dies zum Anlaß zu erklären, daß diese Abgeordnete nach wie vor nicht verstanden hätten, daß sich das Wirtschaftssystem geändert habe. Umgekehrt wertete das Parlament den Beitrag Dervis als Affront. In der gleichen Rede erklärte Dervis, daß es nötig sei, leistungsgerechte Entlohnungssysteme auch im öffentlichen Dienst einzuführen. Das Echo scheint zwiespältig. Insbesondere die Gewerkschaften wenden ein, daß das Entgeltniveau ohnehin äußerst gering sei und daß zunächst einmal Schwarzarbeit abgeschafft und gewerkschaftliche Organisationsrechte sichergestellt werden müßten.
  • (Aksam, 2.11.01) Energieverbrauch in 2001 um bisher 8 Prozent gesunken. Der Rückgang des Stromverbrauches wird als ein wichtiger Indikator für das Ausmaß der aktuellen Wirtschaftskrise angesehen. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß der Strompreis erneut um 2 % angehoben wird.
  • (Aksam, 31.10.01) TÜSIAD Sparvorschläge. Die Vorschläge des Unternehmervereins TÜSIAD sind in der Haushaltskommission des Parlaments mit Ablehnung aufgenommen worden. TÜSIAD hatte angeregt, den Budgetüberschuß (ohne Zinsen) um 600 Millionen Dollar zu verringern. Der Vorschlag setzt sich aus Kürzungen bei den Etats der Großstadtverwaltungen, der Aktivierung der Arbeitslosenversicherung zum 1. November 2001 sowie Steuersenkungen zusammen.
  • (Cumhuriyet, 29.10.01) Entlassungen im produktiven Gewerbe halten an. Eine Erhebung im Auftrag der Zentralbank zufolge, gingen im Monat September 25,2 % der befragten Betriebe davon aus, daß sie in den kommenden drei Monaten weitere Entlassungen vornehmen werden, 67,7 % gaben an, daß sie das Beschäftigungsniveau voraussichtlich halten können. Die Erwartungen hinsichtlich der Auftragslage haben sich gegenüber der Befragung im Vormonat verschlechtert.
  • (Milliyet, 27.10.01) Koc rechnet mit Erholung der Binnennachfrage. Wie ein Sprecher der Konsumartikelzweiges der Koc-Holding mitteilt, rechnet der Konzern mit einer baldigen Erholung der Binnennachfrage. Dementsprechend sei insbesondere in den Nahrungsmittelbetrieben der Holding die Produktion erhöht worden. Damit wird zugleich einem weiteren Preisanstieg entgegengewirkt.
  • (Milliyet, 27.10.01) Täglich 2,2 Millionen Dollar Schaden. Nach Mitteilung des Privatisierungsministers Yilmaz Karakoyunlu beträgt das Defizit der sich unter seiner Obhut befindlichen Firmen täglich 2,2 Millionen Dollar. Bis zu Jahresende wird voraussichtlich ein Schaden in Höhe von 780 Millionen Dollar auflaufen. In einem Resumee erklärte Karakoyunlu, "die fünfzehnjährige Arbeit an der Privatisierung ist ein vollständiges Fiasko".
  • (InternetHaber, 27.10.01) Standard & Poors senkt langfristige Kreditnote der Türkei von B+ auf B-. Mit schlechteren Noten warten Argentinien und Indonesien auf.
  • (Milliyet, 24.10.01) Beteiligung der Europäischen Investitionsbank an Sanierungsprojekt im Gespräch. Im Zusammenhang mit der Schaffung einer Sanierungsinstitution für Betriebe, die durch die Wirtschaftskrise in Finanzierungsschwierigkeiten gekommen sind, ist eine Beteiligung der Europäischen Investitionsbank (EIB) im Gespräch. Für die Sicherstellung der Kredite durch die Sanierungsinstitution ist ein Kredit seitens der EIB in Höhe von 1 Milliarden Dollar im Gespräch. Sollte dies nicht zu verwirklichen sein, soll versucht werden eine Teilfinanzierung durch staatlich garantierte Schuldverschreibungen und einer Beteiligung in Höhe von 500 Millionen Dollar seitens der EIB zu erreichen.

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