Jahrgang 2 Nr. 0 vom 10.11.2001
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Aksam, 28.11.01) Gesetzentwurf zur Förderung von Investitionen soll innerhalb eines Monats fertiggestellt werden. Der Entwurf besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sind Maßnahmen zum Abbau bürokratischer Hemnisse - sowohl für in- als auch ausländische Investoren - aufgeführt. Der zweite Teil konzentriert sich auf Maßnahmen zur Belebung des produzierenden Gewerbes. Der Gesetzentwurf soll zusammen mit dem Maßnahmenpaket zur Korruptionsbekämpfung eingebracht werden.
  • (Aksam, 28.11.01) IMF gibt 4. Kreditrate in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar frei. Das Geld soll bis spätestens Anfang kommender Woche in der Türkei eintreffen. Die türkische Regierung hat eine aus 29 Paragraphen bestehende Absichtserklärung als Grundlage für ein neues, erweitertes Standby-Abkommen eingereicht. Erstmals wird in einer solchen Absichtserklärung auch der produzierenden Wirtschaft breiter Raum eingeräumt. Die Reform des Finanzwesens wird fortgesetzt. Tageszeitungen weisen in anderen Meldungen darauf hin, daß die Absichtserklärung weder innerhalb des Kabinetts noch der Koalitionsparteien abgestimmt wurde.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 27.11.01) Außenhandelsbilanz für den Monat September. Nach einem starkem Rückgang der Importe in den ersten neun Monaten (23,3 %) und einer Steigerung der Exporte (11,8 %) ist das Außenhandelsdefizit stark zurückgegangen (-60,9 %). Im September 2001 hat der Export gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7% zugenommen und die Importe um 28,7 % abgenommen.
  • (Milliyet, 26.11.01) Aufklärungskampagne zu Investitionen in der Türkei. Eine Delegation der Finanzmarktaufsicht befindet sich in Deutschland um insbesondere in Deutschland lebende Türken über die Bedingungen und Risiken von Investitionen in der Türkei aufzuklären. Dazu werden in fünf Städten Veranstaltungen durchgeführt. Der Vorsitzende der Finanzmarktaufsicht (SPK) erklärte insbesondere, daß bei Aktienkäufen oder anderen Unternehmensbeteiligungen auf die Genehmigung durch die SPK geachtet werden müsse. Unternehmensbeteiligungen die ohne SPK durchgeführt werden, unterliegen keiner staatlichen Kontrolle und bergen hohe Risiken. Bei einer Reihe solcher illegalen Finanztransaktionen bemüht sich die SPK auf dem Wege gerichtlicher Anordnungen das verbliebene Firmenkapital sicherzustellen und anteilsmäßig auf die Geschädigten zu verteilen.
  • (Radikal, 25.11.01) Bericht des Arbeits- und Sozialministeriums. Von Januar bis August diesen Jahres sind nach Angaben des Berichts 14857 Betriebe geschlossen worden. Die Zahl der Beendigung der Arbeitsverhältnisse wegen Verrentung, Gesundheitsgründen, Arbeitsplatzwechsel, Entlassung oder Betriebsschließung beträgt 1.007.931 Personen. Als eine wichtige Auswirkung der Wirtschaftskrise wird auf die steigende Einkommensungleichheit hingewiesen. Die Differenz zwischen den niedrigsten und den höchsten Einkommen ist auf das 14fache angewachsen.
  • (Radikal, 25.11.01) Internetprovider auf dem Weg aus der Krise. Nach Erklärung von Savas Ünsal, Chef von Superonline, haben sich fünf türkische Internet Provider zusammengetan, um Strategien zur Förderung der Internetnutzung in der Türkei zu entwickeln. Angesichts der Wirtschaftskrise ist der PC-Verkauf stark zurückgegangen. War im vergangenen Jahr mit einem Verkauf von einer Millionen PCs gerechnet worden, so wird die Zahl aufgrund der Wirtschaftskrise voraussichtlich bei 300000 bleiben. Dementsprechend bleibt die Zahl neuer Abonnenten ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Bei den internationalen Kooperationen ist seit dem 11. September ebenfalls eine Stagnation eingetreten. Die Provider streben ein gemeinsames Vorgehen mit dem Staat und mittelständischen Unternehmen an. Auch mit der Türk Egitim Gönülleri Vakfi sind Gespräche aufgenommen worden.
  • (Radikal, 24.11.01) Fleischverbrauch um 25 %, Verbrauch von Fleischprodukten um 40 % gesunken. Nach Angaben der Union der Milch-, Fleisch- und Nahrungsmittelproduzenten ist der Fleischverbrauch aufgrund der Wirtschaftskrise stark zurückgegangen. Gleichzeitig betont der Verband, daß der Fleischpreis auf Dollar-Basis auf einem ausgesprochen niedrigem Niveau sei.
  • (Radikal, 24.11.01) Medikamentenpreise um 15 Prozent erhöht.
  • (Radikal, 22.11.01) EU optimistisch hinsichtlich Überwindung der türkischen Wirtschaftskrise. Am Mittwoch veröffentlichte die EU einen Bericht über die Wirtschaftserwartungen für die Beitrittskandidaten in den Jahren 2002/2003. In dem Bericht wird die Inflation im kommenden Jahr auf 51,5 % geschätzt. Für das Jahr 2003 geht der Bericht von 26,5 % Jahresinflation aus, die schrittweise bis 2006 unter 3 % absinken soll. In dem Bericht wird außerdem hervorgehoben, daß die Türkei in diesem Jahr in einen Prozeß grundlegender Wirtschaftsreformen eingetreten sei. Mit einer Erhohlung der türkischen Wirtschaft wird in den kommenden zwei Jahren gerechnet.
  • (Radikal, 21.11.01) Kreditkartenmarkt in der Türkei. Die Zahl der Kreditkarten in der Türkei wird mit 13 Millionen angegeben. Die Zahl der Kreditkarten nutzenden Personen wird auf 5 bis 6 Millionen geschätzt. Im Durchschnitt finden täglich 1,6 bis 1,7 Millionen Kreditkartentransaktionen statt. Das Potential wird sowohl hinsichtlich der Kartenzahl als auch der möglichen Umsätze weit größer eingeschätzt. Gleichzeitig wird jedoch auch gemeldet, daß 423000 Personen wegen Kreditkartenschulden auf einer Schwarzen Liste der Zentralbank erfaßt sind. Circa eine Millionen Kreditkartennutzer haben Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Zahlungsverpflichtungen.
  • (Aksam, 21.11.01) Weltbank verschiebt 1,3 Milliarden Dollar Kredit. Die vorgesehene zweite Kreditrate für die Rekonstruktion des Finanzwesens wurde auf voraussichtlich Februar 2002 vertagt. Die Vertagung wurde in Ankara mit Überraschung aufgenommen. Hintergrund der Verschiebung ist, daß die Türkei Vorbedingungen, zu denen sie sich verpflichtet hatte, bisher nicht erfüllt hat. Genannt werden die Verabschiedung des Tabakgesetzes, die Privatisierung der Vakif Bank und das Schuldaufnahmegesetz. Das Tabakgesetz gehört zu den Gesetzen, die bereits im Frühjahr im Zusammenhang mit dem IMF Stanbby Abkommen das Parlament passiert hatten. Ein Veto seitens Staatspräsident Sezers hemmte jedoch das Inkrafttreten. Das Tabakgesetz ist in dieser Woche ungeändert wieder ins Parlament eingebracht und bereits im Ausschuß beschlossen worden.
  • (Radikal, 20.11.01) Einbrüche in der Werbebranche. Nach Auskunft des Vereins der Werbetreibenden ist das Auftragsaufkommen in diesem Jahr um 60 %, die Zahl der Beschäftigten in den Werbeagenturen um 30 % gesunken. Vom Rückgang der Werbeetats sind außerdem auch die Medien betroffen.
  • (Radikal, 20.11.01) Erneut Gebührenerhöhungen für Telefon. Nachdem bereits am 21.10. eine drastische Gebührenerhöhung vorgenommen worden war, folgt nunmehr eine weitere um 5,5 %. Die Kosten pro Einheit steigen damit von 45600 TL auf 48.100 TL. In der vergangenen Woche hatte zudem der Funktelefondienstleister Turkcell die Gesprächsgebühren um 11 bis 13 % angehoben.

weitere Meldungen

 

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