| |
- (Aksam, 4.07.02) Militär lehnt weiteres Entgegenkommen der
Türkei bei der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik
ab. Anläßlich des Empfangs zum amerikanischen
Unabhängigkeitstages in der amerikanischen Botschaft erklärte
der stellvertretende Generalstabschef Büyükanit, daß
mit dem im vergangenen Jahr in Ankara ausgehandelten Kompromiß,
"der äußerste Punkt erreicht sei". Der Kompromiß
scheiterte bisher am Einspruch Griechenlands. Im Mittelpunkt der Kontroverse
stehen das Einsatzgebiet sowie die Beteiligung der Türkei bei der
Entscheidung über militärische Einsätze.
- (Aksam, 3.07.02) MHP Abschiedsbotschaft für EU-Botschafterin
Fogg. Nach einem Besuch erklärte der stellvertretende
MHP Parteivorsitzende Yahnici mit: "Wir glauben, daß Frau
Fogg in Zukunft auf der Führungsebene von EU und ihren Mitgliedsstaaten
eine Botschafterin des guten Willens sein wird. Frau Fogg hat von Zeit
zu Zeit die Türkei hinterfragt, vielleicht auch angeklagt oder
es ist uns so vorgekommen. Aber eines ist sicher: Aufgrund dieses Hinterfragens
ist Frau Fogg diejenige in der EU-Verwaltung, die die Türkei und
die Türken am besten kennt. Ich glaube, daß dies der Türkei
zum Vorteil gereichen wird."
- (Aksam, 3.07.02) EMEK-Plattform übt heftige Kritik an der
Regierung. Dem Bündnis aus Gewerkschaften
und Kammern zufolge untergräbt die Regierung die Motivation der
produzierenden Kreise. Zwischen Politik und Gesellschaft herrsche eine
Vertrauenskrise. Weiterhin heißt es: "In der Türkei
gibt es eine Regierungslücke und ein Führungsproblem. Die
Regierung hat ihre Führungsrolle bei der Lösung der Probleme
des Landes verloren. In der Beitrittspolitik zur EU zeichnet sie das
Bild eines führungslosen Landse." Die Entscheidung, ob sich
die Mitgliedsorganisationen der Plattform aus dem Wirtschafts- und Sozialrat
zurückziehen, soll am 16. Juli bei einem Treffen in Yalova getroffen
werden.
- (Aksam, 3.07.02) Wirtschaft unterstützt weiter Wirtschaftsprogramm,
fordert aber unverzügliches Handeln. Die
Tagung des erweiterten Vorstands des Dachverbandes der türkischen
Kammern und Börsen (TOBB) erbrachte eine offene Bestätigung
für die Unterstützung des Wirtschaftsprogramm. Im Hinblick
auf die politische Instabilität wurde eine Formel veröffentlicht:
"Es darf nicht vergessen werden, daß in demokratischen Gesellschaften
der Lösungsmechanismus ein politischer ist. Die erlebte Blokade
der Politik muß überwunden werden. Wir glauben fest daran,
daß unser Ministerpräsident, dessen Liebe zu unserem Land
und dessen Verdienste von jedem anerkannt werden, durch die Entscheidungen,
die er treffen wird, noch vor einem Abdriften ins Chaos die Ungewißheit
beseitigen wird." Außerdem erging an das Parlament der Aufruf,
so schnell wie möglich die die Inflation und das Steuerrecht betreffenden
Gesetze sowie das Gesetz für Ausländische Investitionen zu
verabschieden sowie Entscheidungen zur Privatisierung und Korruptionsbekämpfung
zu treffen. Im Hinblick auf Neuwahlen wurde bekräftigt, daß
nach Ansicht von TOBB zuvor das Parteien- und das Wahlgesetz geändert
werden müssen.
- (Aksam, 2.07.02) Zusammenarbeit von Polizei und Universität
in Bursa. Durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung
zwischen der Sicherheitsdirektion Bursa und der Uludag Universität
soll die Universität zur Durchführung kriminologischer Untersuchungen
neben Datenbeständen der Stadtverwaltung Bursa auch die Daten der
Polizeidirektion nutzen können. Die Vereinbarung umfaßt 16
Projekte, zu denen Arbeitsgruppen bereits mit Vorbereitungen begonnen
haben.
- (Bianet, 2.07.02) Verheugen erklärt, daß die Kopenhagener
Kriterien keine Verhandlungsmasse darstellten.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das breites
Echo in der türkischen Presse fand, erklärte Verheugen, daß
eine nachgiebigere Haltung der Türkei bei der Europäischen
Sicherheits- und Verteidigungspolitik oder bei der Lösung des Zypern-Problems
nicht ausreiche, um einen Termin für den Beginn der Beitrittsverhandlungen
zu erhalten. Dazu müssen alle politischen Bedingungen der Kopenhagener
Kriterien erfüllt sein. Der für die EU-Erweiterung zuständige
Kommissar Verheugen erklärte weiterhin, daß die Türkei
mehr Anstrengungen unternehmen müsse, um die selbstgesteckten Ziele
zu erfüllen.
- (Aksam, 2.07.02) Treffen der Koalitionsspitzen.
Die Vorsitzenden der Koalitionsparteien erklärten nach einen 2
1/2-stündigen Treffen, daß sie am vorgesehenen Termin für
Neuwahlen im April 2004 festzuhalten gedenken. Außerdem erklärten
sie, daß über die Frage der EU-Reformen die Regierung nicht
zerbrechen solle. In einer schriftlichen Erklärung im Anschluß
an das Treffen wurde weiterhin erklärt, daß die Kabinettsitzungen
in den Sommermonaten jeweils mittwochs durchgeführt werden sollen.
Außerdem solle kurzfristig der Planungsrat (Yüksek Planlama
Kurulu) einberufen werden.
- (Bianet, 1.07.02) Türkisch-armenischer Dialog.
Mit einer zweitägigen Konferenz in Istanbul begann ein Dialog zwischen
Intellektuellen beider Länder, der unabhängig von staatlicher
Politik zur Verständigung beider Völker beitragen will. Auf
der Tagesordnung standen eine Lageanalyse, die Analyse der historischen
Hintergründe der aktuellen Situation, die Rolle von Medien und
Intellektuellen in den gegenseitigen Beziehungen sowie die Entwicklung
von zukunftsgerichteten Perspektiven. Der Beitrag in Bianet hebt stark
darauf ab, daß in der Türkei die Bevölkerung, ohne zunächst
informiert zu sein, bereits zu einer Haltung gegenüber den Armeniern
gebracht worden sei. Der Herausgeber der armenischen Wochenzeitung Argos
(Istanbul), Drank, erklärte, daß versucht werden solle, ohne
die Vergangenheit zu verdrängen, aber auch ohne sich durch die
Vergangenheit die Zukunftsperspektive verstellen zu lassen, auf allen
Gebieten, in denen die Beziehungen unzureichend sind, kontinuierlich
Projekte entwickelt werden sollen.
- (Aksam, 1.07.02) Bericht des türkischen Innenministeriums
zu Migration und Menschenhandel. Dem Bericht zufolge
ist die Türkei sowohl Ausgangs- und Transit- als auch Aufnahmeland
für Migranten. Dem Bericht zufolge haben die verstärkten Grenzkontrollen
der Türkei dazu geführt, daß sich die Wege des Menschenschmuggels
langsam nach Irak-Syrien-Libanon und Iran-Kaukasus-Ukraine verlagert
haben. Aber auch türkische Bürger versuchten, auf illegalem
Wege in die EU zu gelangen. Insofern sei die Türkei auch Ausgangsland.
Gleichzeitig sei die Türkei auch Zielland für illegale Einwanderung
aus den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Derzeit sind verschiedene
Gesetze in Vorbereitung, die das Vorgehen gegen illegale Migration erleichtern
sollten. Geplant sind dabei die Erschwerung von Scheinehen, die Aufnahme
eines Straftatbestandes "Menschenschmuggel" und Veränderungen
im Arbeitserlaubnisrecht für Ausländer sowie im Passgesetz.
weitere Kurzmeldungen
|
Militär lehnt weiteres Entgegenkommen
der Türkei bei der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik
ab
MHP Abschiedsbotschaft für EU-Botschafterin
Fogg
EMEK-Plattform übt heftige Kritik
an der Regierung
Wirtschaft unterstützt weiter Wirtschaftsprogramm,
fordert aber unverzügliches Handeln
Zusammenarbeit von Polizei und Universität
in Bursa
Verheugen erklärt, daß
die Kopenhagener Kriterien keine Verhandlungsmasse darstellten
Treffen der Koalitionsspitzen
Türkisch-armenischer Dialog
Bericht des türkischen Innenministeriums
zu Migration und Menschenhandel
Archiv
Zurück
|