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- (Aksam, 11.07.02) Absagen wichtiger internationaler Besuche.
Der seit mehr als einem halben Jahr vorbereitete Kongreß zur Präsentation
der Chancen für ausländische Direktinvestitionen in der Türkei
unter Beteiligung des Weltbankvorsitzenden Wolfensohn und IMF-Vorsitzenden
Köhler wurde abgesagt. Die Konferenz, die für den 18.
Juli in Istanbul geplant war, wurde aufgrund der politischen Krise abgesagt.
Abgesagt wurde außerdem der Besuch des EU-Kommissionsvorsitzenden
Prodi.
- (Aksam, 11.07.02) Berechnungen hinter den Vorschlägen für
den Wahltermin. Im Gespräch ist jetzt der
29. September (ANAP und SP), der 6. Oktober (AKP) und der 3. November
(MHP und DYP). Vermutet wird, daß sich Yilmaz einen Vorteil von
den Wahlen in Deutschland verspricht - man geht von einem Sieg der Christdemokraten
aus, zu denen Yilmaz gute Beziehungen unterhalte. Für den MHP-Vorsitzenden
Bahçeli demgegenüber ist ein Wahlsieg der Christdemokraten
in Deutschland eher ein Argument für den 3. November, weil man
dann sehen könne, ob Deutschland weiterhin die EU-Kandidatur der
Türkei unterstützt und "wer recht gehabt hat". Für
die AKP spielt für die Bestimmung des Wahltermins nach dieser Zusammenstellung
eine Rolle, daß die der Partei seitens des Verfassungsgerichts
eingeräumte Frist, den jetzigen Vorsitzenden Erdogan abzuberufen,
am 19. September verstreicht.
- (Yeni Safak, 7.07.02) Oberstes Verwaltungsgericht entscheidet gegen
RTÜK. Während sich das Parlament in
den vergangenen Wochen die Köpfe über die Zulassung von Radio-
und Fernsehsendungen in anderen Sprachen als Türkisch heiß
redeten, fällte der oberste Verwaltungsgerichtshof der Tükei
(Danistay) ein Urteil, in dem mit Hinweis auf "universales Recht"
der Grundsatz, nur in türkischer Sprache senden zu dürfen,
relativiert wird. In dem Verfahren, das sich gegen eine Verwarnung des
Fernsehsenders "Can TV" (Diyarbakir) durch die Aufsichtsanstalt
für Funk- und Fernsehen (RTÜK) richtete, ging es um einen
Sendebeitrag in kurdischer und türkischer Sprache. Der Danistay
hob das Urteil des 10. Verwaltungsgerichtes Ankara, das den Einspruch
von Can TV zurückgewiesen hatte, einstimmig auf. In der Begründung
hieß es, daß "die Verwendung einer anderen Sprache
als Türkisch bei einer Reportage am Ort des Geschehens in einer
türkisch-sprachigen Nachrichtensendung, die ins Türkische
übersetzt wurde, keinen Verstoß gegen das RTÜK-Gesetz
mit Nr. 3984 § 4 (t) darstelle".
- (Yeni Safak, 7.07.02) MHP-Minister Mircaoglu erklärt Kopenhagener
Kriterien zu PKK-Zielen. Während einer Rede
vor der Istanbuler Niederlassung der Union Türkischer Ingenieure
erklärte Staatsminister Mirzaoglu, daß "in der Türkei
die Minderheiten über alle Rechte verfügen." Weiter erklärte
er, daß die Türkei bei allen Schwierigkeiten, unter denen
sie gelitten hat, immer als Beitragende "die fünften Kolonne"
und die "kolonisierten Intellektuellen" zu finden seien. Schließlich
erklärte er: "Was heute als 'politische Kriterien' der Regierung
aufgezwungen werden soll, sind PKK-Ziele. Zählen Sie die politischen
Ziele der PKK auf. Schauen Sie dann auf das was unsere Zeitungen und
Medien hinstellen. Die Kopenhagener Kriterien und die Ziele der PKK
sind eins zu eins identisch. Dagegen müssen wir den Geist des Befreiungskrieges
zeigen."
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Oberstes Verwaltungsgericht entscheidet
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