Jahrgang 2 Nr. 5 vom 02.02.2002
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  • (Aksam, 02.02.02) Schatzamt veröffentlich Regierungsstrategie zur Verbesserung des Investitionsklima. Dem Strategiebeschluß gemäß wird eine gemischte Kommission aus Schatzamt, Finanz-, Industrie-, Handelsministerium, Staatlicher Planungsagentur, Außenhandelssekretariat sowie TÜSIAD, TIM, YASED und TOBB gebildet. Die Kommission wird der Regierung alle drei Monate Bericht erstatten. Als Schlüsselthemen werden genannt: Betriebsgründung, Beschäftigung, sektorelle Genehmigungen, Immobilienfragen, Steuern/Subventionen, Zoll/technische Standards, Schutz geistigen Eigentums, rechtliche Bedinungen ausländischer Direktinvestitionen und Investitionswerbung.
  • (Aksam, 02.02.02) Erdemir wird Europas 10größter Stahlproduzent. Mit der Übernahme von Iskenderum Demir wurde ein Privatisierungsprojekt abgeschlossen. Erdemir plant in den kommenden 5 Jahren Investitionen in einer Größenordnung von 700 Millionen Dollar beim Standort Iskenderun. Im Gegensatz zu anderen Privatisierungsprojekten trat kein Widerstand der Belegschaft auf. Die Privatisierung beinhaltet, daß 11 Prozent der Iskenderun Aktien an die Belegschaft übergingen. Das Umsatzvolumen von Erdemir wird nach der Übernahme auf jährlich 1,5 Milliarden Dollar geschätzt.
  • (Milliyet, 30.01.02) YASED-Mitglieder optimistisch für das Jahr 2002. Einer Umfrage unter den Mitgliedsfirmen des Vereins ausländischer Direktinvestoren (YASED) im Dezember zufolge, erwarten die Firmen den Übergang zu erneutem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr sowie zurückgehende Zinsen und Inflation. Die Firmen schätzen durchschnittlich das Wachstum in diesem Jahr auf 3,3 Prozent, den Anstieg der Verbraucherpreise um 47 Prozent ein.
  • (Milliyet, 30.01.02) Standard & Poors verbessert Kreditbewertung für die Türkei. Die Gesamteinschätzung von Standard & Poors wurde von "haltend" auf "positiv" geändert. Als Hintergrund wird das bevorstehende Kreditabkommen mit dem IMF sowie das wieder steigende Vertrauen der Finanzmärkte in die türkische Regierung angeführt.
  • (Aksam, 30.01.02) Bauern unzufrieden mit Ankaufspreisen für Tabak. Mit der Bekanntgabe der Ankaufspreise zwischen 3.050.000 und 2.550.000 TL pro Kilo erhebt sich der Protest der Bauern, die diesen Preis für zu niedrig halten.
  • (Aksam, 30.01.02/Milliyet, 31.01.02) US-Schatzamts-Vize Taylor gibt positive Bewertung der türksichen Wirtschaftsstrukturreformen. Anläßlich seines Besuches in der Türkei erklärte Taylor, daß die Türkei auf dem richtigen Weg sei. Es sei notwendig, daß sich neue Gleichgewichte herausbilden und daß die Entscheidung im Zusammenhang mit dem Bankenrehabilitationsgesetz auch Kredite für den produktiven Sektor vorzusehen, wichtig gewesen sei. Taylor wird bei dem am Sonntag beim New Yorker Davos-Wirtschaftsgipfels im Rahmen des Türkei-Forums seine Reiseeindrücke vortragen.
  • (Aksam, 30.01.02) Auszahlung aus der staatlichen Vermögensbildung wird um mindestens 100 Prozent erhöht. Die 1988 eingeführte verbindliche Vermögensbildung (zorunlu tasarruf) wird ab dem 2. Februar deutlich höhere Auszahlungsprämien leisten. Der Anstieg beträgt mindestens 100 Prozent und kann einkommensabhängig bis zu 280 Prozent der letztjährigen Auszahlung betragen. Das Gesamtvolumen der Auszahlungen beträgt 1,2 Katrillionen TL. (Details der Berechnung in der türkischen Originalmeldung).
  • (Milliyet, 29.01.02) Ernährungsausgaben im Dezember um 4,8 Prozent gestiegen. Nach Berechnungen des Forschungsinstituts des Gewerkschaftsdachverbandes Türk Is liegen die Ernährungsausgaben für eine vierköpfige Familie bei 308 Millionen TL. Die Armutsgrenze wurde mit 935 Millionen TL ermittelt. Der Jahresanstieg für die Ernährungsausgaben beläuft sich nach Angaben des Instituts auf 73,5 Prozent.
  • (Aksam, 28.01.02) Prüfungsabteilung des Finanzministeriums rügt Cliquenwirtschaft. Der Bericht der Prüfungsabteilung kritisiert, daß bei Personalentscheidungen im öffentlichen Sektor vielfach Partei-, Konfessionszugehörigkeit, regionale Herkunft oder Freundschaftsbeziehungen ausschlaggebend sind. Insbesondere bei den staatseigenen Wirtschaftsbetrieben hätten personelle Fehlentscheidungen zu massiven Schäden geführt.
  • (Aksam, 28.02.02) Türkisch-griechische Zusammenarbeit. Wie der Vorsitzende der Handelskammer Izmir mitteilt, planten zur Zeit 60 griechische Firmen Investitionen in der Türkei. Die griechische Nationalbank hat zu diesem Zweck einen Fon von 500 Millionen Dollar bereitgestellt. Der Vorsitzende der Kammer, Demirtas, führte aus, daß die Türkei und Griechenland eine gemeinsame Produktstruktur hätten und Kooperationen darum für beide Seiten gewinnbringend seien.
  • (Milliyet, 28.02.02) Vermögensdeklaration als Teil der Korruptionsbekämpfung. Ein geplanter Gesetzentwurf, der in den nächsten Wochen fertiggestellt werden soll, sieht vor, daß Spitzenkräfte öffentlicher Verwaltungen und Gerichte, verpflichtet werden, ihre Vermögensverhältnisse offenzulegen. Die Vermögensbestände sollen im Internet veröffentlicht werden. Nicht angegebene Vermögensteile sollen vom Staat eingezogen werden. Vorgesehen ist, daß auch drei Jahre nach Ausscheiden aus dem Amt die Eigentumsdeklarationspflicht fortbesteht.

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