Jahrgang 2 Nr. 19 vom 11.05.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Radikal, 10.05.02) Gemeinsame Tourismusanalyse von Tourismus-Ministerium und Staatlichen Statistikinstitut vorgestellt. Eine Befragung ausreisender Touristen ergab, daß von den 13.45 Millionen Touristen des vergangenen Jahres 12,4 Milliaden Dollar ausgegeben wurden. Dabei lagen die Pro-Kopf-Ausgaben der einheimischen Touristen mit 1.600,00 Dollar deutlich höher als die der ausländischen. Touristen mit deutschem Pass gaben Pro-Kopf 718 Dollar, Touristen mit Pässen der Russischen Föderation Pro-Kop 1237 Dollar aus. Während bei den ausländischen Touristen als Reisegrund Urlaub mit 52,3 % am häufigsten genannt wurde, stand bei den aus dem Ausland einreisenden Türken mit 58,2 % der Besuch von Verwandten an erster Stelle. Immerhin 5 % der ausländischen und 2 % der Auslandstürken gaben als Reisegrund "Handel/Messebesuch" an. Kulturtourismus erreichte 9,2 % der Nennungen bei den ausländischen Besuchern. (Detailinformationen, türkisch).
  • (Milliyet, 9.05.02) Gesetzentwurf zur 'Zwangspensionierung' im öffentlichen Dienst. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß Personal mit Beamtenstatus bis zum Jahr 2004 pensioniert wird, sofern in einem Zeitraum von 30 Jahren 15 Dienstjahre absolviert und das 61. Lebensjahr vollendet wurde. Eine automatische Pensionierung - auch gegen den Willen der Beschäftigten - war auf die Tagesordnung gekommen, nachdem der Internationale Währungsfond einen Abbau von (seiner Meinung nach) überzähligem Personal im Öffentlichen Dienst gefordert hatte.
  • (Milliyet, 9.05.02) Kocbank und UniCredito stehen kurz vor Einigung. Mit Bezug auf eine Meldung in der Financial Times wurde mitgeteilt, daß eine grundsätzliche Einigung über eine Partnerschaft beider Finanzinstitutionen erreicht sei und nur noch über Details verhandelt werde. Mit einem Vertrag werde im Juni gerechnet. Auf türkischer Seite bezieht sich die angestrebte Vereinbarung auf die gesammte Kocbank-Gruppe, zu der auch die Koc Allianz Versicherung, Leasing und Auslandsniederlassungen gehören.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 8.05.02) 18,7 % Steigerung im Produzierenden Gewerbe. Die Bekanntgabe der März-Daten des Produktionsindex des Staatlichen Statistikinstitutes zeigt eine starke Belebung des produzierenden Gewerbes an. Erstmals seit mehr als einem Jahr stieg der Index wieder über den Stand von 1997 (102 Punkte; 1997 = 100). Der Anstieg des Gesamtindex betrug 18,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Er überschreitet damit den Rückgangswert im Vorjahr um 11,1 %. Die Industrieproduktion stieg um 20,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Das produzierende Gewerbe weist demnach ein Wachstum von durchschnittlich 3,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf. Die stärksten Zuwächse erzielten die Hersteller von Büromaschinen (290 %), medizinische Geräte (63 %) und Papier/Papierprodukte (47 %).
  • (Aksam, 7.05.02) Steigende Probleme trotz steigender Exporte. Der Vorsitzende des Verbandes der Exporteure (TIM) warnte, daß der Anstieg der Exporte kein Zeichen für eine wirtschaftliche Belebung sei. Der Anstieg gehe auf einige wenige Sektoren zurück, während andere deutliche Einbußen zu verzeichnen hätten. Die Aksam zitiert den Vorsitzenden von TIM, Oguz Satici, folgendermaßen: "Die Inflationszahlen fallen niedrig aus. Aber von diesen niedrigen Werten kann das Volk nicht profitieren. Die Zinsen sinken, aber das wirkt sich nicht auf die Industrie aus. Falls sich die Zinssenkung auswirken könnte, so nützt dies zumindest deshalb niemanden, weil die Rahmenbedingungen für die Aufnahme oder Vergabe von Krediten bisher nicht ausgetestet wurde. Der einzige Indikator ist das Sinken der Importe, weil er zeigt, daß Investition und die Einfuhr von Vorprodukten gefallen ist. Man kann Probleme eine Weile aufschieben. Aber solange die Exporte nicht wirklich gesteigert werden, ist das Ergebnis immer ein Verlust."
  • (Aksam, 7.05.02) Finanzministerium plant weiterhin Entfall des Quellennachweises bei Kapitalaufstockung von Unternehmen bis Anfang des Jahres 2003. Obwohl bereits mehrfach dementiert, meldet die Aksam, daß das Finanzministerium weiterhin plant, bis Anfang des Jahres 2003 zur Kapitalaufstockung von Unternehmen verwendetes Kapital von der Verpflichtung des Quellennachweises freizustellen. Befürworter der Regelung erhoffen sich davon die "Heimkehr" von ins Ausland transferierten Kapitals.

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