Jahrgang 2 Nr. 34 vom 24.08.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Aksam, 23.08.02) Verkauf der Pamukbank durch einstweilige Anordnung gestoppt. Im Verwaltungsgerichtsverfahren gegen die Bankenaufsicht und den Bankenversicherungsfond (TMSF) gelang es den ehemaligen Eigentümern der Pamukbank, eine gerichtliche Anordnung zum vorläufigen Stopp des Verkaufs zu erreichen. Das Gericht kam zu dem Schluß, daß es ein Fehler sei, den Verkaufsprozeß weiterzuführen, bevor eine Verteidigung von BDDK und TMSF eingegangen sei. Die Reprivatisierung der Pamukbank ist Bestandteil der Verpflichtungen, die die Türkei gegenüber dem Internationalen Währungsfond eingegangen ist.
  • (Aksam, 23.08.02) Positive Stimmung bei der Industrie in Istanbul. Eine Umfrage der Istanbuler Industriekammer (ISO) ergab, daß unter den 550 antwortenden Mitgliedsfirmen im ersten Halbjahr 2002 ein Anstieg der Beschäftigung um 2,1 % und eine Verbesserung der Kapazitätsauslastung um 3 % zu verzeichnen sind. Obwohl noch immer ein bedeutender Anteil der Firmen Rückgänge im Verkauf und bei der Beschäftigung zu verzeichnen hat, ist die Grundstimmung für das zweite Halbjahr positiv. Deutlich zeichnet sich in den Ergebnissen außerdem ab, daß sich türkische Industriebetriebe verstärkt dem Export zuwenden.
  • (Aksam, 22.08.02) Kreditrisikobewerter Fitch sieht Stabilität abhängig vom Wahlergebnis. Sollte nach den kommenden Wahlen eine Regierung gebildet werden, die den eingeleiteten Reformprozeß in Frage stellen könnte, würde dies die Kreditwürdigkeit der Türkei schwächen und könnte zu Problemen im Schuldendienst führen.
  • (Aksam, 22.08.02) Belebungssignale im Einzelhandel. Die Bilanzen großer, an der Börse notierter Supermarktketten zeigen für die ersten 6 Monate dieses Jahres starke Umsatzsteigerungen von zum Teil über 100 % auf. So stieg der Umsatz von Kipa um 126 %, der von Gima um 67,7 % und der von Migros um 42,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichwohl erreichen die erzielten Zuwächse bisher nicht ein Niveau, das die Gewinnerwartungen der Unternehmen verbessert.
  • (Aksam, 21.08.02) Staat sucht Investoren für 60 Projekte. Durch die Sparhaushalte sind auch die öffentlichen Investitionen stark zurückgegangen. Für viele Projekte werden darum in- und ausländische Investoren gesucht. Die Staatliche Planungsagentur (DPT) hat darum eine Broschüre mit Projektbeschreibungen herausgegeben und eine Web-Seite eigens zu diesem Thema eingerichtet. Die Rede ist von mehr als 5000 Projekten mit einem Volumen von 92,6 Milliarden Dollar.
  • (Aksam, 20.08.02) Unfreiwillige Steuersenkungen. Aufgrund der anstehenden Neuwahlen wird nicht mehr damit gerechnet, daß die Regierung ihr dem IMF gegenüber gegebenes Versprechen, ein zweites Steuerpaket durchs Parlament zu bringen, einhalten kann. Damit treten bis zum 1. Oktober 2002 ausgesetzte verringerte Einkommenssteuersätze in Kraft. Liegen die Steuersätze jetzt zwischen 20 und 45 %, werden sie nach dem 1. Oktober auf 15 bis 40 % gesenkt. Wird bis zum 1. Januar keine Steuerrechtsänderung vollzogen, dann wird ab diesem Zeitpunkt auch die Pauschalbesteuerung von Gewerbetreibenden nach "Lebensstandard" abgeschafft.
  • (Milliyet, 20.08.02) Verbraucher tragen Hauptsteuerlast. Das Aufkommen an Verbrauchssteuern ist im Vergleich zum Vorjahr um 75,5 % gestiegen. Ungefähr die Hälfte des gesammten Staatshaushaltes wird davon bestritten. Demgegenüber stiegen die Einnahmen aus der Einkommenssteuer nur um 24,5 %.
  • (Aksam, 19.08.02) Absatzverträge als Lösung für die Landwirtschaft. Der Präsident der Handelsbörse Izmir Yemisçi schlägt Absatzverträge zwischen Landwirten und Abnehmerfirmen als einen wichtigen Ansatz zur Überwindung der Probleme in der Landwirtschaft vor. Die neueingerichtete Landwirtschaftsbörse in Izmir könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Bisher seien Absatzverträge vielfach mit Klauseln zu ungunsten der Produzenten versehen. Außerdem gäbe es vielfach rechtliche Probleme, wenn ein Produzent seine Lieferverpflichtungen nicht erfülle. Wenn aber die Landwirtschaftsbörse dazwischengeschaltet würde, könnten nach Auffassung von Yemisçi die Probleme verringert werden.
  • (Aksam, 18.08.02) Zinsausgaben als größter Haushaltsposten. In den ersten 7 Monaten dieses Jahres wurden 32 Katrillionen TL des Haushalts für Zinszahlungen, 30 Katrillionen für sonstige Staatsausgaben aufgewandt. Damit erreichten die Zinszahlungen 51,2 % der gesammten Haushaltsausgaben, ein Niveau von 76,4 % aller Einnahmen und überstiegen die gesamten Steuereinnahmen um 4,9 %.
  • (Aksam, 18.08.02) Monatliche Ernährungsausgaben einer Familie bei 385 Millionen TL. Der Gewerkschaftsbund Hak Is berechnet die Ernährungsausgaben für eine vierköpfige Familie auf 385 Millionen TL. Dies bedeutet eine Steigerung um 1,5 % gegenüber dem Vormonat.

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