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- (Hürriyet, 17.05.02) Annan-Besuch auf Zypern ein Erfolg für
die türkische Seite. Nachdem im Vorfeld
des Besuchs des UN-Generalsekretärs Annan auf Zypern erwartet worden
war, daß dieser vor allem Druck auf die türkische Seite machen
werde, lassen seine Schlußerklärungen eine Einstellungsänderung
vermuten. Nach dem Bericht der Hürriyet habe Annan erklärt,
daß die Regierung der Republik Zypern nicht die gesamte Insel
repräsentiere. Auch habe der UN-Generalsekretär die These
unterstützt, daß bei dem neuzugründenden Staat zwei
Fahnen und zwei Nationalhymnen vorzusehen seien. Auch im Hinblick auf
den Zeitplan der Gespräche folgte der Generalsekretär der
türkisch-zypriotischen Vorstellung: bis zum Juni sollten Fortschritte
in den grundlegenden Fragen erzielt, ein Vertrag bis Dezember geschlossen
werden. (Wie aus einer kleinen Zeitungsauswertung griechischer Zeitungen
ersehen werden kann, die in der Tagesezeitung "Radikal" am
18.05.02 wiedergegeben wurde, ist die dargestellte Bewertung des Annan-Besuches
sicher nicht ununstritten: Die angeführten Zeitungen werden mit
dem Tenor wiedergegeben, daß Annan nichts erreicht habe ...)
- (Milliyet, 17.05.02) Amnestiegesetz erst in kommender Woche.
Die Plenarsitzung des türkischen Parlaments über das hochumstrittene
Amnestiegesetz mußte aufgrund mangelnder Beschlußfähigkeit
abgebrochen und auf die kommende Woche vertagt werden.
- (Bianet, 16.05.02) Ehrendoktorwürde für Yasar Kemal.
Im Rahmen eines dreitägigen Symposiums wird dem Schriftsteller
Yasar Kemal die Ehrendoktorwürde der Ankaraner Bilkent Universität
verliehen. An dem internationalen Symposium nimmt auch der französische
Bildungsminister Jack Lang teil, dem ebenfalls die Ehrendoktorwürde
der Universität verliehen wird.
- (Bianet, 16.05.02) Reporter ohne Grenzen zur Ausstellung in Paris.
Nach einem Angriff auf die Ausstellung, bei der auch Passanten mit Tränengas
angegriffen wurden, zeigte sich die französische Organisation "Reportre
Sans Frontiers" beunruhigt. Zwar konnte nach dem Farbanschlag von
Aktivisten der Isci Parti die Installation (eine Landkarte mit Portraits
von Personen, die im besonderen Maße für Einschränkungen
der Pressefreiheit in den jeweiligen Ländern verantwortlich gemacht
werden) wiederhergestellt werden. Als am folgenden Tag aber erneut ein
Angriff versucht wurde, entschied sich die Organisation, ihre Ausstellung
abzubrechen. Der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, Robert
Menard, erklärte, daß seitens der türkischen Regierung,
der Privatwirtschaft oder anderer Institutionen kein Druck ausgegangen
sei. Das in der türkischen Presse dieser Eindruck habe entstehen
könne, erklärte sich Menard damit, daß man wohl, weil
in der Türkei Dinge auf diese Weise geklärt werden, auf diesen
Gedanken gekommen sei. In der türkischen Presse war vor allem daran
Anstoß genommen worden, daß das Portrait des türkischen
Generalstabschefs "mit Füßen" getreten werde. Menard
erklärte, daß seine Organisation weder in der Einstellung
zur Einladung noch sonst in irgendeiner Weise eine solche Assoziation
nahegelegt habe und auch nicht dieses Ziel verfolgt. Das erfolgte Einreiseverbot
nachdem Reporter ohne Grenzen eine Pressekonferenz in der Türkei
durchführen wollte, sei bedauerlich.
- (Hürriyet, 16.05.02) Prozeß wegen EMails von EU Botschafterin
Fogg begonnen. An dem Prozeß gegen den
Vorsitzenden der Isci Parti Perincek nahmen neben dem zweiten Angeklagten
Yalcin auch 40 Rechtsanwälte teil. Zu seiner Verteidigung verwies
Perincek darauf, daß auch während des Befreiungskrieges die
Post des britischen Geheimdienstes an Ankara weitergeleitet worden sei.
Er warf Frau Fogg vor, mit ihren Tätigkeiten der Türkischen
Republik und der Türkischen Republik Nord-Zypern zu schaden sowie
mit einigen Journalisten und Gewerkschaften eine geheime Verbindung
eingegangen zu sein. Aus diesem Grund forderte Perincek, freigesprochen
zu werden.
- (Milliyet, 16.05.02) Türkisch-syrische Beziehungen.
Eine türkische Delegation unter Führung des ehemaligen türkischen
Außenministers Ilter Türkmen wurde im Rahmen eines Damaskus-Besuchs
von Präsident Assads Stellvertreter, Abdülhalim Haddam empfangen.
Haddam erklärte, daß in den türkisch-syrischen Beziehungen
50 Jahre "vergeudet" wurden. Die "Akte PKK" sei
endgültig geschlossen und auch beim Problem um die Wassernutzung
der grenzüberschreitenden Flüsse gäbe es keine unlösbaren
Probleme. Syrien unterstütze einen Beitritt der Türkei zur
EU. Ein amerikanischer Angriff auf den Irak würde zum Zerfall dieses
Staates führen und zu einer Gefährdung in der Region, ja der
ganzen islamischen Welt führen.
- (Bianet, 15.05.02) Bauhausfotographien bis zum 20. Mai im Yapi
Kredi Kulturzentrum Istanbul. Die ausgestellten
124 Fotographien tragen weniger einen künstlerischen als vor allem
einen dokumentarischen Charakter. Die Ausstellung, die bereits zuvor
in Ankara, Izmir und Eskisehir gezeigt wurde, erfolgt in Zusammenarbeit
mit dem Goethe Institut.
- (Bianet, 15.05.02) Freispruch in einem Verfahren wegen Antrag auf
kurdischsprachigen Unterricht. Das Staatssicherheitsgericht
hat 17 Häftlinge vom Vorwurf der Unterstützung der PKK freigesprochen.
Der Freispruch der Häftlinge, die aufgrund verschiedener Verurteilungen
einsitzen, erfolgte aus Mangel an Beweisen für eine schuldhafte
Absicht.
- (Milliyet, 15.05.02) Bauministerium unterliegt ein weiteres Mal
bei Klage wegen Preiserhöhung bei Autobahn- und Brückengebühren.
Nachdem zuvor bereits ein türkischer Verbraucherverband vor dem
Verwaltungsgericht eine einstweilige Aussetzung der Erhöhung von
Autobahn- und Brückenbebühren erwirken konnte, entschied nun
das 4. Verwaltungsgericht Ankara, daß die im vergangenen Sommer
erfolgte Erhöhung rechtswidrig sei. Das Gericht kam zu der Auffassung,
daß zwar grundsätzlich Gebühren erhoben werden könnten,
daß jedoch Erhöhungen sich an objektiven Kriterien orientieren
müßten. Da das Bauministerium sich bisher weigerte der einstweiligen
Anordnung Folge zu leisten, bleibt abzuwarten, ob dieses Urteil durchgesetzt
werden kann.
- (Milliyet, 15.05.02) Türkische Regierung verpflichtet sich
zu Maßnahmen zur Verbesserung der Meinungsfreiheit.
Im vom türkischen Schriftsteller Ahmet Altan wegen einer Schrift
aus dem Jahr 1995 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
eröffneten Verfahren erklärte sich die türkische Regierung
zu einer einvernehmlichen Lösung bereit: Sie verpflichtete sich
den Paragraphen 312 Türkisches Strafgesetzbuch und das Antiterrorgesetz
in Einklang mit dem Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention
zu bringen.
- (Aksam, 14.05.02) Positiver Bericht des britischen Parlaments zur
EU-Kandidatur der Türkei. Der im außenpolitischen
Ausschuß des Parlaments verabschiedete Bericht merkt zwar an,
daß die Armut in der Türkei deutlich gesenkt werden müsse,
vergleicht aber das Land auch mit Portugal zum Zeitpunkt des EU-Beitritts.
Im Bericht wird die britische Regierung außerdem aufgefordert,
sollte der Beitritt der Türkei mit Hinweis auf ihre "andere
Kultur und Religion" kritisiert werde, dem strikt entgegenzutreten.
- (Milliyet, 14.05.02) Rechnungshof rügt Wohungsbauministerium.
In einer Bewertung der Tätigkeiten des Wohnungsbauministeriums
nach dem Marmara-Erdbeben und dem von Düzce (1999) kommt der Rechnungshof
zu dem Schluß, daß die Schadensfeststellung nach sachgemäß,
Transparenz nicht ausreichend hergestellt und durch Verspäte Erteilung
von Genehmigungen Baukosten vermehrt wurden.
- (Aksam, 12.05.02) DYP Kommunalmodell für Istanbul.
Die DYP-Voristzende Ciller hat ein Modell für Istanbul vorgestellt,
nach dem in Zukunft die Bezirksparlamente aufgehoben und unter dem Dach
eines Parlaments für die gesammte Stadt zusammengefaßt werden
sollte. Dieses Parlament solle den Oberbürgermeister wählen,
der zugleich auch die Provinz Istanbul vertreten solle. Das Modell solle
nun mit zivilgesellschaftlichen Initiativen diskutiert werden.
- (Istanbul Post, 11.05.02) Grüne Generalsekretärin Claudia
Roth spendet Erlös aus Beleidigungsklage an Frauenhäuser-Stiftung.
1995 hatte der damalige Staatsminister Ayvaz Gökdemir (DYP) Frau
Roth eine "Hure" genannt. Frau Roth hatte dagegen Klage erhoben
und 1997 eine Entschädigung in Höhe von 740 Millionen TL erstritten
(Hürriyet, 12.05.02). Damals hatte Frau Roth erklärt, sie
wolle dieses Geld einer Organisation stiften, die sich um die Interessen
von Prostituierten kümmere. Weil eine solche Organisation jedoch
nicht gefunden werden konnte, blieb das Geld bis gestern unangetastet
und wuchs mit Zinsen auf einen Betrag von 7 Milliarden TL an. Das Geld
wurde nun mit einer kleinen Feier im Haus des deutsch-türkischen
Dialogs (Istanbul) an die Frauenhäuser-Stiftung "mor cati"
(lila Dach) übergeben.
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