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Die Woche vom 29. Dezember bis 5. JanuarDer Jahreswechsel war ein bißchen merkwürdig in der Türkei. Mit großer Erleichterung wurde das Jahr 2001 verabschiedet. Die verbreiteteste Hoffnung für 2002 war jedoch, daß das Jahr einfach nur besser werden möge als das vergangene. Nichtsdestotrotz kam zum Jahreswechsel auch die Gastronomie nach langen Krisenmonaten wieder einmal auf ihre Kosten, obwohl die Preise erheblich waren. Für Diskussionen sorgte die geplante Kapitalhilfe für Privatbanken, die seitens der Wirtschaftsverwaltung als eine Voraussetzung für die Gesundung des Bankensektors und damit auch für die Finanzierung des produktiven Sektors angesehen wird. Demgegenüber melden sich insbesondere auch aus dem Regierungslager kritische Stimmen, die zunächst Finanzierung und Nutzen der geplanten Maßnahme geklärt sehen wollen. Außerdem ist der Ausschluß von Banken mit weniger als einem Prozent Marktanteil ein Streitpunkt. Die ab Dienstag wieder begonnenen Schneefälle führten in vielen Regionen zu enormen Verkehrsproblemen. Insbesondere die starken Schneefälle am Freitag legten das öffentliche Leben in Istanbul und Ankara weitgehend lahm. Nachdem in Istanbul die Bosporus Brücke geschlossen und der Schiffsverkehr eingestellt wurde, mußte neben vielen anderen Veranstaltungen auch die Börsensitzung des Tages ausfallen. Parallel dazu entfaltete sich die Diskussion über die Gaspreise in der bisher im wesentlichen mit viel Geschick die Beteiligten versuchen, sich gegenseitig die Verantwortung für den Preisanstieg von 170 Prozent innerhalb eines Jahres zuzuschieben, obwohl die Gaspreise auf dem Weltmarkt drastisch gefallen sind. Am Montag soll nun auf einer Sitzung von Energieministerium, BOTAS und Großstadtverwaltungen eine Lösung gesucht werden. Die am Donnerstag bekanntgegebenen Inflationszahlen sind günstiger ausgefallen, als erwartet worden war. Mit einem Preisanstieg von 4,1 Prozent und einem Anstieg der Verbraucherpreise von 3,2 Prozent wird die Hoffnung verbunden, daß nun die Zentralbank anfängt, die Zinsen zu senken. Beim Hungerstreik gegen die Hochsicherheitsgefängnisse zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab. Am Dienstag wurde gemeldet, daß ein weiterer Hungerstreikender gestorben ist. Inzwischen sind drei Hungerstreikende, die sich durch die Aktion ein Korsakow-Syndrom (d.h. irreparable Hirn- und Nervenschäden) zugezogen haben, durch Staatspräsident Sezer begnadigt worden. Justizminister Türk lehnt die durch die Rechtsanwaltskammern in die Diskussion gebrachte Kompromißformel "Drei Türen, drei Schlüssel" - d.h. die Öffnung von drei nebeneinanderliegenden Zellen zur Sicherung sozialer Kontakte der Gefangenen - ab. |
Beiträge:
Kurzmeldungen: Vorläufige Ergebnisse der Volkszählung 2000 veröffentlicht Wieder ein Toter im Hungerstreik gegen die Hochsicherheitsgefängnisse Heftige Kritik der MHP an der EU wegen Liste terroristischer Organisationen Amnestie für einen Hungerstreikenden.
Wirtschaftsmeldungen: Inflationszahlen für Dezember bekanntgegeben Heizkosten im Vergleich zum Vorjahr um 170 Prozent gestiegen Überschwemmungen im Industriegebiet Izmir Drastischer Anstieg der Gemüsepreise wegen Überflutungen Erdgasverbrauch zurückgegangen
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