Jahrgang 2 Nr. 0 vom 6.12.2001
Wirtschaftsmeldungen

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  • (InternetHaber, 13.12.01) Schlechte Wachstumsprognose für Garanti Bankasi. Nach einer Einschätzung des internationalen Kreditbewertungsinstitutes Fitch führen die nach der Fusion der Garanti Bankasi mit der Osmanli Bankasi aufgetretenen Änderungen voaussichtlich dazu, daß kurzfristig ein weiteres Wachstum des Unternehmens erschwert wird. Durch die Fusion wurde die Garanti Bankasi zur größten Privatbank der Türkei. Von der Fusion werden durch Personal- und Filialeinsparungen Kostenvorteile erhofft. Nach Ansicht von Fitch führen jedoch der vergleichsweise hohe Anteil 'verlorener Kredite' der Osmanli Bankasi sowie der schlechte Geschäftsgang der Garanti Bankasi in diesem Jahr zu geringen Wachstumsaussichten, auch wenn längerfristig eine positive Perspektive herausgestellt wird.
  • (Aksam, 13.12.01) IMF fordert Zusammenführung aller wirtschaftspolitischen Kompetenzen in "einer Hand". Nach dieser Vorstellung soll auch das Amt des Ministerpräsidenten von ausführenden Funktionen entlastet werden und eine vor allem koordinierende Funktion übernehmen. Gleichzeitig wird berichtet, daß die Arbeit am Entwurf einer neuen "Absichtserklärung" als Grundlage für eine neues Stand-By Abkommens aufgenommen wurde. Die Laufzeit des Abkommens wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2004 erstrecken. Die vereinbarten neuen Kredithilfen sollen voraussichtlich schwerpunktmäßig im kommenden Jahr ausgezahlt, der verbliebene Restbetrag auf die Jahre 2003 und 2004 verteilt werden.
  • (Aksam, 5.12.01) Steueramnestie geplant. Vor Beginn des Steuerjahres 2003 ist eine Steueramnestie geplant, die darauf zielt, Steuerschuldner zur Zahlung ihrer Rückstände zu veranlassen und die Schattenwirtschaft einzudämmen. Geplant ist, daß für diejenigen, die eine Steuererklärung abgeben, die Steuerwerte der vergangenen 5 Jahre um 10 bis 40 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig werden keine Nachforschungen über die zurückliegenden Steuererklärungen vorgenommen und die Verzugszinsen in Höhe von 90 Prozent gestrichen. Bei der Angabe von Aktien-, Devisen- und Goldvermögen wird nur eine geringe Besteuerung vorgenommen. Auch in diesem Fall entfallen weitere Nachforschungen. Denjenigen, die diese Gelegenheit zur 'Legalisierung' ihrer Geschäftstätigkeit wahrnehmen wird außerdem die Möglichkeit einer Ratenzahlung in drei Teilen geboten.
  • (Aksam, 5.12.01) Erweiterung des Verkaufs türkischer Euro-Anleihe. Eine Anfang November eingeleitete Euro-Anleihe mit 11 Prozent Zinsen auf 4 Jahre mit einem Volumen von 500 Millionen Euro ist um 300 Millionen Euro aufgestockt worden. Die beiden beteiligten Banken - die Deutsche Bank und die Commerzbank - wurden zum Verkauf weiterer Staatsobligationen ermächtigt.
  • Radikal, 4.12.01) Strompreise wurden ab 1. Dezember um 5,1 Prozent erhöht.
  • (Staatliches Statistikinstitut) Die Industrieproduktion ist in den ersten drei Quartalen 2001 um 10,1 Prozent gesunken.
  • (Aksam, 4.12.01) 40.000 Entlassungen im Öffentlichen Dienst. Nach einer Vorlage sollen im Zuge der vom Internationalen Währungsfond (IMF) verlangten öffentlichen Einsparungen 40.000 Beschäftigte, die das Rentenalter erreicht und Rentenansprüche haben, entlassen werden. Die Entlassungen sollen unter Wahrung aller Rechte der Beschäftigten (zu denken ist hier vor allem an die Ausschiedsprämie) vorgenommen werden. Außerdem soll eine für das Jahr 2002 vereinbahrte Prämie der Arbeiter im Staatssektor erst 2003 ausgezahlt werden. In einer zweiten Verordnungsvorlage sollen öffentliche Einrichtungen aufgefordert werden, unverzüglich alle Verbilligungen aufzuheben, es sei denn sie sind wirtschaftlich oder sozial begründet.
  • (Aksam, 4.12.01) Inflation günstiger ausgefallen als erwartet. Mit einem Anstieg der Verbraucherpreise und des Gesamtindex um 4,2 Prozent im Monat November blieben die veröffentlichten Inflationszahlen unter den erwarteten Werten. Als eine mögliche Ursache werden die zurückgehenden Devisenkurse genannt. Die Jahresinflation liegt im Gesamtindex bei 84,5 Prozent, der Jahresanstieg der Verbraucherpreise beträgt 67,3 Prozent.
  • (Radikal, 2.12.01) Bankensektor auf Dollarbasis um 28 Prozent geschrumpft. Nach Angaben der Banken Vereinigung sin ddie öffentlichen Banken in den ersten neun Monaten des Jahres um 43 Prozent geschrumpft. Für den starken Rückgang sind vor allem die Defizite der unter staatliche Aufsicht gestellten ehemaligen Privatbanken verantwortlich. Bei den ausländischen Banken betrug der Rückgang 22 Prozent. Der aus 68 Banken bestehende Sektor schloß die Bilanz der ersten 9 Monate mit einem Gesamtdefizit von 5,1 Katrillionen TL ab. Die Privatbanken erwirtschafteten in diesem Zeitraum einen Gewinn von 506 Trillionen TL, wovon allein 335,9 Trillionen auf die Akbank entfielen.
  • (Radikal, 2.12.01) Preissteigerungsbericht der Istanbuler Handelskammer. Mit 44,6 Prozent Preiserhöhung waren Walnüsse Spitzenreiter. Weitere Produkte mit überdurchschnittlichem Preisanstieg waren Speiseöl, Trauben, Rosinen und Nudeln.
  • (Radikal, 2.12.01) Papierpreise sind um 11,9 Prozent erhöht worden.
  • (Aksam, 2.12.01) Bericht der Zentralbank zu Inflationsrisiken in 2002. Die türkische Zentralbank rechnet für das kommende Jahr mit drei wesentlichen Inflationsrisiken. Zunächst wird davon ausgegangen, daß mit einer Belebung der Nachfrage die Lagerbestände abschmelzen. Neue Waren werden jedoch aufgrund der gestiegenen Herstellungskosten notwendig teuerer sein. Als zweiter Grund werden die durch eine Erhöhung der Nachfrage größer werdenden Spielräume für Preiserhöhungen angeführt. Als dritter Faktor wird die 'Dollarisierung' angesprochen, die die Devisenpreise nach oben treibt. Mit Dollarisierung ist der Einzug ausländischer Währungen in Inlandsgeschäfte sowie die Tendenz, Devisen als Geldanlageinstrument zu begreifen, gemeint. Die Zentralbank strebt für das kommende Jahr eine durchschnittliche Inflation in einer Höhe von 46,4 Prozent und eine Inflationsrate von 35 Prozent zum Jahresende an.
  • (InternetHaber) Steuern und Gebühren werden im kommenden Jahr stark angehoben. Nach dem Entwurf für eine neue Steuerverordnung wird die KfZ-Steuer um 75 %, die Grund- und Umweltsteuern jeweils um etwa 50 % erhöht.

weitere Meldungen

 

Schlechte Wachstumsprognose für Garanti Bankasi


Steueramnestie geplant


Die Industrieproduktion ist in den ersten drei Quartalen 2001 um 10,1 Prozent gesunken


Inflation günstiger ausgefallen als erwartet


Bericht der Zentralbank zu Inflationsrisiken in 2002

 

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