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- (Aksam, 25.05.02) Erstes Freitagsgebet mit Frauenbeteiligung.
Nachdem eine Konferenz des Amtes für religiöse Angelegenheiten
(Diyanet Bakanligi) am vergangenen Wochenende ein religiöses Gutachten
(Fetva) verabschiedete, nachdem Frauen auch am Freitagsgebet teilnehmen
können, erschienen am vergangenen Freitag erstmals auch Frauen
in den Moscheen. Das das religiöse Urteil nicht von allen Muslimen
sofort geteilt wurde, zeigte sich an den Äußerungen einiger
Abgeordneter, als auch Frauen am Freitagsgebet in der Parlamentsmoschee
teilnahmen.
- (Aksam, 24.05.02) Staatspräsident Sezer reicht beim Verfassungsgericht
Klage gegen Amnestiegesetz ein. Nach seiner Umgehenden
Bestätigung des Gesetzes, gegen daß er bereits einmal Veto
eingelegt hatte, erklärte der Staatspräsident, daß er
Klage vor dem Verfassungsgericht erhoben habe. Das Gesetz habe für
ein Amnestiegesetz nicht die erforderliche Mehrheit gefunden. Die Regierungsparteien
vertreten jedoch den Standpunkt, es handele sich bei dem Gesetz nicht
um ein Amnestie-, sondern um ein Strafverkürzungsgesetz ("Aussetzung
einer Strafe zur Bewährung").
- (Bianet, 23.05.02) 51. Toter im Hungerstreik gegen die Hochsicherheitsgefängnisse.
Am 240. Tag seines Hungerstreiks verstarb Okan Külekci.
- (Milliyet, 22.05.02) Prozeß zur zwangsweisen Durchsetzung
von Namensänderungen abgeschlossen. Das
Gericht in Dicle, Provinz Diyarbakir wies den Antrag der Staatsanwaltschaft,
die Namen von 23 Kindern zu ändern, weil sie Kod-Namen, die von
der PKK verwendet würden, entsprächen, zurück.
- (Aksam, 22.05.02) Tschetschenischer Terrorist profitiert von Amnestiegesetz.
Der tschetschenische Terrorist Abdurrahmanov, der wegen seiner Beteiligung
an der Entführung der Fähre Avrasya zunächst eine Haftstrafe
verbüßte, dann aber 1997 fliehen konnte, wurde aufgrund des
Amnestiegesetzes auf freien Fuß gesetzt. Abdurrahmanov war in
einem Haus im Istanbuler Stadtteil festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft
beim Staatssicherheitsgericht kam zu dem Schluß, daß die
ausstehende Haftstrafe im Rahmen des Amnestiegesetzes geprüft werden
müsse und überwies die Angelegenheit an das 7. Strafgericht
Istanbul, das die Freilassung Abdurrahmanows veranlaßte.
- (Aksam, 22.05.02) Staatspräsident erhebt Klage gegen RTÜK-Gesetz.
Einen Tag nach Bestätigung des Gesetzes erhob Staatspräsident
Sezer Klage vor dem Verfassungsgericht. Der 16-seitige Antrag zielt
auf die sofortige Aussetzung einiger Bestimmungen sowie die Aufhebung
einzelner Paragraphen. Der Antrag richtet sich gegen mögliche Monopolisierungsgefahren,
die Höhe der Strafen und die Wahl der RTÜK-Aufsichtsratsmitglieder
durch das Parlament.
- (Milliyet, 21.05.02) Schwierigkeit bei der Besetzung von Stellen
im Öffentlichen Dienst in Istanbul. Das
hohe Preisniveau, Verkehrsprobleme und Erdbebenangst haben dafür
gesorgt, daß die staatlichen Arbeitgeber Probleme haben, offene
Beamtenstellen in Istanbul zu besetzen. Es werde nun überlegt,
ob eine Zulage gezahlt werden solle. In Istanbul sei jede 5. Planstelle
unbestetzt.
- (Milliyet, 21.05.02) RTÜK-Gesetz bestätigt.
Staatspräsident Sezer hat das in der vergangenen Woche verabschiedete
Gesetz über die Aufsichtsanstalt für Funk und Fernsehen (RTÜK)
gestern bestätigt. Das hochumstrittene Gesetz mußte seitens
des Präsidenten bestätigt werden, weil ihm laut Verfassung
ein zweites Vetorecht gegen ein Gesetz, das nach einem Veto unverändert
erneut verabschiedet wird, nicht zusteht.
- (Aksam, 21.05.02) Bewässerungswirtschaft statt Regengebete.
Da in den vergangenen 2 Monaten in Edirne und Kirklareli weniger Niederschlag
fiel als erwartet, haben die Bauern begonnen, öffentliche Regengebete
abzuhalten. Der Gouverneur der Region Yücel erklärte, daß
es jedoch wirksamer sei, wenn die Bauern zunächst zur Bewässerungswirtschaft
übergingen. Bewässerungswirtschaft erhöhe nicht nur den
Ertrag, sondern mache auch unabhängiger von den Wechselfällen
des Wetters.
- (Aksam, 21.05.02) Staatsminister Dervis zur Diskussion über
vorgezogene Wahlen. Auch wenn sich Kemal Dervis
in der Regierung mit seiner These, daß vorgezogene Wahlen der
wirtschaftlichen Stabilisierung keinen Schaden zufügen würden,
keine Freunde macht, vertritt er öffentlich die Auffassung, daß
in einer Situation, in der die Öffentlichkeit ohnehin beständig
über Neuwahlen spekuliert, eine Terminierung mehr Sicherheit für
langfristige Investitionen schaffen würde. In einem Interview mit
der Agentur Reuters erklärte Dervis außerdem, daß der
aktuelle Wechselkurs für die Wettbewerbsfähigkeit der türkischen
Wirtschaft günstig sei. Im Hinblick auf die andauernden Beratungen
mit dem IMF erklärte er, daß es bei der Erfüllung der
bis Ende Mai vorgesehenen Aufgaben eine Verzögerung von 8 bis 10
Tagen geben könne. Staatsminister Tunca Toskay (MHP) und Finanzminister
Vural (DSP) sprachen sich gegen weitere Diskussionen über vorgezogene
Neuwahlen aus.
- (Hürriyet, 20.05.02) Falsche Versprechungen bei Haustürgeschäften
können als Betrug bewertet werden. Nach
einer Entscheidung des Kassationsgerichtshofes können künftig
falsche Versprechungen bei Haustürgeschäften als Betrug bewertet
und mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren bestraft werden.
- (Bianet, 20.05.02) Kommunale Arbeitgeber kommen Zahlungsverpflichtungen
nicht nach. Nach einer Erklärung der Gewerkschaft
der kommunalen Beschäftigten TÜM Kamu Sen wurden in vier Istanbuler
Stadtbezirken die Leistungen für eine Art "vermögensbildende
Leistungen" (zorunlu tassaruf) nicht gezahlt. In zwei weiteren
Stadtbezirken wurden die laut Gesetz fälligen Gewerkschaftsbeiträge
nicht überwiesen.
- (Bianet, 20.05.02) Arbeitsbedingungen bei den Medien verschlechtern
sich. Einer Erklärung des Cagdas Gazetici
Dernegi zufolge, gehen die Entlassungen im türkischen Mediensektor
weiter. Gleichzeitig haben die Arbeitgeber den Arbeitsmarktdruck genutzt,
um vielerorts die Löhne massiv zu senken.
- (Milliyet, 19.05.02) Van-See könnte GAP-Projekt gefährden.
Eine der letzten Arbeiten des im Januar verstorbenen Geologen Aykut
Barka beschäftigte sich mit dem Van-See. Er kommt in einem Gutachten
zu dem Schluß, daß der kontinuierliche Anstieg des Wasserspiegels
des Sees nicht auf geologische Veränderungen, sondern auf die Wetteränderungen
in Folge des Staudammprojekts GAP zurückzuführen sei. Nach
Barkas Anaylse sei der Wasserspiegel durch vermehrte Regenfälle
in den letzten Jahren um 75 Meter gestiegen. Da der Van-See keinen natürlichen
Abfluß hat, sei abzusehen, daß der Anstieg des Wasserspiegels
anhalte. Sollte der See um weitere 75 m ansteigen, sei zu befürchten,
daß sich das salzhaltige Wasser in einen Quellfluß des Tigris
ergieße und die Stauseen erreiche.
- (Aksam, 18.05.02) Asik Mahzuni Serif gestorben.
Im Alter von 63 verstarb der türkische Volksmusiker in einem Krankenhaus
in Köln. Mahzuni brachte mehr als 500 Platten und ca. 50 Kassetten
heraus. Der der alevitisch-bektaschischen Musiktradition folgende Mahzuni
hatte in den 70er Jahren auch politische Musik herausgebracht und im
Gefängnis gesessen.
- (Bianet, 17.05.02) "Woche der Verschwundenen" begonnen.
Vom 17. bis zum 31. Mai wird international durch Aktionen und Veranstaltungen
auf das Schicksal von im Polizeigewahrsam "Verschwundenen"
hingewiesen. Der 4. internationale Kongreß zum Thema findet in
diesem Jahr in Nürnberg statt. In Istanbul ist für den 19.
Mai geplant, vor dem Galatasaray Lisesi Nelken niederzulegen, am 26.
Mai im BEKSAV eine Versammlung abzuhalten und am 26. Mai im "Kayiplar
Ormani" Bäume für die Verschwundenen zu pflanzen.
weitere Kurzmeldungen
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Erstes Freitagsgebet mit Frauenbeteiligung
Staatspräsident Sezer reicht beim
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