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Glasfabrik in Beykoz (Istanbul) vor der Schließung.Mit dem Beschluß der Firmenleitung von Pasabahçe, die Fabrik im Istanbuler Stadtbezirk Beykoz zu schließen, wird zugleich ein Kapitel türkischer Industriegeschichte beendet. Seit Montag halten Arbeiter das Werksgelände besetzt, um gegen die geplante Maßnahme zu protestieren und die Weiterexistenz der Fabrik zu erreichen. Der Grundstein der Fabrik in Beykoz wurde im Jahr 1934 gelegt, 1935 begann sie ihre Produktion mit 400 Arbeitern. Pasabahçe wurde langsam zu einer Firma mit Weltruf - heute ist sie der drittgrößte Produzent der Welt von Glaushaushaltswaren. Zum Unternehmen gehören 6 Firmen, 7 Fabriken und 30 Verkaufsstätten. Allein durch den Export werden 240 Millionen Dollar eingenommen. In den vergangenen Jahren wurde die Beschäftigtenzahl der Fabrik in Beykoz schrittweise von 3000-4000 auf 870 Arbeiter abgebaut. Ein Sprecher der Gewerkschaft Kristal Is erklärte einer Meldung von Bianet zufolge, daß die Beschäftigten zur Rettung des Standortes bereits seit dem vergangenen Jahr auf jede Gehaltserhöhung verzichtet haben (was angesichts der Inflation seit Ausbruch der Februar-Krise in etwa eine Halbierung ihres Lohnes bedeutete). Der Hintergrund für die Schließung der Fabrik wird von der Firmenleitung mit den 71,5 Millionen Dollar Verlust angegeben, die die Fabrik von 1998 bis 2001 einbrachte. Andererseits ist auch das Grundstück, auf dem die Fabrik errichtet ist, äußerst wertvoll. Gegen den Schließungsbeschluß formierte sich der Widerstand der Beschäftigten, die erklärten, die Fabrik nicht zu verlassen und die Produktion nicht einzustellen. Um die Abschaltung der Glasöfen zu vermeiden sammelten die Beschäftigten einer Meldung in den CNN-Abendnachrichten (22. Juli) Geld, um den nötigen Brennstoff bereitzustellen. Die Gewerkschaft Kristal Is und der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes Turk Is, Meral, solidarisierten sich mit den Arbeitern und erklärten die Maßnahme als Flucht vor sozialer Verantwortung. Kristal Is kündigte an, sich in dieser Frage an die Regierung wenden zu wollen. Die Fabrik ist seit Tagen von der Polizei abgeriegelt. Die Nahrungsmittelversorgung werde behindert, die Trinkwasserversorgung sei jedoch durch einen von der Stadtverwaltung Beykoz entsandten Tankwagen gewährleistet. Sorge lösten die Schließungspläne nicht nur bei den Arbeitern, sondern auch bei den Einzelhändlern im Orteil Pasabahce aus. Die Geschäfte gingen ohnehin schlecht, ein weiterer Einbruch der Kaufkraft könnte auch für einige Geschäftsleute die Aufgabe ihrer Läden bedeuten. |
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