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- (Milliyet, 10.08.02) Privatschulen haben nicht genügend Anmeldungen.
Die Zahl der Anmeldungen bei den Privatschulen sind stark zurückgegangen.
Keine der zum Teil äußerst renomierten Schulen ist "ausgebucht",
es soll sogar solche geben, die überhaupt keine Anmeldungen verzeichnen
konnten. Nach Auffassung von Abbas Güçlü ist dafür
jedoch weniger die Wirtschaftskrise verantwortlich. Die Ergebnisse der
nationalen Universitätsaufnahmeprüfung hätten gezeigt,
daß die Spitzenpunktzahlen von Absolventen staatlicher Schulen
erzielt worden seien. Grund für das schlechtere Abschneiden der
Privatschulen sei die Preispolitik der vergangenen Jahre, die es hochbegabten
Schülern häufig nicht erlaubt hätte, Privatschulen zu
besuchen. Die Tageszeitung Aksam wiederum meldet, daß das Bildungsministerium
an Plänen arbeitet, die Mehrwertsteuer auf Privatschulgebühren
zu senken und auf diese Weise die Schulen wieder attraktiver zu machen.
- (Aksam, 9.08.02) Vorbereitungen für Kurdischunterricht.
Nachdem bereits am Montag der erste Antrag auf Zulassung von Kurdisch-Unterricht
durch eine private Sprachenschule erfolgte, bereitet nun das Bildungsministerium
die diesbezüglichen Ausführungsvorschriften für das am
vergangenen Samstag verabschiedete Gesetzespaket vor. Nach Ansicht des
Innenministeriums sollten Personen, die Kontakt zu den in vielen europäischen
Städten vorhandenen kurdischen Instituten, denen Beziehungen zur
PKK nachgesagt werden, haben, nicht als Lehrkräfte zugelassen werden.
Anträge auf die Genehmigung von Muttersprachenunterricht wurden
außerdem auch für Bosnisch, Abhasisch und Tscherkessisch
gestellt.
- (Aksam, 9.08.02) Bündnis zwischen YTP und DTP.
Während die Diskussion über eine Reform des Wahlgesetzes zur
Zulassung von Wahlbündnissen bisher nicht von der Stelle kommt,
wurde die erste Vereinbarung zur Zusammenarbeit von der neugegründeten
Partei des Außenministers Ismail Cem und der Demokratik Türkiye
Partisi (Bayar) getroffen. Bayar gilt in einigen Medien, seit er vor
vier Monaten aus den USA zurückkehrte und den Vorsitz der DTP übernahm
als Hoffnungsträger für eine Vereinigung des konservativen
Zentrums. Sowohl Cem als auch Bayar treten für eine pragmatische
Politik ein. Die Vereinbarung der Parteien sieht eine gemeinsame Kandidatenliste
für die kommenden Wahlen vor. Nach den Wahlen ist ein Zusammenschluß
beider Parteien geplant.
- (Aksam, 9.08.02) Zweistündige Regenfälle führten
zu Überflutungen in Istanbul. Betroffen
von dem nächstlichen Regenguss waren vor allem die Stadtteile der
asiatischen Seite. Am stärksten betroffen wurde der Ortsteil Kurbagalidere
im Stadtbezirk Kadiköy, wo ein Bach über die Ufer trat, eine
Brücke teilweise wegschwemmte und zwei Straßenzüge überschwemmte.
Der Bürgermeister von Kadiköy spricht von einem Schaden in
Trillionenhöhe. Auch in den angrenzenden Provinzen richtete der
Regen starke Schäden an.
- (Aksam, 9.08.02) Beinahe-Unglück am Bosporus.
Wegen eines Maschinenschadens kam ein Frachtschiff am Donnerstag morgen
nur 7 Meter vom Ufer entfernt, vor dem Gärten einiger Häuser
zum stehen. Das Schiff war wegen Maschinenschadens manövrierunfähig
geworden. Ebenfalls am Donnerstag sank vor Kartal ein mit Öl und
Chemieabfällen beladener Frachter. Das ausgetretene Öl verschmutzte
den Uferbereich. Bei dem Unglück, dessen Ursache bisher nicht geklärt
ist, kam kein Mensch zu Schaden, die Ölverschmutzung wurde zunächst
durch Barrieren eingedämmt. Ein Jahr zuvor war bereits ein Schiff
derselben Firma an derselben Stelle gesunken.
- (IstanbulPost, 5.08.02) Ausländerabteilung des türkischen
Innenministeriums mit Webseite. Die Webseite der
Yabancilar Hudut Iltica Daire Baskanligi enthält zunächst
nur in türkischer Sprache eine größere Anzahl von Detailinformationen
zur Anwendung des türkischen Ausländerrechts. Eine englischsprachige
Seite ist in Vorbereitung. Auf der Seite werde Themen wie die Aufenthaltserlaubnis,
Einreise mit Personalausweis, die Grundsätze der Erteilung der
Arbeitserlaubnis u.ä. behandelt. Am Schluß der Seite findet
sich außerdem eine Telefonnummer, die für weitere Fragen
an die Behörde genutzt werden kann (0 312 412 32 33). Die Adresse
der Seite ist: http://www.egm.gov.tr/yabancilar/birincisf.htm
- (Radikal, 4.08.02) Terminplan für die Wahlen bekanntgegeben.
Die oberste Wahlleitung hat den Terminplan für die Parlamentswahlen
am 3. November bekanntgegeben. Nachdem der Wahlbeschluß am Freitag
(2.08.02) im Amtsblatt veröffentlicht wurde, müssen innerhalb
von 5 Tagen Justiz-, Verkehrs- und Innenminister zurücktreten und
durch unabhängige Personen ersetzt werden. Der Wahlzeitraum beginn
am 7. August. Von diesem Tag dürfen in den Medien Meinungsumfrageergebnisse
nicht mehr veröffentlicht werden. Öffentliche Bedienstete,
die kandidieren wollen, müssen ihren Dienst bis zum 8. August 17.00
Uhr niederlegen. Von den vorhandenen 48 Parteien wurden 23 zur Wahl
zugelassen. Die Wählerverzeichnisse werden vom 9. bis 27. August
ausgehängt. Die Einspruchsfrist gegen die Wählerlisten endet
am 29. August, sie können jedoch bis zum Wahlzeitpunkt ergänzt
werden, wenn eine Person in diesem Zeitraum das 18. Lebensjahr vollendet
oder vom Militärdienst zurückkehrt.
- (Radikal, 4.08.02) "Tolerant aber autoritär" - Charakterisierung
des neuen Generalstabschef Özkök. Özkök
gilt in der Zypernfrage und im Hinblick auf islamistische Strömungen
als unnachgibig. Andererseits gilt er als der Kommandant, der am besten
den Dialog zwischen Armee und Politik führen kann. Özkök
wurde 1940 in Turutlu (Manisa) geboren, ist verheiratet und hat zwei
Kinder.
- (Aksam, 4.08.02) MHP bereitet Verfassungsklage gegen EU-Reformen
vor. In einem Pressegespräch charakterisierte
der MHP-Vorsitzende Bahçeli das Verhalten der Parlamentsmehrheit
als "Auslieferung" und erklärte, er habe der Rechtsabteilung
seiner Partei Anweisung erteilt, eine Verfassungsklage gegen die Neurregelungen
bei Todesstrafe, Sendungen in andern Sprachen als Türkisch und
Bildungsangebote in traditionell in der Türkei gesprochenen Sprachen
vorzubereiten. Weiterhin erklärte der MHP-Vorsitzende, daß
sich das PKK/KADEK-Projekt einer "demokratischen Republik"
mit den EU-Reformen decke. Außerdem forderte Bahçeli, daß
der auf der Insel Imrali inhaftierte PKK-Vorsitzende Öcalan umgehend
in ein Hochsicherheitsgefängnis (F-Typ) überführt werden
müsse. Bezogen auf den Industriellen Cem Uzan, gegen den aufgrund
seiner jordanischen Staatsangehörigkeit ein Staatsbürgerschaftsentzugsverfahren
läuft, erklärte der MHP-Vorsitzende, daß er die Vorlage
des Innenministeriums nicht unterschrieben habe. Das Vorgehen gegen
einen Unternehmer, der Arbeitsplätze schaffe und im Mediensektor
aktiv sei, finde er nicht richtig.
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