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- (CNBC/NTV, 1.08.02) Neue Straßenbahnlinien in Istanbul geplant.
Insgesamt 18,6 km neue Straßenbahnstrecke sollen das bisherige
Liniennetz ergänzen und die Umsteigemöglichkeiten verbessern.
Geplant ist eine Linie Eminönü-Kabatas, die in 9 Monaten fertiggestellt
werden soll. Außerdem ist eine Linie Vezneciler - Edirnekapi und
Sultanciftligi - Edirnekapi geplant. Bei der feierlichen Unterschrift
unter die Projekte im Istanbuler Hyatt Regency Hotel erklärte Oberbürgermeister
Gürtuna, daß 56 % des Haushaltes der Großstadtverwaltung
für Verkehrsprojekte vorgesehen seien.
- (Aksam, 1.08.02) Diskussion um Kündigungsschutzgesetz am 50.
Jahrestag von Türk Is. Arbeitsminister Okuyan rief alle Parteien
auf, zu "ihrem Wort" zu stehen und den Gesetzentwurf zum Kündigungsschutz
(Isgüvence Yasasi) vor den Wahlen zu verabschienden. Die DYP-Vorsitzende
Çiller erklärte, daß ihre Partei eine Gesetzesnovelle
unterstütze, wenn diese den Kündigungsschutz auf EU-Niveau
brächte. Außerdem erklärte sie, daß, sollte die
DYP die Regierung stellen, die Mindestlöhne von der Einkommenssteuer
befreit und die Sozialversicherungssätze auf das in der EU übliche
Niveau gesenkt werden sollten. Dies seien wirksame Schritte zur Bekämpfung
der Schwarzarbeit.
- (Aksam, 1.08.02) Wechsel im türkischen Oberkommando. Die
Tagung des Hohen Militärrates (YAS) brachte für die Nachfolge
des bisherigen Generalstabschef Kivrikoglu General Özkök.
General Kivrikoglu geht in den Ruhestand. Die Aksam merkt dazu an, daß
unter dem Oberbefehl von Kivrikoglu die Armee sich weitestmöglich
von politischen Stellungnahmen ferngehalten, wo aber nötig sich
auch entschieden zu Wort gemeldet habe.
- (Aksam, 1.08.02) Vorgezogene Wahlen mit Rekordmehrheit beschlossen.
Für Wahlen stimmten 449 Abgeordnete, 62 stimmten dagegen, 3 enthielten
sich. Gleichzeitig wurde bekannt, daß 22 Parteien an den Wahlen
teilnehmen werden. Innerhalb von fünf Tagen nach Veröffentlichung
des Beschlusses im Amtsblatt müssen die Posten von Innen-, Justiz-
und Verkehrsminister durch unabhängige Personen neu besetzt werden.
- (Aksam, 31.07.02) Innerparteiliche Opposition der DSP auf CHP-Kurs.
Die "9-er Gruppe", die lange vor der Austrittswelle bereits
innerparteiliche Kritik geübt hatte, erklärte, daß sie
nach einer Entscheidung für Neuwahlen am 3. November aus der Partei
austreten und sich der CHP zuwenden werden. Als Grund für den Austritt
erklärte die Gruppe, daß ihre Initiativen in der DSP gescheitert
seien. Die Gruppe hatte die unverzügliche Einberufung einer Delegiertenversammlung
gefordert, bei der das Amt des Parteivorsitzenden neubesetzt werden
sollte.
- (Aksam, 31.07.02) Präsident der Istanbuler Handelskammer zu
Wirtschaft und Politik. Der Vorsitzende der Istanbuler
Handelskammer (ITO), Mehmet Yildirim, riet allen Unternehmern, die sich
jetzt als Kandidaten für politische Parteien aufstellen ließen,
sich frühzeitig aus ihren Geschäften zurückzuziehen.
Andernfalls könne das politische System Schaden nehmen. Er regte
zudem an, daß Unternehmer durch Sponsorenschaft dazu beitragen
könnten, daß die Interessen des Privatsektors im Parlament
vertreten würden. Yildirim deutete außerdem an, daß
ihm von verschiedenen Parteien das Angebot gemacht worden sei, als Kandidat
für das Oberbürgermeisteramt von Istanbul anzutreten.
- (Aksam, 31.07.02) Vereinigung türkischer Exporteure (TIM)
übt heftige Kritik an politischen Parteien.
Bei seiner Grundsatzrede anläßlich der ordentlichen Delegiertenversammlung
der Organisation übte der TIM-Vorsitzende Oguz Satici heftige Kritik
an den politischen Parteien. Er forderte sie auf, entweder ihre politischen
Unterschiede deutlich zu machen oder sich zu vereinigen. Auch sei die
Zeit der "charismatischen Führer" und "Wunderheiler"
vorbei. Statt dessen sollten die Parteien mit ihren Programmen und Projekten
vor das Volk treten.
- (Milliyet, 30.07.02) 2 Todesopfer, 3 Vermißte bei Flut in
der Provinz Sinop. Nur eine Woche nach Überflutungen
und Schlammlawinen in der Provinz Rize wurde am Wochenende die Provinz
Sinop von einem Unwetter heimgesucht. Im Dorf Çöve starben
zwei Kinder, als die Kanalisation überlief und das Dorf überflutet
wurde. Zwei Kinder und eine Frau werden vermißt. Dozent Ihsan
Bulut von der Atatürk Universität erklärte im Zusammenhang
mit den Flutkatastrophen, daß man nicht alle Schuld auf den Staat
schieben dürfe. Obwohl die Menschen um die Gefahren wüßten,
würde die Häuser nach Überflutungen instandgesetzt. Demgegenüber
müßten die Häuser jenseits der Überflutungsgebiete
errichtet werden.
- (Bianet, 30.07.02) 52. Todesopfer im Hungerstreik gegen Hochsicherheitsgefängnisse.
Zwar haben die meisten Organisationen inzwischen den Hungerstreik abgebrochen,
am 30. Juli verstarb jedoch die Aktivistin Semra Basyigit nach über
einem Jahr Todesfasten.
- (Aksam, 30.07.02) Ausnahmezustand in Tunceli und Hakkari aufgehoben.
Nach 23 Jahren wird ab dem 30. Juli der Ausnahmezustand in beiden Provinzen
aufgehoben. 1990 befanden sich 10 Provinzen im Ausnahmezustand. Im Mai
war im Nationalen Sicherheitsrat beschlossen worden, den Ausnahmezustand
in Tunceli und Hakkari zum 30. Juli, in Diyarbakir und Sirnak im Oktober
diesen Jahres aufzuheben.
- (Aksam, 29.07.02) Brand in Gasabfüllanlage bei Izmit.
Nach vierstündigen Löscharbeiten konnte der Brand in einer
Gasabfüllanlage (Akçagaz Dolum Tesisleri) in der Nähe
von Izmit gelöscht werden, ohne daß die Flammen auf die in
500 m Entfernung gelegene TÜPRAS-Raffinerie übergriffen. Der
Brand in der TÜPRAS-Raffinierie hatte nach dem Erdbeben von 1999
mehrere Tage angehalten und eine große Gefahr für die Umgebung
dargestellt. Beide Anlagen, TÜPRAS und Akçagaz) sind inzwischen
von Wohnhäusern umgeben. Beim gestrigen Brand wurden auch einzelne
Wohngebäude betroffen, Todesopfer wurden jedoch nicht gemeldet.
Gefordert wird nun, daß entweder die Menschen oder die Tanks umgesiedelt
werden. Einem Gutachten der Istanbuler Technischen Universität
zufolge ist die Region weltweit das am stärksten brandgefährdete
Siedlungsgebiet.
- (Aksam, 29.07.02) Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen Vorsitzenden
der Wohlfahrtspartei eingeleitet. Nach einer
Rede in Balikesir hat die Staatsanwaltschaft am Staatssicherheitsgericht
Ankara eine Ermittlung wegen Verdachts auf Verstoß gegen §
312 Türkisches Strafgesetzbuch (Volksverhetzung) eingeleitet. Erbakan
hatte in der Rede von "drei Nägeln" gesprochen, die den
bewußten Muslim ausmachten. Die Saadet Partei sei eine Fabrik,
die in den Köpfen der Muslime den Jihad, die wöchentliche
Versammlung und die Lektüre der Milli Gazete verfestige... (Anmerkung:
Zum besseren Verständnis muß jedoch klargestellt werden,
daß Jihad nicht gleichbedeutend mit "heiligem Krieg"
ist, wie vielfach angenommen, sondern den äußersten Einsatz
des Gläubigen zu dessen Verwirklichung darstellt, S.H.)
weitere Kurzmeldungen
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Innerparteiliche Opposition der DSP auf
CHP-Kurs
Präsident der Istanbuler Handelskammer
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Vereinigung türkischer Exporteure
(TIM) übt heftige Kritik an politischen Parteien
2 Todesopfer, 3 Vermißte bei Flut
in der Provinz Sinop
52. Todesopfer im Hungerstreik gegen Hochsicherheitsgefängnisse
Ausnahmezustand in Tunceli und Hakkari
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Brand in Gasabfüllanlage bei Izmit
Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen
Vorsitzenden der Wohlfahrtspartei eingeleitet
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