Jahrgang 2 Nr. 14 vom 6.04.2002
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  • (Aksam, 2.04.02) Veränderungen in der Struktur der Staatsschulden. Nach vorläufigen Berechnungen des Schatzamtes nahm das Volumen der Auslandsschulden im vergangenen Jahr um 3,5 Milliarden Dollar ab. Außerdem gelang eine Senkung von Auslandsschulden mit kurzer Laufzeit zugunsten solche mit mittlerer Laufzeit.
  • (Aksam, 2.04.02) Exportanstieg im März um 18,3 %. Nach Angaben der Vereinigung der Exporteure (TIM) stieg der Export im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,3 % an. Der Anstieg im ersten Quartal belief sich auf 5 %. Während Industrieprodukte und Bodenschätze starke Zuwächse verzeichnen konnten, stieg der Export von landwirtschaftlichen Produkten nur gering. Starke Rückgänge gab es im Export von Haselnüssen und Olivenöl. Der Verband der Exporteure erklärte jedoch auch, daß diese Zahlen nicht im Hinblick auf einen Produktionsanstieg mißverstanden werden dürften. Vielmehr versuchten die Firmen aufgrund der geringen Nachfrage auf dem Binnenmarkt ihre Produkte zu äußerst geringen Preisen auf ausländischen Märkten zu verkaufen. Ob die neugewonnenen Märkte jedoch bei Anhebung des Preisniveaus gehalten werden können, sei fraglich.
  • (Aksam, 2.04.02) Inflation eines der Haupthindernisse für ausländische Investitionen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Fiba-Holding Hüsnü Özyegin erklärte, daß ein internationaler Vergleich zeige, daß hohe Inflation eines der Haupthindernisse für ausländische Investitionen darstelle. Anläßlich einer Rede zum zweiten Jahrestag der Gründung der Finanzbank Romania erklärte er, daß sich das Investitionsklima in Rumänien von Tag zu Tag verbessere und dies sich auch in der Investitionstätigkeit niederschlage. Özyegen erklärte mit Blick auf die Türkei, daß der Übergang zur Inflationsberechnung in den Bankenbilanzen ab Juni 2002 zu Überraschungen führen dürfte, da erstmals die tatsächlichen Gewinne der einzelnen Banken erkennbar würden. Özyegen erklärte weiter, daß die Finanzbank verstärkt in das Geschäft mit Firmenkrediten eingestiegen sei.
  • (Milliyet, 1.04.02) Wirtschaftswachstum erst im kommenden Jahr. Nach Einschätzung des Direktors der Alternativbank Alev Göcmez kann mit einem Wirtschaftswachstum erst im kommenden Jahr gerechnet werden. Als eines der Haupthindernisse für eine wirtschaftliche Belebung sieht Göcmez die hohen Real-Zinsen an. Das effektive Zinsniveau nach Abzug der Inflation betrage um 20 %. Göcmez erklärte weiter, daß aufgrund unzureichender Investitionsbereitschaft eine Erhohlung des Bankensektors drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen werde. Bezogen auf die Geschäftsstrategie der Alternativbank erklärte er, daß man mit einer Gruppe ausländischen Investoren hinsichtlich einer Beteiligung in Verbindung stehe, aber noch keine konkrete Übereinkunft erzielt wurde.
  • (Aksam, 1.04.02) Starker Anstieg bei den 'fliegenden Händlern'. Wie der Vorsitzende der Istanbuler Handelskammer erklärte, habe die Wirtschaftskrise zu einer starken Zunahme fliegender Händler geführt. Nach seiner Schätzung hätten im vergangenen Jahr ca. 100.000 Personen neu mit dieser Tätigkeit angefangen. Neu sei, daß nun auch hochqualifizierte junge Menschen unter diesen Händlern zu finden seien. Die Istanbuler Handelskammer hat ein Programm ausgearbeitet, das darauf zielt, den fliegenden Handel unter Kontrolle zu bringen. Das Projekt liege seit einiger Zeit dem Innenministerium vor, man habe jedoch noch keine Antwort erhalten.
  • (Aksam, 1.04.02) Treuer Strom wegen ungünstiger Lieferverträge. Das in den 90er Jahren eingesetzte Verfahren, privaten Investoren im Energiesektor garantierte Absatzmengen und -preise zuzusichern, führte im vergangenen Jahr zu Ausgleichszahlungen des Staates in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar, die durch die Einnahmen aus dem Stromverkauf nicht gedeckt werden konnten. Das dennoch hohe Preisniveau für Energie gilt als ein wesentlicher Standortnachteil für die türkische Industrie im internationalen Wettbewerb. Ein Gesetz aus dem vergangenen Jahr versuchte, bereits erteilte Absatzgarantien für zwar genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Kraftwerke auszusetzen, wurde jedoch vom Verfassungsgesetz außer Kraft gesetzt.
  • (Aksam, 1.04.02) Modelle für die Privatisierung von Turk Telekom. Die Unternehmensberatung Arthur Anderson hat vier Modelle für die Privatisierung der türkischen Telekom vorgelegt. Die Modelle sehen als Alternative (1) einen Aktienverkauf an die Bevölkerung; (2) einen Verkauf von Unternehmensteilen (z.B. Kabelfernsehen, Internet ect.); (3) Blockverkauf an interessierte einheimische/ausländische Firmen oder (4) Reduzierung der Telekom auf reine Infrastrukturaufgaben und Rückzug aus den bisherigen Tätigkeitsfeldern vor.

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