Jahrgang 2 Nr. 32 vom 11.08.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Aksam, 10.08.02) Schließungsbeschluß für die Türkbank. Auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung wurde die Auflösung der Türk Ticaret Bankasi gegen den Protest der Beschäftigten und eines Teils der Aktionäre beschlossen. Die Türk Ticaret Bankasi, die 1913 in Adapazari gegründet wurde, war im vergangenen Jahr auf Beschluß der Bankenaufsicht in die Obhut des Kreditversicherungsfonds (TMSF) genommen worden, mußte jedoch kurze Zeit später aufgrund eines Gerichtsbeschlusses wieder freigegeben werden. 84,5 % der Aktienanteile blieben jedoch beim TMSF. Die TMSF-Vertreterin stimmte für die Schließung. Die Munzam Sandigi Vakfi, die über ein anderes Aktienpaktet verfügt, kündigte an, die Auflösung der Bank durch eine Klage anzufechten.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 8.08.02) Arbeitslosigkeit im 2. Quartal über 2 Millionen gestiegen. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Haushaltsbefragung zur Arbeitsmarktbeteiligung der Haushalte mußte das Staatliche Statistikinstitut (DIE) einen weiteren Rückgang der Beschäftigung feststellen. Der Auswertung wurden Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zugrundegelegt. Den Werten zufolge waren im 2. Quartal 20,869 Millionen Personen beschäftigt, 2,217 Millionen Menschen waren arbeitslos. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,9 % im Vorjahr auf 9,6 %.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 8.08.02) Produktion auch im Juni weiter gestiegen. Auch wenn die Geschwindigkeit des Anstiegs nachgelassen hat, so liegt mit einem Anstieg um 6,6 % der Index der Industrieproduktion deutlich über dem Vorjahreswert. Gleichwohl bleibt die Produktion mit einem Indexwert von 99,7 unter dem Niveau von 1997. Während die Produktion im Bergbau um 19,7 % gegenüber dem Vorjahr zurückging, stieg sie im Produzierenden Gewerbe um 8,3 %. Einen Spitzenzuwachs erzielte mit 75,5 % die Produktion von Fernsehern und Radios. Seit zwei Jahren andauernde Produktionsrückgänge sind in der Möbelindustrie, den Medien/Druckerzeugnissen und der Lederverarbeitung zu verzeichnen.
  • (Ekohaber) Freiberufler zahlen weniger Steuern als Arbeiter. Einer Analyse auf der Grundlage von Steuerdaten durch Ekohaber ergab, daß Freiberufler bei höherem Verdienst weit geringere Steuern zahlen. Dies betrifft nicht allein den prozentualen Anteil der Steuerzahlung am Einkommen, sondern gilt auch für die Höhe der Steuerzahlung selbst. So zahlt ein Metallarbeiter mit einem Monatseinkommen von 750 Mio. TL im Zahr 1,6 Milliarden TL Steuern. Ein Juwellier mit einem Einkommen von 5,6 Milliarden TL zahlt demgegenüber nur 1,5 Milliarden TL im Jahr.
  • (Aksam, 7.08.02) Preiserhöhungen für Tee und Zucker. Der Abgabepreis für Zucker wurde um 8 %, der für Tee zwischen 4,4 und 7,5 % erhöht. Das 500 g Paket "Rize Turist" Tee kostet nun 2,8 Millionen TL.
  • (Aksam, 7.08.02) 10 Prozent Zinsrückgang bei Staatsanleihen nach EU-Paket. Bei der gestrigen Schuldaufnahme für den Zeitraum von 273 Tagen konnten der Zinssatz gegenüber einer am 23. Juli mit ähnlicher Laufzeit ausgeschriebenen TL-Anleihe um knapp 10 Prozent gesenkt werden. Aufgenommen wurden 787,7 Trillionen TL zu einem Zinssatz von 68 %.
  • (Aksam, 5.08.02) Beamte haben an Kaufkraft verloren. Um zu demonstrieren, daß seit 1999 die Kaufkraft der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zurückgegangen ist, gibt die Unabhängige Gewerkschaft der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst drei Beispiele: Ein Beschäftigter der untersten Gehaltsklasse mußte 1999 3 Stunden 58 Minuten arbeiten, um eine Gasflasche kaufen zu können. Heute sind es 10,5 Stunden. Für einen Anzug mußte er 1999 71 Stunden 41 Minuten arbeiten, heute sind es 89 Stunden 26 Minuten. Die Miete konnte 1999 durchschnittlich mit 95 Stunden 35 Minuten abgegolten werden, heute sind es 104 Stunden, 20 Minuten.
  • (Yeni Safak/Aksam, 4.08.02) Wahlökonomie. Während die Tageszeitung Aksam den Zentralbankpräsidenten Serdengecti mit den Worten wiedergibt, daß aufgrund der vollzogenen Wirtschaftsreformen eine "Wahlökonomie" unmöglich sei, erklärt die Yeni Safak mit Verweis auf eine Untersuchung von www.ekohaber.net, daß das mögliche Volumen von "Wahlinvestitionen" bei ca. 7 Katrillionen TL läge. Verwies Serdengecti vor allem auf die Autonomie staatlicher Banken und der Zentralbank sowie den eingeschränkten Spielräumen bei den staatlichen Betrieben, ergab die von "ekohaber" vorgestellte Analyse, daß durch vorgezogene Investitionen beträchtliche Summen mobilisiert werden können, ohne das mit dem IMF vereinbarte Haushaltslimit zu überschreiten.
  • (Radikal, 4.08.02) Inflation im Juli wieder gestiegen. Mit einem Preisanstieg von 2,7 % im Gesamtindex und einem von 1,4 bei den Verbraucherpreisen ist die Inflation seit Februar diesen Jahres erstmals wieder deutlich gestiegen. Der Preisanstieg beim Poduzierenden Gewerbe stieg auf 4,1 % gegenüber dem Vormonat. Im Jahreszeitraum stiegen die Preise nach dem Gesamtindex um 45,9 %, gemäß des Verbraucherpreisindex um 41,3 %. Noch im April war mit einem Preisrückgang (Deflation) in den Sommermonaten gerechnet worden. Aufgrund des starken Devisenpreisanstieges infolge der politischen Krise sind jedoch sowohl die Juni als auch die Juli-Inflation deutlich über diesen Prognosen ausgefallen.
  • (MSNBC, 2.08.02) Zahlungsbilanz im Zeitraum Januar bis Mai unausgeglichen. Daten der Zentralbank zufolge ist im Zeitraum Januar bis Mai 2002 ein Zahlungsbilanzdefizit in der Größenordnung von 884 Millionen Dollar entstanden. In diesem Zeitraum konnte das Außenhandelsdefizit um 16,2 % verringert werden, wozu insbesondere steigende Exporterlöse (3,5 %) und der steigende grenzüberschreitende Kleinhandel (24,1%) beitrugen. Demgegenüber gingen jedoch die Einnahmen aus "sonstigen Dienstleistungen und Gütern" um 64,5 % zurück.

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