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Istanbul Post |
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Eine Brücke am Bosporus12 Jahre deutscher Kultur- und WohltätigkeitsvereinKlein, aber fein könnte man sagen - mit ungefähr 30 Mitgliedern
und einem Kreis von 700 bis 800 Fördermitgliedern, die den allmonatlichen
Rundbrief der Brücke e.V. erhalten, hat sich seit Dezember 1989 eine
soziale Drehscheibe für Deutsche, die - ob vorübergehend oder
dauernd - in der Türkei leben, entwickelt. Kulturarbeit und soziale BegegnungDie Brücke ist eine Anlaufstelle für Deutschsprechende, die
entweder ständig in der Türkei leben oder auch solche, die nur
vorübergehend hier sind. Da insbesondere Neuankömmlinge vielfach
zunächst mit Sprachschwierigkeiten zu kämpfen haben, sind die
sozialen Aktivitäten von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit.
Bereits 1990 entwickelte sich in Istanbul als eine Form der Geselligkeit
die wöchentliche Badefahrt im Sommer mit der Lüfer', einem
Ausflugsschiff. Es ist ein Tagesausflug, bei dem alle Teilnehmerinnen
und Teilnehmer aufgerufen sind, etwas zu essen mitzubringen - Getränke
gibt es an Bord. Auch in diesem Jahr werden die Fahrten wieder aufgenommen.
Details zur Anmeldung sind im Infobrief der Brücke zu erfahren. Hinzu
kommen Stammtische und Feste an verschiedenen Orten. Karitative Hilfen1992 wurde eine Aktion Patenfamilien für Flüchtlinge
aus dem Nordirak" durchgeführt. Eine Spendensammlung für
bosnische Flüchtlinge erbrachte bis Winter 1995 13.000 DM. Außerdem
wurden nach den schweren Erdbeben in der Marmara-Region im Jahr 1999 sowohl
Spenden gesammelt als auch unmittelbar vor Ort geholfen. Eine Spendensammlung
erbrachte 120.000 DM, wovon der größte Teil für den Bau
einer Container-Schule in Düzce ausgegeben wurde. Bildung und ErziehungDeutschsprachige pädagogische Angebote für Kinder gehörten seit Beginn zu den Arbeitsschwerpunkten der Brücke. Neben der Gruppe KIDS, die 1990 als Spiel- und Lerngruppe in deutscher Sprache" gegründet wurde, begannen 1997 die Arbeiten für den Aufbau des Avrupa Koleji als einzige private deutschsprachige Grund- und Oberschule in Istanbul. Schulinitiativen haben sich inzwischen auch an anderen Orten der Türkei entwickelt. Gerade für binationale Kinder ergeben sich im Hinblick auf die Schulausbildung immer wieder Probleme, da sie eine doppelte Staatsangehörigkeit haben. Das bedeutet, daß sie sowohl in Deutschland als auch in der Türkei wie einheimische Kinder behandelt werden, was aufgrund der unterschiedlichen Unterrichtsprogramme in beiden Ländern bei einem Umzug der Familie zu Problemen führen kann. Verbesserung des Rechtsstatus von Ausländern in der TürkeiDie Brücke hat durch verschiedene Initiativen seit ihrem Bestehen immer wieder auf die schlechte rechtliche Position von Ausländern in der Türkei hingewiesen. Dabei wandte sie sich immer wieder an türkische Stellen, wie zuletzt an Justizminister Türk, mit dem Anfang Januar ein Gespräch geführt wurde. Die Brücke versuchte aber auch immer wieder, die deutsche Regierung dazu zu bewegen, sich für eine Statusverbesserung ihrer Bürger in der Türkei einzusetzen. Dazu wurde eine kleine Anfrage vorbereitet, die über Bundestagsabgeordnete eingebracht wurde. Zudem besteht eine gute Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft in Ankara und den Konsulaten in der Türkei. Als ein Dokument dieser Zusammenarbeit kann die Wiedergabe einer Stellungnahme der deutschen Botschaft in Ankara gewertet werden, die im März-Infobrief wiedergegeben wurde. In der Stellungnahme wird unter anderem erklärt, daß der deutsche Botschafter bei seinem Antrittsbesuch beim neuen Generaldirektor für Konsularangelegeneheiten im türkischen Außenministerium erst jüngst diesbezüglich eine persönliche Note überreichte und daß zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Vertretung der EU Kommission in Ankara sowie den zuständigen Stellen in Brüssel geprüft wird, welche Verpflichtungen sich aus dem Assoziationsabkommen zwischen Türkei und EU für den Rechtsstatus von EU-Ausländern in der Türkei ergeben. Auch in die Diskussion über die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland hat sich die Brücke immer wieder aktiv eingebracht, waren doch zahlreiche persönliche Dramen, die sich aus dem Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit ergeben hatten, immer wieder Anlaß, diese politische Frage auch unter Beachtung der Interessen der Auslandsdeutschen zu diskutieren. Informationsarbeit über die TürkeiFür Menschen wie die GründerInnen der Brücke, die seit
Jahrzehnten in der Türkei leben, ist hier eine zweite Heimat entstanden.
So fällt es wohl auch nicht schwer, sich vorzustellen, daß
bei all den Komplikationen, die im deutsch-türkischen Dialog immer
wieder auftreten, es der Brücke immer wieder auch Anliegen war und
ist, mehr Informationen über die Türkei - ihre Kultur und das
soziale Leben, in den deutschsprachigen Raum zu übermitteln. Neben
offiziellen Gesprächen - die Brücke wird von vielen deutschen
Politikerinnen und Politikern bei Türkeibesuchen aufgesucht - spielt
hier vor allem auch das Netzwerk persönlicher Beziehungen eine Rolle.
Ein Beispiel dafür ist das bereits oben erwähnte Beispiel der
Beteiligung an der Initiative Forum Istanbul nach den Terroranschlägen
vom 11. September. Doch auch von türkisch-offizieller Seite wurde
der Nutzen der Brücke entdeckt. So wird im Infobrief vom April 2002
von einer Einladung der Brücke zu einer Konferenz zum Image der Türkei
im Ausland, das vom Zentrum für strategische Studien des türkischen
Außenministeriums veranstaltet wurde, berichtet. |
Ausländer-sein in der Türkei
12 Jahre deutscher Kultur- und Wohltätigkeitsverein Kulturarbeit und soziale Begegnung Verbesserung des Rechtsstatus von Ausländern in der Türkei Informationsarbeit über die Türkei
Kontaktadressen Die Brücke: brucke@avrupakoleji.com
Istanbul Ciftehavuzlar/Göztepe Emirgan Tarabya / Kirecburnu Yesilköy u. Umgebung
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Stefan Hibbeler Redaktion: redaktion@istanbulpost.net |
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Copyright © 2001 Istanbul Post Last modified: 28.12.2003 |
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