Jahrgang 2 Nr. 30 vom 27.07.02
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  • (Milliyet, 27.07.02) Armutsgrenze über eine Milliarde gestiegen. Berechnungen des Gewerkschaftsbundes Türk Is zufolge liegt die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie bei 1,016 Milliarden TL/Monat. Die reinen Ernährungskosten für eine vierköpfige Familie betragen 334,158 Millionen TL. Seit Jahresbeginn sind die Ernährungsausgaben um 13 %, in Jahresfrist um 50 % gestiegen.
  • (Bianet, 26.07.02) Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) gewährt 60 Millionenkredit für Stadt Van. Das Geld wird für die Modernisierung der Wasserversorgung, Kanalisation und Kläranlagen verwandt.
  • (Bianet, 26.07.02) Zu hohe Ausgaben für Gesundheit und Bildung? Einer Einschätzung des IMF-Vertreters in der Türkei Brekk würden in der Türkei zuviel Mittel für Gesundheit, Bildung und soziale Dienste eingesetzt. In einer Entgegnung erklärte SES, daß der Budgetanteil des Gesundheitsministeriums von 5,27 % im Jahr 1960 auf heute 2,6 % zurückgegangen sei. Die Steuereinnahmen würden fast ausschließlich für den Schuldendienst, nicht aber für die Gesundheit der Menschen aufgewandt. Auch die Lehrergewerkschaft Egitim Sen konstatierte einen sinkenden Anteil der Bildungsausgaben am Gesamtbudget. Hinter der These von Brekk vermuten beide Organisationen verstärkte Privatisierungsbestrebungen die grundlegende staatliche Aufgaben wie Bildung und Gesundheitssicherung in Waren verwandelten.
  • (CNBC/NTV, 25.07.02) Bericht über die 500 größten Industriebetriebe der Industriekammer Istanbul. Dem Bericht zufolge sank die Beschäftigung in den untersuchten Betrieben im vergangenen Jahr um 5,7 % auf ein Niveau von 558288 Beschäftigten. Vom Personalabbau waren Industriebetriebe in öffentlicher Trägerschaft stärker betroffen als private. Insbesondere die Betriebe mit den größten Beschäftigtenzahlen haben im vergangenen Jahr die größten Einbrüche bei Absatz, Gewinn und Beschäftigung erlitten.
  • (Aksam, 24.07.02) Trotz politischer Instabilität sinkende Zinsen bei staatlicher Schuldaufnahme. Bei der Ausschreibung einer dreimonatigen Schuldaufnahme sanken die Zinsen am vergangenen Dienstag gegenüber dem Juni um 7 % auf 62,89 %. Eine Schuldaufnahme von 224 Tagen konnte am gleichen Tag einen Zinssatz von 77 % verzeichnen, was einen Rückgang um 3 % bedeutet.
  • (Aksam, 22.07.02) Verbesserte Einnahmen bei steigender Touristenzahl. Daten der Staatlichen Planungsagentur (DPT) zufolge, stiegen im ersten Quartal die Pro-Kopf-Einnahmen pro Tourist um 11,9 Prozent an. Gleichzeitig stieg die Besucherzahl im ersten Quartal 2002 um 7,4 % an.

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