Jahrgang 2 Nr. 15 vom 13.04.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Milliyet, 12.04.02) Einzelhandelsverkauf in Istanbuls Geschäftsstraßen im Januar leicht gestiegen. Eine Analyse der Umsätze von 544 Geschäften in 17 Haupteinkaufsstraßen der Stadt ergab, daß der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 75 %, d.h. 1,8 über der Inflation gestiegen ist. Die Analyse ergab auch, daß sich die Einzelhandelsbelebung vor allem auf Geschäfte in reicheren Stadtvierteln auswirkte.
  • (Milliyet, 11.04.02) Häßlicher Streit um Entlassung des Direktors der Privatisierungsbehörde. Die Entlassung von Ugur Bayar, langjähriger Direktor der Privatisierungsbehörde durch den zuständigen Minister Karakoyunlu hinterläßt widerstreitende Behauptungen. Hatte der Minister erklärt, Bayar habe falsche Informationen verbreitet, wies dieser diese Vorwürfe zurück. Demgegenüber melden verschiedene Tageszeitungen (Aksam, Milliyet und Radikal), daß hinter der Entlassung Konflikte um die Aufnahme des privaten Sektretärs Karakoyunlus in die Privatisierungsverwaltung als stellvertretenden Direktors sowie Auseinandersetzungen um die Vergabe des Bodenservices für die Turkish Airlines stehen. Bayar, der inzwischen auch sein Aufsichtratsmandat bei der Turkish Airlines und seinen Vorsitz in der Auftragsvergabekommission der Turkish Telekom niederlegte, erklärte, daß er sein Amt selbst dann nicht wieder aufnehmen werde, wenn Staatspräsident Sezer das Entlassungsgesuch des Ministers nicht bestätigte. Er denke vielmehr an eine Tätigkeit in der Privatwirtschaft.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 9.04.02) Firmenstatistik zeigt positives Entwicklung. Die Zahl der Firmenöffnungen und Schließungen im Monat März zeigt an, daß die Zahl der Neueröffnungen gegenüber den Vormonaten deutlich angestiegen ist. So stieg die Zahl der neueröffneten Unternehmen und Kooperativen im März um 48,31 % gegenüber dem Vormonat, die Zahl der Firmenneugründungen um 70,34 %. Gleichzeitig liegen aber auch die Firmenschließungen noch über dem Niveau des Vorjahresmonats: im März 2002 wurden 10,26 % mehr Unternehmen und 26,85 % mehr Firmen geschlossen.
  • (Milliyet, 9.04.02) Besucherzahl im ersten Quartal um 7,51 % gestiegen. Einer schriftlichen Erklärung von Tourismusminister Tasar zufolge ist die Zahl der Touristen im März um 23,3 % gestiegen. In den ersten drei Monaten diesen Jahres stieg die Besucherzahl um 7,51 %.
  • (Milliyet, 9.04.02) Befristete Freistellung vom Herkunftsnachweis für Eigenkapitalaufstockung von Banken und Unternehmen. Im Laufe der jüngsten Wirtschaftskrise sind rund 7 Milliarden Dollar ins Ausland abgeflossen, die nun durch die Zusicherung, nicht nach der Herkunft von Geldern zu fragen, als Eigenkapitalaufstockung dem Bankenwesen und Unternehmen zufließen sollen. Die Regelung soll auf sechs Monate befristet werden. Hintergrund ist die Neufassung des Bankengesetzes, nach der eine Verbesserung der Eigenkapitalausstattung von Banken gefordert wird. Die Banken wiederum haben erklärt, daß sie eine solche Eigenkapitalaufstockung nur vornehmen könnten, wenn sie dazu Quellen aus dem Ausland verwenden könnten. Dazu sei aber auch erforderlich, daß nicht nach der Herkunft der Gelder gefragt werde. Nicht in der Meldung enthalten ist eine Würdigung der Fragen, wie eine solche Maßnahme mit der Bekämpfung von Geldwäsche zu vereinbaren ist und ob damit Grundsätze der Steuergerechtigkeit beschädigt werden.
  • (Aksam, 9.04.02) Zentralbank senkt die Kurzfristzinsen um 3 %. Die Zinssenkung war angesichts der niedrig ausgefallenen März-Inflation bereits erwartet worden. Der Zinssatz für den Over-Night-Repo sank von 54 auf 51 %, der Wochenzins von 55 % auf 52 %. Zugleich wurde der Inflationsbericht der Zentralbank (türkisch) bekanntgegeben.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 8.04.02) Produktionsindex des verarbeitenden Gewerbes erneut um 4,8 % gesunken. Legt man den Index der Produktion des verarbeitenden Gewerbes (1997 = 100) zugrunde, erreichte die Produktion im Februar mit nur 84,5 Punkten den niedrigsten Wert sei Ausbruch der Wirtschaftskrise. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Produktion um 4,8 Prozent zurück. Die stärksten Rückgänge hatten die Büromaschinenproduktion (-45,7 %) sowie die Herstellung von Metallwaren (- 33,4 %) zu verzeichnen. Die stärksten Zuwächse ergaben sich bei der Produktion "sonstiger Transportmittel" (41,3 %) und dem elektrischen Apparatebau (20,9 %).

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