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- (Aksam, 25.01.2002) EU-Diplomaten kritisieren Demokratiepaket.
Diplomaten aus EU-Staaten nehmen nach Angaben der Zeitung eine kritische
Haltung zum Gesetzespaket ein. Die EU erwartet, daß bis März
definitive Schritte zur Erweiterung der Meinungsfreiheit in der Türkei
ergriffen werden. Die vorgelegten Änderungen wären unzureichend.
- (Aksam, 24.01.2002) Teuere Verurteilungen durch den Europäischen
Menschenrechtsgerichtshof. Wie mitgeteilt wurde, hat die Türkei
bisher 11 Millionen Dollar an Schadenersatzzahlungen aufgrund von Verurteilungen
durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof geleistet. Mit
weiteren Verurteilungen in einer Größenordnung von 1,5 Millionen
Dollar wird in den nächsten Monaten gerechnet.
- (Aksam, 24.01.2002) Haftstrafe für MHP-Abgeordneten.
Vor ungefähr einem Jahr starb der DYP-Abgeordnete Sihanlioglu nach
einem Streit im Plenum des Parlaments. Bei dem Streit war es zu einer
Schlägerei gekommen, der Abgeordnete starb an einem Herzinfakt.
Das 9. große Strafgericht in Ankara verurteilte nun den MHP-Abgeordneten
Cahit Tekelioglu als Verantwortlichen für den Tod von Sihanlioglu
zu einer Haftstrafe von 2 Jahren, 9 Monaten und 10 Tagen. Sollte die
Strafe rechtskräftig werden, verliert Tekelioglu sein Parlamentsmandat.
Ein zweiter MHP-Abgeordneter, Mehmet Kundakci, wurde freigesprochen.
- (Milliyet, 23.01.2002) Rückzieher bei der Grundsteuer.
Im Streit um das in der vergangenen Woche von Staatspräsident Sezer
bestätigte Gesetz zu Grundsätzen der öffentlichen Finanzierung,
das auch eine starke Erhöhung der Grundsteuern mit sich brachte,
plant die Regierung eine Neuregelung. Ziel der Neuregelung ist es, die
Verpflichtung, eine neue Steuererklärung zur Grundsteuer einzureichen,
für ein Jahr zu verschieben. Mit der Steuererklärung ist eine
erneute Wertermittlung verbunden. Im Jahreszeitraum sollen die Wertermittlungsgrundlagen
überprüft werden, da vielfach behauptet wurde, sie seien zu
hoch angesetzt.
- (Aksam, 23.01.2002) Offizielle Einweihung der Erdgas-Pipeline Türkei-Iran.
Eineinhalb Monate nach Betriebsaufnahme fand gestern im Iran die offizielle
Eröffnungsfeier unter Teilnahme der Energieminister beider Länder
statt. Nach Meldung der Aksam wird die Bedeutung des Projektes durch
den Iran außerordentlich hoch eingeschätzt. Die Pläne
des Irans zielen dabei auch auf Erdgaslieferungen nach Europa.
- (InternetHaber, 22.01.2002) Ministerpräsident Ecevit übt
scharfe Kritik an EU-Haltung zum Terrorismus. In der TRT-Sendung
"Televisyon Gazetesi" erklärte Ministerpäsident
Ecevit: "Einige Mitgliedsstaaten der EU nehmen am Kampf gegen den
Terrorismus teil, kritisieren uns aber unter verschiedenen Vorwürfen.
Aber einige Mitgliedsstaaten haben Organisationen, die in der Türkei
die schwerwiegensten Anschläge begangen haben, die Pforten und
bieten ihnen jede Art von Bevorzugung. In einigen Ländern haben
türkische Terroristen Asyl erhalten und planen von dort aus neue
Terroranschläge. Auf unsere Warnungen zu diesem Thema hin haben
wir bisher keine befriedigende Antwort erhalten können."
- (Milliyet, 22.01.2002) Mittelschweres Erdbeben in Manisa. Am
Montag bebte die Region Manisa/Izmir in einer Stärke von 4,7 auf
der Richter-Skala. Über Schäden wird nicht berichtet. Jedoch
stürzte in Izmir infolge des Bebens ein Bauarbeiter von einem Gerüst
und verstarb.
- (Milliyet, 22.01.2002) Europäischer Menschenrechtsgerichtshof:
Zahl der Klagen gegen die Türkei rückläufig.
Wie Luzius Wildhaber, Präsident des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes
mitteilte, ist die Zahl der gegen die Türkei im vergangenen Jahr
eingereichten Klagen gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
In der Rangfolge der Länder mit dem höchsten Klageaufkommen
liegt die Türkei nun auf Platz fünf. Wildhuber bewertete dies
als ein Anzeichen, daß eine Reihe eingeleiteter Maßnahmen
Wirkung zeigten.
- (Bianet, 21.01.2002) Presserat zeichnet problematische Bilanz für
das Jahr 2002. Die Zahl der im vergangenen
Jahr entlassenenen Journalisten erreichte 5000. Durch die Übernahme
einer Reihe von Banken wurde der Staat bzw. die staatliche Bankenaufsicht
(BDDK) zum größten Medienbesitzer in der Türkei. Die
Tageszeitung AKIT mußte aufgrund hoher Schadenersatzansprüche
schließen. Eine Reihe von Journalisten wurden aufgrund ihrer Tätigkeit
zu Haftstrafen verurteilt. Die staatliche Aufsicht für Funk und
Fernsehen (RTÜK) verhängte 1407 Tage Sendeverbot gegen verschiedene
Fernsehsender. Bei den Radioprogrammen belief sich das Volumen auf 2651
Tage Sendeverbot. (Quelle
mit detailierten Angaben in türkischer Sprache)
- (InternetHaber, 20.01.2002) Justizminister Türk besucht Hochsicherheitsgefängnis
Buca. Im Rahmen des Besuches nahm Türk auch
Stellung zu der Forderung "drei Türen, drei Schlösser",
die Anwaltskammern, Menschenrechtsvereine und andere Organisationen
als Kompromißformel zur Beendigung des Hungerstreiks eingebracht
hatten. Indem Türk den Journalisten einen 45 Meter langen und 15
Meter breiten Korridor zeigte, erklärte er, daß der freie
Aufenthalt von 9 Gefangenen in einem solchen Korridor den Gefängnisbetrieb
stören könne. Außerdem seien die Gefangenen tagsüber
während der Sozial-, Arbeits- und Bildungsprogramme ohnehin in
Gesellschaft. Die F-Typ-Gefängnisse zielten nicht auf Isolation,
sondern auf Resozialisation und Bildung. Gleichzeitig erklärte
Türk, daß im Zuge einer Gefängnisreform die Zahl der
Gefängnisse verringert und ältere, kleinere Haftanstalten
durch neue L-Typ-Gefängnisse ersetzt werden sollen. In diesen Gefängnissen
verbringen die Gefangenen die Nacht in Einzelzellen, während der
Strafvollzug tagsüber in Gemeinschaftsräumen und Werkstätten
erfolgt. Zur Zeit sind 6 F-Typ-Gefängnisse im Betrieb, 5 L-Typ
Gefängnisse befinden sich im Bau.
- (Milliyet, 20.01.2002) HADEP kritisiert Forderung nach Amnestie
für DEP-Abgeordnete. Bezugnehmend auf eine
Rede des ANAP-Abgeordneten Seydaoglu vom vergangenen Mittwoch erklärte
der Vorsitzende der HADEP Murat Bozlak, daß es ein Urteil des
Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes gäbe, das die Schuldsprüche
gegen die Abgeordneten als unrechtmäßig betrachtet und darum
den Verurteilten einen Schadensersatzanspruch zuerkennt. Die HADEP fordert,
die Türkei solle dem Urteil Folge leisten und aus diesem Grunde
die ehemaligen Abgeordneten freilassen.
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