Jahrgang 2 Nr. 18 vom 4.05.2002
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  • (Staatliches Statistikinstitut, 3.05.02) Preisanstieg im April bei 1,8 Prozent. Die ersten Reaktionen auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten für April waren sehr positiv. Mit einem Anstieg im Gesamtindex um 1,8 % blieben die Zahlen leicht unter der Schätzung von 2 %. Der Anstieg der Verbraucherpreise um 2,1 % und der Preisanstieg im produzierenden Gewerbe um 2,0 % werden als Indiz einer langsamen Belebung von Nachfrage und Produktion bewertet. Dem Staatlichen Statistikinstitut zufolge sind die Preise im Gesamtindex seit Dezember 2001 um 10,8 % gestiegen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat liegt bei 58 %. Den höchsten Anstieg bei den im Gesamtindex (TEFE) gelisteten Produktgruppen zeigte Rohöl/Gas mit 21,8 %. Bei den Verbraucherpreisen nahm Bekleidung mit einem Anteil von 1,2 % den größten Stellenwert ein.
  • (Aksam, 2.05.02) Anstieg der Exporte im April um 8 Prozent. Nach Berechnungen des Türkischen Verbandes der Exporteure (TIM) ist im April der Export um 8 % auf 2,747 Milliarden Dollar gestiegen. TIM zeigte sich mit diesem Anstieg nicht zufrieden; er werde nicht ausreichen, um ein zum volkswirtschaftlichen Wachstum beizutragen. Außerdem sei der Anstieg auf nur wenige Exportsektoren wie beispielsweise Bekleidung und Elektro/Elektronik beschränkt.
  • (Aksam, 2.05.02) Erhöhung von Körperschafts- und Einkommenssteuer geplant. Den Informationen der Zeitung zufolge plant das Finanzminsterium einen 10-prozentigen Zuschlag auf die Steuerschuld (fon payi). Der Körperschaftssteuersatz beträgt dann 33 %, die Einkommenssteuer zwischen 22 und 49,5 %. Außerdem plant das Finanzministerium die Aufstockung des Eigenkapitals aus dem Firmengewinn als Gewinnverteilung ebenfalls in die Besteuerung einzubeziehen. Eine diesbezügliche Verordnung wurde vom obersten Verwaltungsgericht (Danistay) aufgehoben, nun werde geplant, die Regelung auf Gesetzeswege zu treffen. Die Istanbuler Industriekammer sowie die Handelskammern von Istanbul und Ankara übten scharfe Kritik an diesen Plänen.
  • (Bianet, 1.05.02) 60-prozentiger Gewinnrückgang in der Landwirtschaft. Nach einer Erklärung der Bauernvereinigung Türk-Köy-Sen seien die Daten des monatlichen landwirtschaftlichen Preisindex des Staatlichen Statistikinstituts, demzufolge die Bauern im April 67 % höhere Absatzpreise gegenüber dem Vorjahresmonat erzielten, wenig glaubwürdig. Nach Erklärung des Verbandes sei aber selbst wenn diese Zahlen zuträfen, der Gewinn der landwirtschaftlichen Betriebe durch starke Erhöhung der Preise für Brennstoffe, Dünger und andere Betriebsmittel stark gesunken.
  • (Aksam, 1.05.02) Vereinbarung zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Türkei und Deutschland. Der Vereinbarung zufolge sollen in der Türkei gezahlte Steuern von einer Steuerschuld in Deutschland abgezogen werden können. In einer gemeinsamen Erklärung beider Finanzministerien wurde außerdem darauf hingewiesen, daß diejenigen Türken in Deutschland, die ihre Zinserträge in der Türkei nachträglich deklarierten, eine Steuerstrafe vermeiden könnten. Im vergangenen Jahr hatten Schätzungen über große Steuerschulden der Türken in Deutschland Aufsehen erregt.
  • (Aksam, 1.05.02) Weitere Zinssenkungen der Zentralbank. Am 30. April verkündete die türkische Zentralbank eine Senkung der Repo-Zinsen von 51 auf 48 % (over night), der Tageszinsen von 58 auf 55 % sowie der Wochenzinsen von 52 auf 49 %.
  • (Milliyet, 30.04.02) Becks-Herstellung in der Türkei. Nach einem Abkommen zwischen der türkischen Brauerrei Efes und Interbrew wird nun auch in der Türkei für den in- und ausländischen Markt Becks-Bier gebraut. Gleichzeitig übernimmt Interbrew die Markteinführung von Efes-Bier auf dem europäischen Markt.
  • (Milliyet, 30.04.02) Pestizidrückstände im Gemüse. In der vergangenen Woche machte die Meldung Schlagzeilen, daß türkische Peperoni bei Einfuhrkontrollen in die EU wegen zu hoher Pestizidrückstände zurückgewiesen wurden. Nach Erklärung des Vorsitzenden der Union der Exporteure Antalya sei daraufhin die Kontrolle türkischer Agrarprodukte verstärkt worden. Gleichzeitig wies er darauf hin, daß 97 % der Produktion im Inland konsumiert werde und daß darum auch ein Problem für die Volksgesundheit gegeben sei. Dementsprechend wurde eine strengere Kontrolle des Pestizidgebrauchs gefordert. Sollten alle Beteiligten in vorgesehener Weise arbeiten, wäre dieser Einschätzung nach das Problem innerhalb von ein bis zwei Monaten erledigt. Sollte dies nicht geschehen sei im kommenden Winter mit drastischen Exporteinbrüchen beim Gemüse zu rechnen.
  • (Radikal, 29.04.02) Haushaltsbefragung zur Einkommensermittlung gestoppt. Nach einer Erklärung des für das Staatliche Statistikinstitut zuständigen Kabinettsmitgliedes Devlet Bahceli (MHP) wurde die Haushaltsbefragung zur Struktur des Konsums, die im Januar 2001 begonnen wurde, abgebrocen. Nach Auffassung von Bahceli hätte die Befragung aufgrund der Krisenwirkungen verfälschte Ergebnisse ergeben. Andererseits kann wegen des Fehlens der Daten nur grob geschätzt werden, wie sich die Wirtschaftskrise auf die Haushalte ausgewirkt hat. Die letzte Befragung dieser Art wurde im Jahr 1994 durchgeführt.

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