Jahrgang 2 Nr. 9 vom 2.03.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Radikal, 25.02.2002) Digitale Zähler zur Nutzung der Ermäßigungstarife beim Strom. Das Energieministerium hat zur besseren Verteilung der Auslastung des Stromnetzes ein neues Tarifsystem in Kraft gesetzt. Dem neuen System zufolge werden die Tarife in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr um die Hälfte gesenkt. Von 17.00 bis 22.00 Uhr wird der Stromverbrauch am höchsten. Tagsüber bleibt es beim Standardtarif. Um die neuen Tarife nutzen zu können, bedarf es jedoch der Anschaffung eines digitalen Stromzählers (in einer Anzeige habe ich einen Preis von rund 120 Millionen TL gesehen). Für neue Abonnenten der Stromversorger wird die Anschaffung eines digitalen Zählers verpflichtend.
  • (Aksam, 25.02.2002) Ein Drittel der Bevölkerung in den Ostprovinzen trägt den Armenausweis. Die "Yesil Kart" berechtigt zur kostenlosen Nutzung von staatlichen Gesundheitseinrichtungen und wird an Personen vergeben, die über kein ausreichende Einkommen oder Vermögen verfügen. In den Provinzen Erzurum, Agri, Mus, Tunceli, Bingöl, Igdir und Ardahan verfügen 30 Prozent der Bevölkerung über die "Yesil Kart".
  • (Aksam, 23.02.2002) Profitable Gecekondu. Gecekondu sind die "übernacht gebauten" Häuser, die zu einem Symbol für die chaotische Entwicklung vieler türkischer Städte in den vergangenen 30 Jahren geworden sind. Die Gecekondus sind ohne Baugenehmigung in der Regel auf Staatsland gebaut. Eine Untersuchung der Istanbuler Handelskammer zeigt, daß sich das Verfahren gelohnt hat. Gecekondus in Bosporus-Lage werden trotz fehlender Baugenehmigung zu Preisen um 50 Milliarden TL (80.000-90.000 DM) gehandelt. Wurden die Gecekondus bisher vor allem unter sozialen Gesichtspunkten verteidigt, da sie die Anlaufstation für die vom Land zuwandernden Familien seien, zeigt die Untersuchung, daß 42 Prozent der Befragten angaben, das Gelände gekauft zu haben. Die Bauplanung wurde überwiegend entweder von den Bauherren selbst oder von den Bauarbeitern übernommen. Nur in 2 % der Fälle wurden Ingenieure, Architekten oder Bauunternehmen eingeschaltet.
  • (Milliyet, 23.02.2002) Vereinigung der Exporteure meldet Exportsteigerung von 4,6 % im Januar. Das Exportvolumen wird mit 2,454 Milliarden Dollar angegeben. Mit 44 Millionen Dollar Anstieg zeigte der Konfektionssektor die größte absolute Steigerung, gefolgt vom elektrische/elektronische Gerätebau mit einer Steigerung von 31 Millionen Dollar. Einen Rückgang gab es beim Export von Haselnüssen (16 Millionen Dollar) sowie Hülsenfrüchten (15 Millionen Dollar).
  • (Radikal, 23.02.2002) Bodenschatzreserven der Türkei werden auf 2,180 Trillionen US-Dollar geschätzt. Eine vom Energieministerium veröffentlichte Aufstellung gibt als wertvollstes Vorkommen Brom an. Außerdem wurde am Wochenende gemeldet, daß in Diyarbakir hochwertiges Erdöl und in Thrakien Erdgas gefunden wurde. Über den Umfang der Vorkommen konnten bisher keine Angaben gemacht werden.
  • (Radikal, 23.02.2002) Verlorene Kredite um 160 Trillionen TL gestiegen. Nach Angaben der türkischen Zentralbank hat das Volumen der verlorenen Kredite im Februar 6,594 Katrillionen TL erreicht. Der Anteil der verlorenen Kredite am Gesamtkreditaufkommen betrug 18,6 %. Das Volumen der Verbraucherkredite ist um 19,7 Trillionen gesunken, das Volumen der Kreditkartentransaktionen um 3 Tillionen TL gestiegen.
  • (Radikal, 23.02.2002) Geringer Vorrat an Bestellungen im produzierenden Gewerbe. Einer Umfrage der türkischen Zentralbank zufolge, gaben 41,6 % der befragten Betriebe an, Bestellungen für einen Monat zu haben, 35,3 % gaben an, Bestellungen für ein bis drei Monate zu haben.

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Ein Drittel der Bevölkerung in den Ostprovinzen trägt den Armenausweis


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