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- (Aksam, 14.06.02) Nach neuem Beispielurteil bleibt Tayyip Erdogan
nicht wählbar. Nach einem Urteil des Kassationsgerichtshofes
im Fall des Besitzers der Yeni Asya Zeitung Mehmet Kutlular ist durch
die Änderung des § 312 Türkisches Strafgesetzbuch (TSGB)
im Rahmen des zweiten Anpassungspaketes kein Wiederaufnahmegrund für
das Verfahren eingetreten. Eine Verurteilung nach § 312 TSGB führt
nach dem geltenden Wahlgesetz zugleich zum Verlust der Wählbarkeit
zum Parlament. Hiervon ist insbesondere der Vorsitzende der AKP, Tayyip
Erdogan, der ebenfalls nach dieser Bestimmung verurteilt wurde, betroffen.
Erdogans Partei würde Meinungsumfragen zufolge bei Neuwahlen stärkste
Partei.
- (Milliyet, 13.06.02) 1 Million illegaler Einwanderer in der Türkei.
Der Oberkommandierende der Gendamerie Orgeneral Aytaç Yalman
erklärte, daß sich schätzungsweise eine Million illegaler
Einwanderer in der Türkei aufhielten. Nach Yalmans Einschätzung
ist der amerikanische Vorwurf, die Türkei unternehme nicht genug
gegen Menschenhandel und -schmuggel, ungerecht. Im vergangenen Jahr
seien 92.000 illegale Einwanderer festgenommen worden.
- (Aksam, 13.06.02) Neue Ausländerpolitik in Holland: Politik
gegen ausländische Familien. Im Koalitionsprotokoll
der zukünftigen niederländischen Regierungsparteien findet
sich ein Maßnahmepaket, das auf die Verringerung der Zuwanderung
aus Nicht-EU-Staaten zielt. Betroffen werden nach Einschätzung
der Aksam vor allem Marokkaner und Türken. Die Pläne sehen
vor, die Einreise von Ehegatten an ein Mindesteinkommen des in den Niederlanden
lebenden Ausländers zu binden. Außerdem muß die Kursgebühr
für den verpflichtenden Eingliederungskurs in Höhe von 6600
Euro zunächst bezahlt werden. Nach Abschluß des Kurses soll
die Hälfte der Gebühr erstattet werden. Das Mindestalter für
den nachziehenden Ehegatten soll von 18 auf 21 Jahre heraufgesetzt werden.
Gleichzeitig soll das Höchstalter für den Familiennachzug
von Kindern von 18 auf 16 Jahre gesenkt werden.
- (Bianet, 12.06.02) Journal.net eingestellt.
Journal.net wurde am 1. April 2000 als Nachrichten-Site eröffnet.
Weil es nicht gelang, eine ausreichende finanzielle Basis zu sichern,
mußte das Projekt zum 12. April seine Arbeit einstellen.
- (Bianet, 11.06.02) Türkei im DEP-Verfahren zu 650.000 Euro
Schadensersatz verurteilt. Der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte die Türkei wegen
des Mandatsentzuges von Abgeordneten der kurdischorientierten DEP zu
einer Schadenersatzleistung von 650.000 Euro. Der Entzug der Parlamentsmandate
der DEP-Politiker sei angesichts eines fehlenden eigenen Verschuldens
an der Schließung der Partei unverhältnismäßig
und verstoße darum gegen das Protokoll Nr. 1 der Europäischen
Menschenrechtserklärung.
- (Milliyet, 11.06.02) Gesetzentwurf für "staatliche Stiftungen"
soll "Zwangsspenden" abschaffen. Im
Zuge der Kabinettssitzung vom vergangenen Montag wurde der Entwuf eines
Gesetzes zur Regelung der Tätigkeit von Stiftungen, die in das
Gefüge staatlicher Institutionen eingebettet sind, beraten. Der
Gesetzentwurf sieht vor, daß zukünftig keine zwangsweisen
Spenden erhoben werden dürfen. Bisher müssen bei vielen öffentlichen
Institutionen neben den anfallenden Gebühren auch Spenden an solche
Stiftungen abgegeben werden.
- (Milliyet, 11.06.02) SHP und HADEP erklären enge Zusammenarbeit.
Bei der ersten gemeinsamen Pressekonferenz der Vorsitzenden der neugegründeten
SHP (Murat Karayalçin), und der HADEP (Murat Bozlak) wurde erklärt,
daß die SHP zur Verwirklichung von Demokratie und sozialer Demokratie
mit der HADEP zusammenarbeiten wolle. Die HADEP wiederum erklärte,
daß mit der Zusammenarbeit zugleich das Ziel eines schnellen Abschlusses
des Demokratisierungsprozesses verbunden sei.
- (Aksam, 9.06.02) Prüfungen für den Übergang zur
gymnasialen Oberstufe durchgeführt. Die
landesweiten Prüfungen zum Übergang von der orta okul zum
lise (gymnasiale Oberstufe) wurden am 9. Juni durchgeführt. Teilgenommen
haben 562165 Schülerinnen und Schüler. Die Prüfung dauerte
2 Stunden. Die Ergebnisse werden in der letzten Juli-Woche bekanntgegeben.
Von der erreichten Punktzahl hängt ab, ob ein Schüler berechtigt
ist, eine bestimmte weiterführende Schule zu besuchen.
- (Milliyet, 8.06.02) Neues Schuljahr beginnt am 9. September.
Das Bildungsministerim gab bekannt, daß das neue Schuljahr am
Montag, 9. September beginnt und am 13. Juni 2003 endet. Das erste Halbjahr
endet am 31. Januar. Das zweite Halbjahr beginnt am 17. Februar.
- (Aksam, 8.06.02) Deutsches Außenministerium: Menschenrechtslage
in der Türkei nach wie vor unbefriedigend.
In dem von Außenminister Fischer vorgestellten Bericht wird insbesondere
kritisiert, daß nach wie vor Folter auf Polizeirevieren vorkomme
und die Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt sei.
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