Jahrgang 2 Nr. 5 vom 2.02.2002
Kurzmeldungen

Jetzt kostenlos!



 
  • (CNN-Türk, 1.02.02/Milliyet, 2.02.02) Streit um den "Leitfaden für Eheleute" der Stadtverwaltung Kütahya. Durch eine Meldung eines Reporters der Anadolu Ajans wurde einer breiteren türkischen Öffentlichkeit der Inhalt eines Leitfadens für Eheleute bekannt, der von der Stadtverwaltung auf Wunsch im Anschluß an die Eheschließung verteilt wird. Neben einer Charakterisierung der Frauenrolle als eine, die dem Manne völlig untertan ist, hat insbesondere die Passage über die Scheidung (dreimalige Scheidungserklärung des Mannes gemäß islamischen Rechtes) die Gemüter erhitzt. Wie CNN-Türk meldete, wurde gegen den Bürgermeister von Kütahya (Saadet Partei) ein Ermittlungsverfahren nach Paragraph 312 Türkisches Strafgesetzbuch eingeleitet. Neben der Frage, ob eine Stadtverwaltung solche Inhalte verbreiten kann, hat sich nach Meldung der Milliyet innerhalb der Saadet Partei eine Diskussion darüber entzündet, ob die Im Leitfaden geäußerten Positionen zum einen mit dem Islam überhaupt vereinbar und zum anderen zeitgemäß seien.
  • (Milliyet, 01.02.02) Staatspräsident Sezer genehmigt Bankenrehabilitatiosgesetz im zweiten Durchgang. Nachdem sich die Regierungsparteien über das Veto des Präsidenten hinweggesetz haben und das Bankenrehabilitationsgesetz in gleicher Form erneut durch das Parlament brachten, erteilte Staatspräsident Sezer pflichtgemäß bereits am folgenden Tag seine Zustimmung. Gleichzeitig verlautet aus IMF-Kreisen, daß damit alle Voraussetzungen für die Durchführung der Direktoriumssitzung am 4. Februar zur Beratung des neuen 10 Milliarden Dollar Abkommens mit der Türkei erfüllt seien.
  • (Milliyet, 01.02.02) Verzögerung beim Aufbau des Radar-Sicherungssystem für den Bosporus. Ein starker Anstieg der Baukosten hat zur vorläufigen Einstellung der Bauarbeiten am Radarsicherungssystem für den Bosporus geführt. Nach türkischem Recht muß, wenn sich der Preis nach der Vergabe des Auftrages um mehr als 30 Prozent ändert, eine erneute Ausschreibung erfolgen. Da diese bisher nicht erfolgt ist, ist mit einer weiteren Verzögerung zu rechnen.
  • (Aksam, 01.02.02) Verfassungsgericht hebt Beschleunigungsmaßnahmen in der parlamentarischen Geschäftsordnung auf. Mit einer Übergangsfrist von drei Monaten hob das Verfassungsgericht die vor gut einem Jahr vollzogene Änderung der parlamentarischen Geschäftsordnung auf. Gegenstand der Geschäftsordnungsänderungen waren Beschränkungen der Redezeit, des Fragerechts an die Regierung sowie der Antragsrechte gewesen. Mit dem Ablauf der Übergangsfrist wird die alte Geschäftsordnung wieder in Kraft treten. Abgeordnete des Regierungslagers haben inzwischen erklärt, daß bis dahin eine erneute Änderung der Geschäftsordnung vollzogen werden sollte.
  • (Aksam, 29.01.02) Einigung über Demokratiepaket verschoben. Die gestrige Koalitionsrunde führte zu keiner Einigung zwischen den drei Koalitionsparteien. Erklärt wurde, daß die Lösung der Probleme im parlamentarischen Plenum gesucht werden solle. CNN meldete jedoch auch, daß alle Parteien getrennt die Einwände der EU gegen den Gesetzesentwurf prüfen wollen. Es wird damit gerechnet, daß in der kommenden Woche das Thema erneut Gegenstand einer Gesprächsrunde der Vorsitzenden der Koalitionsparteien wird. Im Hinblick auf das Bankenrehabilitationsgesetz wurde beschlossen, es in der bisherigen Fassung nochmals ins Parlament einzubringen. Damit würde Staatspräsident Sezer gezwungen, das Gesetz zu bestätigen. Ihm bliebe jedoch der Weg zum Verfassungsgericht.
  • (Milliyet, 28.01.02) Intensivere Zusammenarbeit des griechischen und türkischen Geheimdienstes geplant. Wie der Chef des griechischen Geheimdienstes EYP, Apostolidis, mittteilte, werden beide Geheimdienste in den Bereichen organisierte Kriminalität und Terrorismus verstärkt zusammenarbeiten. Apostolidis erklärte weiterhin, daß die Zusammenarbeit sicher nicht einfach wird, da beide Länder bedeutende Konflikte miteinander haben und es darum auch erforderlich ist, über die Absichten der jeweils anderen Seite informiert zu sein.
  • (Aksam, 27.01.02) Deutsche Unterstützung für kurdischsprachigen Muttersprachenunterricht? Mit Hinweis auf einen Geheimdienstbericht meldet die Tageszeitung Aksam, daß eine Reihe europäischer Staaten die Kampagne zum kurdischen Muttersprachenunterricht unterstützten. Die Kampagne wird als Versuch der PKK bewertet, sich von einer Terrororganisation zu einer politischen Kraft zu entwickeln. Die Unterstützung des kurdischsprachigen Unterrichts durch einen Stand bei der Ausländerbeauftragten Berlins, Frau John (namentlich genannt) und evangelische Kirchen wird in dem Artikel als Unterstützung der PKK dargestellt.

    weitere Kurzmeldungen

Streit um den "Leitfaden für Eheleute" der Stadtverwaltung Kütahya


Staatspräsident Sezer genehmigt Bankenrehabilitatiosgesetz im zweiten Durchgang


Verfassungsgericht hebt Beschleunigungsmaßnahmen in der parlamentarischen Geschäftsordnung auf


Einigung über Demokratiepaket verschoben


Intensivere Zusammenarbeit des griechischen und türkischen Geheimdienstes geplant


Deutsche Unterstützung für kurdischsprachigen Muttersprachenunterricht

 

Archiv

Zurück