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Exil in der Türkei 1933-1945Die Ausstellung Haymatloz" wird weiterlaufenEine Gedenktafel am Eingang der Universität Istanbul erinnert an die deutschen Emigranten, die nach Hitlers Machtergreifung 1933 in Deutschland Zuflucht in der Türkei fanden. Über 1000 Emigranten aus Deutschland und Österreich fanden in der Türkei zunächst eine neue Heimat. Die Ausstellung Haymatloz" erzählt die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Emigranten in der Türkei, die nicht immer einfach war. Sie schildert die Geschichte der Exilpersonen in der Zeit von 1933 bis 1945 in der noch jungen türkischen Republik. Besucher können daher mehr über die Lebenswege der Wissenschaftler, Politiker und Künstler erfahren, aber auch über jene, deren Biographie bisher unbekannt war. Das Wort Haymatloz bekamen die deutschsprachigen Flüchtlinge von den türkischen Behörden in ihre Fremdenpässe eingetragen, nachdem sie von Deutschland ausgebürgert worden waren und ging sogar als Lehnwort in die türkische Sprache ein. Viele von ihnen waren aus rassistischen Gründen verfolgte Personen. Atatürk erkannte, welche Chancen sich für den Aufbau und Modernisierung des Landes die Aufnahme der vertriebenen Intelligenz eröffneten. Unter anderem reformierten um die 200 Wissenschaftler wie Albert Malche die Hochschulen der jungen türkischen Republik. Die ersten nahmen schon 1933 in verschiedenen Fakultäten der neugegründeten Universität in Istanbul ihre Arbeit auf. Neben Umzugskosten bot die türkische Regierung den Emigranten auch eine feste Anstellung zunächst für fünf Jahre an. Aber nur die Prominentesten unter den Neuankömmlingen genossen großzügige Privilegien. Auch wenn die Zahl der aufgenommenen Flüchtlingen im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich sowie Großbritannien gering blieb, war der Anteil bekannter Personen beträchtlich. Zu den berühmten Emigranten gehörte unter anderem Ernst Reuter, der 1938 eine Professur für Kommunalwissenschaften an der damals neugegründeten Hochschule für Politik in Ankara übernahm. 1948 wurde Ernst Reuter, der von seinen Gegnern in Deutschland als Türke" bezeichnete wurde, Bürgermeister von Berlin (West). Fritz Neumark arbeitete das Gesetz zur Einführung der Einkommenssteuer in der Türkei aus. Am Aufbau einer Theater- und Opernschule beteiligten sich Paul Hindemith, Carl Ebert und Ernst Praetorius. Aber leider hielt sich die Gastfreundschaft unter den Türken in Grenzen. Nach Atatürks Tod 1938 verschlechterte sich die Lage der Emigranten. Unter dem Staatsgründer wurden die Emigranten hofiert. Als 1944 die diplomatische Beziehung zu Nazi-Deutschland abbrach, wurden viele der Emigranten wegen Spionagegefahr in den Städten Corum, Yozgat und Kirsehir interniert. Viele wollten wieder weg, weil die Lebensbedingungen untragbar wurden. Aber bis zum Abbruch der Beziehungen mit der deutschen Regierung in Berlin hatte die Türkei gute wirtschaftliche Geschäfte abgewickelt. Um diese Beziehungen nicht zu schädigen, wurden weiteren jüdischen Emigranten eine Aufenthalt in der Türkei verweigert. So sank am 24. Februar 1942 das Schiff Struma mit über 750 visalosen jüdischen Flüchtlingen aus Bukowina/Rumänien. Die türkische Regierung verweigerte ihnen die Landung bzw. Durchfahrt an den Meerengen vom Bosporus. Das Ziel war Palästina. Nur wenige überlebten den Untergang des Schiffes nach langer Wartezeit. Von den Emigranten blieben lediglich 28 dauerhaft in der Türkei. Nur zehn stellten damals einen Antrag auf die türkische Staatsangehörigkeit, darunter vier jüdische Emigranten. Trotzdem überwogen die positiven Erinnerungen der Emigranten, die von der Gastfreundschaft fasziniert waren. Einige besuchten hin und wieder das Land am Bosporus. Die nächste Ausstellung ist vom 16.1.-14.2.1003 in Regensburg beim Evangelischen Bildungswerk. Seit Anfang 2000 wandert die Ausstellung von Stadt zu Stadt. Als weitere Ausstellungssorte könnten Städte wie Darmstadt, Wiesbaden, Mainz und Wien in Frage kommen", so die Geschäftsführerin des Vereins Aktives Museum" Christiane Hoss. Der zur Ausstellung dazu gehörende Katalog kostet 19 €. Ali Sirin |
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