Jahrgang 2 Nr. 17 vom 27.04.2002
 

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Auf der Suche nach Wachstumssignalen

Das in nicht einmal einem Jahr bedeutende Fortschritte bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise gemacht werden konnte, wird kaum ernsthaft bestritten. Doch bei allen Reformen und Verbesserungen sind die Risiken eines Rückschlags nicht gebannt. Ob die Türkei ihren Weg aus der Wirtschaftskrise finden wird, kann voraussichtlich erst in ziemlich genau einem Jahr gesagt werden.

Nachdem sich eine Reihe von volkswirtschaftlichen Meßgrößen deutlich verbessert haben, sind zwar die Erfolgschancen der Sanierung der türkischen Wirtschaft gestiegen, die Gefahr des Scheiterns jedoch noch nicht gebannt. Zur Zeit erlebt die Türkei einen raschen Zinsrückgang bei einer gleichzeitig zurückgehenden Inflation und einem gegenüber den Devisen gestiegenen Wert der Türkischen Lira. Gelingt es jedoch nicht, nun auch ein Wirtschaftswachstum zu erreichen, werden sich neue Krisen einstellen. Der Zeitfaktor ist dabei von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Schuldendienst, eine drastische Sparpolitik der öffentlichen Haushalte sowie eine drastische Abschnürung des privaten Konsums im Zuge der Inflationsbekämpfungspolitik geben nur für wenige volkswirtschaftliche Bereiche Wachstumsaussichten. Dabei spielen vor allem Export und Tourismus eine wichtige Rolle. Die jüngste Mahnung des Türkeireferenten der Weltbank Chibbers demgegenüber zeigen, daß nun auch die Weltbank den seit Monaten anhaltenden Höhenflug der Türkischen Lira als Gefahr für gerade diese beiden Bereiche ansieht. Dabei hatte es gerade in diesem Bereich noch am Montag eine gute Nachricht gegeben: Die Türkei hat im Monat März nach der Statistik des Außenhandelssekretariats zum ersten Mal seit langem wieder einen Exportüberschuß erwirtschaftet. Jedoch macht eine genauere Analyse dieser Daten, wie die Tageszeitung Milliyet am Dienstag berichtete, deutlich, daß zum einen das Importvolumen gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant geblieben sei. Außerdem bestünden die Importe zu 85 bis 90 % aus Investitionsgütern und Halbfertigprodukten. Wenn hier also kein Anstieg zu verzeichnen sei, kann dies auch als eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation gedeutet werden.

 

 

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