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- (CNN Türk 9.05./Aksam, 10.05.02) Staatspräsident Sezer
fordert Termin für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit
der EU noch in diesem Jahr. Im Rahmen eines Essens,
daß Staatspräsident Sezer für Botschafter der EU-Staaten
und andere wichtige Repräsentanten gab, erklärte er, daß
die Erfüllung der Kopenhagener Kriterien nicht nur Forderungen
der EU, sondern auch Erwartungen des Volkes entspräche. Außerdem
forderte Sezer, daß in diesem Jahr der Termin für die Aufnahme
der Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU festgelegt werden
müsse.
- (Aksam, 10.05.02) DHKP-C Sprecher erklärt, daß Aufnahme
auf EU-Terror-Liste ohne Konsequenzen bleibe.
Die Organisation trete in Europa unter den Namen DHKC und DHKP auf und
sei darum von einem Verbot der DHKP-C nicht betroffen. Außerdem
sei die einzige Folge eine Beschlagnahme der Bankkonten der betreffenden
Organisation. Da diese jedoch über keine Konten verfüge, sei
diese Maßnahme wirkungslos. Außerdem sei in Groß Britanien
die DHKP-C zwar verboten, DHKP und DHKC-Büros könnten jedoch
ungestört arbeiten. Der Sprecher kündigte außerdem an,
daß der bisherige Kampf gegen die USA nun auch auf die EU ausgedehnt
werde.
- (Aksam, 10.05.02) Europatag und neue Verärgerung über
EU-Botschafterin Fogg. Als am Dienstag von einer
Äußerung der Botschafterin der EU in der Türkei Karen
Fogg berichtet wurde, fielen die Reaktionen heftig aus. Frau Fogg soll
bei einem Abendessen erklärt haben, daß die türkischen
Zyprioten gut daran täten, wenn sie auf die Straße gingen,
um sich von der Bevormundung durch Ankara und von Raulf Denktas zu befreien.
Eine Veranstaltung zum Europatag, bei der die EU-Vertreterin Hausherrin
war, wurde nach Meldung der Tageszeitung "Aksam" boykottiert,
so daß die für Ehrengäste reservierten Plätze leer
blieben. Frau Fogg hatte bezogen auf die Äußerungen erklärt,
sie sei falsch wiedergegeben worden. Ihre Amtszeit endet im März.
- (Aksam, 10.05.02) Aktivisten der Isci Parti verdecken Karte von
"Reporter ohne Grenzen". Eine Gruppe
junger Aktivisten der kommunistischen Isci Parti hat in Paris die in
einer Metrostation ausgestellte Karte von "Reporter ohne Grenzen"
stellenweise übermalt. Neben dem Bild von Generalstabschef Kivrikoglu
wurden auch andere Portraits übermalt.
Außenminister Cem wurde in den CNN-Abendnachrichten bezogen auf
die Aktion von "Reporter ohne Grenzen" mit den Worten wiedergegeben,
daß dies eine Angelegenheit der Franzosen sei.
- (Bianet, 9.05.02) Menschenrechtsverein (IHD) ruft Hungerstreikende
zum Abbruch der Aktion auf. Im Anschluß
an ein Gespräch mit Justizminister Türk erklärte der
Vorsitzende des türkischen Menschenrechtsvereins Hüsnü
Öndül, daß sich an der Haltung des Justizministers nichts
geändert habe und daß es besser sei, die Aktion abzubrechen,
weil auf diese Weise mehr Interesse in der Öffentlichkeit erreicht
werden könne. In der Meldung von Bianet heißt es weiter,
daß sich noch 55 Personen im Todesfasten gegen die Haftbedingungen
in den Hochsicherheitsgefängnisse (F-Typ) befinden. Bei 15 von
ihnen ist der Gesundheitszustand 'ernst'. Weiterhin teilte Öndül
mit, daß sich 306 weitere Personen einem unbefristeten Hungerstreik
angeschlossen haben. Seit dem 20 September 2000 sind im Zusammenhang
mit der Hungerstreikaktion 91 Personen gestorben. Mehr als 400 Personen
erlitten schwere körperliche Schäden. Der IHD erklärte
außerdem, daß er Todesfasten als Aktionsform ablehne. Zur
dauerhaften Lösung der Probleme in den Gefängnissen regte
der IHD eine Konferenz an, bei der neue Ideen entwickelt werden sollten.
- (Bianet, 9.05.02) Verwaltungsgericht hebt Schließungsstrafe
gegen "Anadolu Sesi" auf. Die Aufsichtsbehörde
für Funk und Fernsehen (RTÜK) hatte gegen die von Istanbul
aus sendende Station wegen eines Beitrags in einer Diskussionssendung
eine Schließung von 180 Tagen verhängt. Die Schließung
wurde mit Ausführungen zum "oppositionellen Charakter"
des Alevitentums begründet. Der Aufhebungsbeschluß der Strafe
durch das Verwaltungsgericht hat vorläufigen Charakter, bis eine
rechtskräftige Entscheidung gefällt wird.
- (Aksam, 9.05.02) Aufregung um Aktion von "Reporter ohne Grenzen".
Eine Europakarte vor einer Pariser Metrostation, auf der die internationale
Journalistenorganisation die Bilder von Verantwortlichen für die
Verletzung von Pressefreiheit in den jeweiligen Ländern zeigt,
hat für eine heftige Reaktion in Ankara gesorgt. Unter den abgebildeten
Personen befindet sich auch Generalstabschef Kivrikoglu, dessen Bild
nun "mit Füßen getreten werde". Nachdem zunächst
seitens der türkischen Botschaft in Paris und des türkischen
Außenministeriums keine Reaktion erfolgt war, geriet Bewegung
in die Angelegenheit, nachdem General Kivrikoglu den französischen
Militäratachee zu sich bestellte. Kivrikoglu kündigte außerdem
an, in Frankreich Klage gegen die Organisation zu erheben. Dann wurde
auch der französische Botschafter einbestellt. Dieser erklärte,
daß es sich um die Aktion einer Nichtregierungsorganisation handele,
er aber den türkischen Standpunkt seiner Regierung übermitteln
werde. Die türkisch-französischen Beziehungen sind nach dem
Beschluß des Pariser Stadtparlaments zur Aufstellung eines Denkmals
zum Gedenken des "Völkermordes an den Armeniern" im vergangenen
Jahr gespannt.
- (Milliyet, 8.05.02) 10.000 Erguvan-Bäume für Istanbul.
Oberbürgermeister Gürtuna erklärte bei der Eröffnung
des jährlichen Erguvan Festes, daß bis zum Jahresende 10.000
neue Bäume in der Region um die Fatih Sultan Mehmet Brücke
und im Gebiet von Kücükarmutlu gepflanzt werden sollen. Die
Judasbäume (Erguvan) mit ihrer zarten rosa Blütenfarbe sind
im Frühjahr eine besondere Attraktion der Stadt.
- (Milliyet, 7.05.02) Bericht des nationalen Erdbebenrates vorgelegt.
Der vor zwei Jahren auf Anweisung von Ministerpräsident Ecevit
ins Leben gerufene Erdbebenrat hat seinen Bericht vorgelegt. Gefordert
wird eine überparteiliche Mobilisierung und die Entwicklung eines
Umsetzungsplans für die vorgesehenen Schadenspräventionsmaßnahmen.
Gefordert wird u.a. daß vordringlich Schlüsseleinrichtungen
wie Brücken, Tunnel, sonstige Infrastruktureinrichtungen (Strom,
Gas, Wasser) sowie Krankenhäuser, Feuerwehrstationen, Schulen und
Sportstadien baulich gesichert werden müssen. Überall in der
Türkei befinden sich schlecht gebaute Häuser, die im Falle
eines Erdbebens eine große Gefahr darstellen. Angeregt wird darum,
daß der Staat Hauseigentümern günstige Kredite zur Sicherung
ihrer Häuser zur Verfügung stellen sollte (Aksam, 7.05.02).
Gefordert wird auch die Einrichtung einer Erdbebendatenbank sowie die
Vernetzung der Meßstationen. Außerdem sollen die Bebauungspläne
unter Erdbebengesichtspunkten neu untersucht werden. Außerdem
müssen regionale Schutzpläne aufgelegt, der Rahmenplan in
die Fünf-Jahres-Planung aufgenommen werden (Aksam, 7.05.02). Auch
muß die Unterweisung von Schülern zum Verhalten bei Erdbeben
fortgesetzt werden. Bei der Präsentationspressekonferenz wurde
außerdem erklärt, daß das Erdbebenrisiko für Istanbul
in den nächsten Jahren ungefähr 60 Prozent erreiche. Außerdem
wurde bekanntgegeben, daß das zur Zeit im Aufbau befindliche Frühwarnsystem
für die Stadt voraussichtlich im Juli einsatzbereit sein wird.
- (Aksam, 7.05.02) Türkische Colleges in Afganistan wiedereröffnet.
Nachdem im vergangenen Jahr die türkischen Schulen in Afganistan
gegen Ende der Taliban-Ära schließen mußten, konnten
sie nun neu eröffnet werden. Staatspräsident Karza lobte die
gute Ausstattung der Schulen.
- (Bianet, 6.05.02) Möbelfabrik im Köy-Kent Projekt Mesudiye
(Ordu) arbeitet mit voller Kapazität. Das
von Ministerpräsident Ecevit favorisierte Köy-Kent Modell,
das darauf zielt, den ländlichen Raum zu entwickeln, scheint mit
der als Kooperative betriebenen Möbelfabrik im Projekt im Landkreis
Mesudiye (Ordu, Schwarzmeer) einen Erfolg verbuchen zu können.
Das Modell zielt auf eine Kooperation mehrerer Dörfer, die eine
gemeinsame verbesserte Infrastruktur erhalten. Die Fabrik, die im Rahmen
eines am 2. September 2000 ins Leben gerufenen Projektes entstand, stellt
Schul- und Gartenmöbel her. Sie arbeitet mit voller Kapazität
und verfügt dennoch über einen Überhang an Bestellungen,
so daß eine Erweiterung geplant ist.
- (Aksam, 6.05.02) Orthodoxes Osterfest.
Am vergangenen Wochenende begingen die türkischen orthodoxen Christen
das Osterfest. In Izmir, Mardin und Istanbul wurden dazu besondere Messen
veranstaltet.
- (Aksam, 6.05.02) Vereinte Nationen: Istanbul ist schlecht auf ein
Erdbeben vorbereitet. Ein Bericht der schweizer
"Sonntagszeitung" verweist auf eine Untersuchung im Auftrag
der Vereinten Nationen, die im Falle eines schweren Erdbebens in Istanbul
von 55.000 Toten und Tausenden Schwerverletzten ausgeht. In dem Zeitungsbericht
wird außerdem ein deutscher Berater zitiert, der erklärte,
daß im Falle einer Verbesserung der Notfallplanung und medizinischer
Hilfen, die Zahl möglicher Opfer um 80 % gesenkt werden könne.
weitere Kurzmeldungen
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