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Ein Blick auf die Türkei und die türkische ArmeeTuncay Özkan Zuerst erschienen in Milliyet, 5.03.02. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors durch Stefan Hibbeler. George Soros ist jemand, der einen amerikanischen Investment-Fond kontrolliert. Er ist einer aus einer Handvoll Menschen, die führend sind auf dem Gebiet des Spiels mit Aktien und Geld. Es wird gesagt, daß ein großer Teil seiner Fonds vom CIA kontrolliert werden. Es gibt eine Stiftung. Die Personen, die er in seinen Beziehungen zu nutzen gedenkt, werden mit Hilfe der Stiftung sorgfältig ausgesucht. Sein Image und die Planungsprozesse werden durch die Beziehungen bestimmt, die er mit Hilfe der Stiftung knüpft. Er ist einer der wichtigsten ökonomischen Trümpfe der amerikanischen Führung. Soros hat die vergangene Woche in der Türkei verbracht. Er wohnte im Hilton Hotel Istanbul. Zu diser Zeit wohnte auch Staatsminister Dervis in diesem Hotel. Soros und Dervis trafen sich und diskutierten über die türkische Wirtschaft und ihre Zukunft. Er kannte das ebenso wie er berühmte Geldgenie Dervis ohnehin bereits aus Amerika. Sie müssen wohl über gute Dinge gesprochen haben. Exportprodukt MilitärUnd es ist genau dieser Soros, der bei seiner Rede an der Sabance Universität Unglaubliches sagte: "Das beste Exportprodukt der Türkei ist ihre Armee". Das haben wir nicht einmal ausgesprochen, wenn wir unter uns waren. Soros aber sprach es offen aus. Wenn ich es gesagt hätte, befände ich mich längst vor dem Staatssicherheitsgericht. Soros aht im Grund offen und klar ausgesprochen, wie Amerika und die entwickelten Länder die Türkei sehen. Dies unterstreichend sollte jeder in der Türkei das, was in Afganistan heranreift und die auf uns zukommenden Probleme eines neuen Irak-Krieges von diesem Blickwinkel aus neu bewerten. Was Soros ausgesprochen ist, daß Kraft und Qualität der türkischen Armee für die USA und den Westen unverzichtbar geworden sind. Die Türken sind als Soldaten Krieger, sterben und töten. Sie sind durch Verträge gebunden, aufgrund der NATO-Mitgliedschaft an westliche Standards angepaßt. Und als wichtigste Voraussetzung aus der Sicht des Westens und der USA haben die Türken die besten Kenntnisse über die Länder, die besetzt werden sollen; haben Beziehungen und kennen die Bevölkerung. Das gereicht dem Wesetn und den USA zum Vorteil. Aber was wird die Türkei an diesem Punkt denken? Soldatentum der Türken ...Zwischen dem Militärverständnis im Westen und n der Türkei liegen Welten. Im Westen gelten Soldaten gesellschaftlich als drittklassig. Die Türkei sieht das Militär als einzige Kraft zur Sicherung seiner Existenz an. Im Westen werden in Wirtschaft und Institutionen gegenüber den militärischen andere Werte vorgezogen. Können Sie sich eine andere Gesellschaft vorstellen, die nach 15 Jahren Terrorismusbekämpfung ihre Söhne immer noch mit feierlichen Umzügen zum Militärdienst schickt und wenn ein Sohn gefallen ist, nach dem Motto 'Laßt den Kampf nicht enden, soll der andere auch noch sterben', weitere schickt? Im Westen drückt man sich vor dem Militärdienst und kann später trotzdem staatliche Führungspositionen übernehmen. Bei uns wird hingerichtet. Außerdem sind die Armeen derjenigen, die unsere Armee als Exportprodukt ansehen, Berufsarmeen. Es ist bei ihnen Beruf, unsere Soldaten sind Bürger. Wir leisten den Militärdienst als staatsbürgerliche Pflicht ab, nicht gegen Bezahlung. Bei uns ist das Oberkommando kein Unternehmen. Bei uns ist der Militärdienst der wichtigste Beweis für die Verantwortung gegenüber dem Staat und für staatsbürgerliches Bewußtsein. Für wen ist die Armee da? ...Nun sollten wir überlegen. Wenn die Aussage von Sorros und der Blickwinkel des Westens wahr wäre, dann verstehe ich nicht, warum wir dieses Exportprodukt nicht in eigenem Namen, sondern für deren Zwecke verwenden sollten. Diese Worte sind eigentlich ein Zeichen dafür, wie stark die Türkei in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht in die Ecke gedrängt ist. Soros bewertet den türkischen Staat aus seiner Unternehmenslogik heraus. Ein bankrottes Unternehmen. Das beste Produkt ist seine Armee, sollen sie die verkaufen, der Preis wird beglichen. Aber zu den Grundprinzipien, die einen Staat zum Staat machen, gehört, daß die Währung, die Armee und die Steuern nach eigenem Hoheitsrecht festgesetzt werden. Was Soros aussprach, können wir als Bild auffassen, wie wir als Staat von anderen gesehen werden. In Afganistan können amerikanische Soldaten sein, weil es die nationalen Interessen der USA erfordern. Aber was machen unsere Soldaten dort, wenn es um amerikanische Interessen geht? Wie sollen wir über ihr Sterben dort sprechen? Unsere Geld und Steuerpolitik wird durch den IMF und die Weltbank festgelegt. Sollen wir unsere Militärpolitik auch ihnen überlassen? Sollen wir unsere Armee als Exportprodukt verwenden? Sollen wir sagen, wir haben viele Bürger, sollen sie doch dort sterben, wenn wir im Gegenzug Geld erhalten? Die Armee als Exportprodukt. Eine Politik, die Blutgeld einwirbt. Und Bürger,d ie selbst in den Tod gehend nicht sagen können, was aus uns geworden ist. Ist es noch nötig zu fragen, was aus uns geworden ist? |
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