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- (Milliyet, 26.04.02) Yilmaz: Stärkung der Religionsfreiheit
Voraussetzung für EU-Beitritt. Bei einer
Rede auf einer Konferenz "Alevismus - Türkei - EU" der
Hacibektas Kultur Stiftung erklärte der stellvertretende Ministerpräsident
Mesut Yilmaz, daß ein wirklich laizistischer Staat keine Religion
kennen dürfe. Die Lehre der Religion müsse den religiösen
Gemeinschaften vorbehalten bleiben und auf diesem Gebiet auch Freiheit
herrschen. Außer zur Sicherung der öffentlichen Ordnung dürften
auf diesem Gebiet keine Verbote ausgesprochen werden.
- (Milliyet, 26.04.02) DHKPC und PKK auf europäische Liste terroristischer
Organisationen aufgenommen. Wie der spanische
Botschafter während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der 4. internationalen
Versammlung türkischer Geschäftsleute in Istanbul erklärte,
werden beide Organisationen auf die Liste aufgenommen. Auch seien gute
Beziehungen zu den USA keine Alternative zur Beitrittspolitik der Türkei
zur EU. Die Nichtaufnahme beider Organisationen auf die erste Liste
der Terrororganisationen hatte für Spannungen in den Beziehungen
zwischen der EU und der Türkei gesorgt.
- (Aksam, 26.04.02) RTÜK-Gesetz kommt nächste Woche ins
Parlament. Der der türkische Presserat übte
scharfe Kritik an der Wiedervorlage des Gesetzes über die Aufsicht
von Funk und Fernsehen, die in der kommenden Woche auf die Tagesordnung
des Plenums genommen werden soll. Für das Internet sähe das
Gesetz eine Zensur wie zu Zeiten Sultan Abd-ül-Hamids vor.
- (Aksam, 26.04.02) Verwaltungsgericht hebt Preiserhöhung für
Bosporus-Brücke und Autobahnen auf. Auf Antrag
des Verbraucherschutzvereins TÜKODER hat das 4. Verwaltungsgericht
Ankara eine einstweilige Anordnung erlassen, die die Preiserhöhungen
im vergangenen Jahr stoppt. Der Anordnung zufolge muß nun innerhalb
einer Woche der vorherige Zustand wiederhergestellt werden. Am 23. Juni
2001 war beschlossen worden, die Kurzstreckentarife auf Autobahnen von
350.000 TL auf eine Millionen TL, die Langstreckentarife von 2 auf 6
Millionen TL sowie die Brückengebühr in Istanbul von 1,5 Millionen
auf 2 Millionen TL zu erhöhen.
- (Milliyet, 26.04.02) HADEP Bürgermeister von Diyarbakir legt
Blumen auf Soldatengräber nieder. Die
Geste hat vor allem deshalb Aufmerksamkeit erregt, da die HADEP vielfach
als separatistisch angesehen und der Zusammenarbeit mit der PKK verdächtigt
wurde.
- (Bianet, 25.04.02) Untersuchung gegen deutsche Stiftungen vor dem
Staatssicherheitsgericht. Im Zuge der Untersuchungen
gegen die deutschen Stiftungen in der Türkei machten am Mittwoch
der Leiter des Konrad Adenauer Stiftungsbüros in Ankara Wulf Schönbohm
und sein Stellvertreter Dirk Troendle ihre Aussagen vor der Staatsanwaltschaft.
Wulf Schönbohm erklärte im Anschluß an die Vernehmung,
daß die Vorwürfe, daß die Konrad Adenauer Stiftung
Tätigkeiten gegen die Interessen der Türkei oder Spionage
betreibe, vollkommen haltlos sei. Als weitere Stiftungen werden in der
Meldung die Heinrich Böll, die Körber und die Friedrich Naumann
Stiftung sowie das Orient Institut genannt. Im vergangenen Jahr hatte
ein Buch über die Tätigkeit der deutschen Stiftungen in der
Türkei für einiges Aufsehen gesorgt. Der Autor hatte den Stiftungen
vorgeworfen, deutsche Interessen zu vertreten und Spionage zu betreiben.
- (Milliyet, 24.04.02) Ab nächsten Schuljahr Hosen auch für
Schülerinnen. Beim Empfang von Schülern
im Zuge des Kindertages erklärte Bildungsminister Bostancioglu,
daß ab dem kommenden Schuljahr auch Schülerinnen die Möglichkeit
gegeben wird, Hosen zu tragen.
- (Milliyet, 24.04.02) Irakischer Ölschmuggel nützt der
PKK. Einem Bericht des Oberkommandos der
türkischen Armee erklärt, daß der Schmuggel zu einem
Schaden von 330 Trillionen TL führe. Im Jahr 2001 seien 120.000
t Rohöl in die Türkei geschmuggelt worden. Zur Besorgnis der
türkischen Armee trägt außerdem bei, daß der Schmuggel
überwiegend in den Händen der PKK und ihrer Sympathisanten
liege.
- (Milliyet, 23.04.02) Bauverbot während der Sommermonate in
Tourismusgebieten. In einer Verordnung,
die vom Tourismusministerium an die Provinzregierungen geschickt wurde,
wird für die Sommermonate in einer Reihe von Provinzen mit hohem
Tourismusaufkommen im Zeitraum von April bis Oktober ein Bauverbot ausgesprochen.
Damit soll eine Belästigung der Gäste durch Lärm und
Verschmutzung vermieden werden.
- (Milliyet, 23.04.02/Radikal, 24.04.02)) EU-Kommission präsentiert
türkische Politik anhand verbotener Parteien.
In einer Broschüre, die die Vielfalt innerhalb der EU und der Beitrittskandidaten
wiedergeben soll, wird, nach Angaben der Milliyet, auf einer Grafik
zur Parteienlandschaft die Parteienlandschaft in der Türkei unter
Einbeziehung der DHKP-C, der TKEP-L und der Fazilet Partisi dargestellt.
Dies wird als großer Affront bewertet, setzt sich die Türkei
doch seit Monaten dafür ein, daß die DHKP-C auf die EU-Liste
der Terrororganisationen gesetzt wird. Außerdem seien bei keinem
sonstigen Land verbotene Parteien aufgeführt worden. Wie die Tageszeitung
Radikal meldet, hat sich die EU-Kommission für den Druck der Broschüre
entschuldigt und angekündigt, das entsprechende Kapitel zu entfernen.
Die Broschüre sei von einem Komitee europäischer Intellektueller
entwickelt und vor der Drucklegung nicht überprüft worden.
- (Aksam, 21.04.02) Armenischer Erzbischof fordert Priesterausbildung
an türkischen Universitäten. Auf einer
Veranstaltung der "Marmara Grubu" im Dedeman-Hotel kündigte
Erzbischof Mesrob Mutafyan an, daß ab kommenden Jahr die Archive
der armenischen Gemeinde über die Bibliothek des Bischofssitzes
zugänglich sein werden. Das Archiv umfasse die kompletten Gemeindeaufzeichnungen
seit 1951. Die alten Archive sind 1916 unter staatliche Kontrolle genommen
worden. Ein Teil sei nach Jerusalem (damals Teil des Osmanischen Reiches)
transportiert worden, wo es weitgehend verbrannte. Ein anderer Teil
sei nach Paris geschafft worden. Nach Angaben des Bischofs umfaßt
die armenische Gemeinde in der Türkei noch 50-60.000 Mitglieder,
habe aber große Schwierigkeiten, Priester zu finden. So seien
38 Kirchen aus Pristermangel Sonntags geschlossen.
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