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- (Bianet, 17.01.02) Probleme der Kriegsopferfamilien. Der Verein
der Familien der Kriegsopfer in Adana erklärte, daß viele
Hilfsforderungen der Familien unbeantwortet nicht erfüllt werden
könnten. Auch hielten sich viele Dershane (private Nachhilfeschulen)
nicht an den Grundsatz, Kindern dieser Familien kostenlosen Unterricht
zu geben. Im Zuge der Krisenerfahrung des vergangenen Jahres hätte
die Bereitschaft zur Solidarität stark nachgelassen, erklärte
der Verein.
- (Milliyet, 17.01.02) ANAP-Abgeordneter fordert Amnestie für
inhaftierte ehemalige Abgeordnete der DEP. Der
Abgeordnete für Diyarbakir Seydaoglu rief Staatspräsident
Sezer auf, die ehemaligen Abgeordneten der inzwischen verbotenen prokurdischen
DEP, Dicle, Zaner, Dogan und Sadak zu amnestieren. In seinem Redebeitrag
bei einer ANAP-Fraktionssitzung kritisierte Seydaoglu außerdem,
daß im Ausnahmezustandsgebiet längere Inhaftierungszeiten
ohne richterliche Anordnung angewandt werden, als in anderen Teilen
der Türkei. In seiner Antwort wies der ANAP Vorsitzende Yilmaz
darauf hin, daß die nach wie vor vorhandene Zahl von 400 bis 500
Bewaffneten in der Ausnahmezustandsregion einer Demokratisierung bzw.
der Aufhebung des Ausnahmezustandes im Wege stünden. Für die
Freilassung der DEP-Abgeordneten haben sich seit Jahren Delegationen
und Politiker der EU und der Mitgliedsstaaten eingesetzt.
- (Aksam, 17.01.02) Kurdische Führer im Nord-Irak sprechen sich
für territoriale Integrität aus. Die beiden rivalisierenden
Kurdenführer im Nord Irak, Barzani und Talabani erklärten,
daß sie keinen eigenständigen kurdischen Staat anstrebten
und sich für die territoriale Integrität des Irak einsetzten.
Ihr Ziel sei vielmehr eine föderative Lösung.
- (Aksam, 17.01.02) Liberalisierungsgesetze ins Parlament eingebracht.
Das erste Paket zur Anpassung von Gesetzen nach der Verfassungsänderung
im vergangenen Oktober ist ins Parlament eingebracht worden. Das Paket
enthält eine Einschränkung des Paragraphen 312 Türkisches
Strafgesetzbuch (TSG) und des Paragraphen 159 TSG - beides Bestimmungen
nach denen der größte Teil der politischen Strafen in der
Türkei verhängt wurde. Außerdem sollen auch die Paragraphen
7 und 8 des Antiterrorgesetzes geändert werden. Die anfänglich
vorgesehene Rechtsänderung, die im Falle eines Schuldspruchs durch
den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof eine Revisionsmöglichkeit
vor türkischen Gerichten ermöglichen sollte, wurde wegen des
Widerstands innerhalb der Regierung zunächst ausgeklammert. Zu
erwarten ist, daß nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zu den
politischen Rechten des Vorsitzenden der AKP, Erdogan, der nach §
312 TSG verurteilt worden war, insbesondere seitens der oppositionellen
AKP ein hohes Interesse an der Reform dieser Strafrechtsbestimmung besteht.
- (Aksam, 17.01.02) Ehemaliger US-Botschafter Parris skizziert US
Erwartungen an Türkei. Der ehemalige US-Botschafter
in der Türkei und einflußreiche Sicherheitsberater Parris
erklärte, daß die Türkei der beste Verbündete der
USA sei und daß die Unterstützung der Türkei im Interesse
läge. Als besondere Interessensgebiete der USA, für die die
Türkei von hoher Bedeutung sei, zählte Parris die amerikanische
Irak-Politik, die Entwicklung der Beziehung zu Syrien, den arabisch-israelischen
Konflikt sowie den laizistischen Modellcharakter der Türkei für
die islamischen Länder auf.
- (Bianet/ÖzgürRadyo, 16.01.02) Erneute Reparatur der Galata
Brücke erforderlich. Kurz nach Abschluß der Reparaturarbeiten
an der Galata Brücke kommen Experten zu der Auffassung, daß
aufgrund von Berechnungsfehlern die Sicherheit der Hebebrücke,
wenn sie geöffnet wird, gefährdet sei. Eine Neuprojektierung
und nachfolgend eine weitere Reparatur werden erforderlich sein.
- (Aksam/Milliyet, 16.01.02) Abschließendes Urteil im Susurluk-Skandal.
Die über vier Jahre andauernde gerichtliche Auseinandersetzung
mit dem Susurluk-Skandal, bei der es um die Beziehungen zwischen Politik,
Polizeiapparat und Mafia geht, hat gestern mit der Bestätigung
des Schuldspruches wegen Bandenbildung durch den Kassationsgerichtshof
ihren Abschluß gefunden. Dies ist der erste rechtskräftige
Schuldspruch in einer ganzen Reihe von Strafverfahren, die im Zusammenhang
mit dem Skandal eröffnet wurden.
- (InternetHaber/Zaman, 15.01.02) Gefährdung für die Fatih
Moschee. Mehrere Erdbeben führten zu Schäden
an dem historischen Bauwerk. Als Folge der Erdbeben haben sich zudem
unterirdische Wasserläufe verschoben, von denen nun die eigentliche
Gefahr ausgeht. In einer Zusammenarbeit zwischen Universitäten,
dem Generaldirektorat für Stiftungswesen und der Istanbuler Wasserwerke
soll nun versucht werden, den Boden zu trocknen und Maßnahmen
zur Absicherung des Gebäudes zu entwickeln. Eine akute Gefahr für
das Gebäude bestünde nicht, seine Erdbebensicherheit sei jedoch
stark eingeschränkt, wurde erklärt.
- (Radikal, 15.01.02) Haftbefehle wegen Forderung nach türkischen
Seminaren an der Van-Universität.
In der vergangenen Woche waren 270 Studenten der Yüz Yil Universität
in Van wegen der Forderung nach ergänzenden Seminaren auf Kurdisch
verhaftet worden. Gegen 13 der Studenten wurden jetzt Haftbefehle erlassen.
- (Aksam, 15.01.02) Protest der Oberbürgermeister gegen Einnahmenkürzungen.
Im Zuge der Gesetze zur Verbesserung der Einnahmesituation hat das Parlament
die Mittel von drei Großstadtverwaltungen gekürzt. Nach einer
Presseerklärung des Istanbuler Oberbürgermeisters Gürtuna
belaufen sich die Einbußen für Istanbul allein auf 417 Trillionen
TL und seien eine Katastrophe für die Stadt.
- (Bianet, 14.01.02) Apothekenstreik. Am Dienstag
planen Tausende von Apotheken in der Türkei den Ausstand, weil
das Gesundheitsministerium eine Absenkung des Gewinnanteils der Apotheken
bei einheimischen Pharmazeutika um 10 % angeordnet hat. Für die
Dauer des Ausstandes werden nur die Notdienst-Apotheken geöffnet
bleiben. Gesundheitsminister Durmus wiederum drohte, allen Apotheken,
die sich dem Ausstand anschlössen, die Lizenz zu entziehen und
wies die provinzialen Gesundheitsverwaltungen an, zu kontrollieren,
welche Apotheken sich an dem Ausstand beteiligten.
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