| |
- (Aksam, 13.09.02) Verwarnungen für Fernsehstationen.
Eine ganze Reihe privater Fernsehstationen wurden wegen Verstoß
gegen Gesetze verwarnt. Eine Sendepause wurde dieses Mal jedoch nicht
verhängt.
- (Aksam, 12.09.02) Vorstrafeneinträge von Erdogan und Erbakan
gelöscht. Auf Grundlage des in der vergangenen
Woche ergangenen Urteils des Staatssicherheitsgerichts Diyarbakir wurde
der Vorstrafeneintrag Erdogans gelöscht. Unter Berücksichtigung
des Urteils wurde auch der Vorstrafeneintrag des ehemaligen Vorsitzenden
der Wohlfahrtspartei Erbakan gelöscht. Erbakan erklärte außerdem
offiziell seine unabhängige Kandidatur für die Stadt Konya.
Bereits 1969 war Erbakan als unabhängiger Kandidat der Stadt Konya
ins Parlament gewählt worden.
- (Yeni Safak, 11.09.02) Verheugen wünscht sich eine stabile,
EU-orientierte neue türkische Regierung. In
einer Aussprache im Europaparlament erklärte der für die EU-Erweiterung
zuständige Kommissar Verheugen, daß er sich als Ergebnis
der Wahlen vom 3. November eine stabile, EU-orientierte Regierung wünsche,
die mit einem Zeitplan arbeitet und Reformen verwirklicht. Ob ein Termin
für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen gegeben werde, hänge
von der praktischen Einlösung der Kopenhagener Kriterien ab, was
auch aus dem Fortschrittsbericht der Kommission abzulesen sein werde.
Zum Thema Zypern wies Verheugen die türkische Position zurück,
daß Zypern EU-Mitglied werden könne und machte den Präsidenten
des türkischen Teils der Insel für die Probleme verantwortlich.
Gleichwohl erklärte Verheugen, daß es ihn nicht überraschen
würde, wenn es bald Fortschritte in den Verhandlungen zwichen beiden
Parteien auf der Insel gäbe.
- (Bianet, 10.09.02) 97. Tote im Hungerstreik gegen die Hochsicherheitsgefängnisse.
Nach Mitteilung des Vereins der Angehörigen der Hungerstreikenden
verstarb Hamide Öztürk am 463. Tag des Hungerstreiks. Frau
Öztürk war 1996 in einem Verfahren gegen die DHKP-C zu einer
Freiheitsstrafe von 12,5 Jahren verurteilt worden.
- (Aksam, 11.09.02) Staatsanwaltschaft legt Berufung im Urteil zugunsten
von Tayyip Erdogan ein. Im Prozeß um die Löschung
eines Vorstrafeneintrags vor dem Staatssicherheitsgericht Diyarbakir,
in dem in der vergangenen Woche ein Urteil zugunsten des AK Parti Vorsitzenden
Erdogan gefällt wurde, das ihm voraussichtlich eine Parlamentskandidatur
erlaubt, erklärte der Generalstaatsanwalt am Kassationsgericht
Kanadoglu, er werde Einspruch erheben. Nach Untersuchung der Prozeßakten
erklärte der Generalstaatsanwalt, das Urteil könne keine Rechtskraft
beanspruchen und überwies das Verfahren der 8. Strafkammer des
Kassationsgerichts zur Überprüfung. Da kurzfristig nicht mit
einer neuen Gerichtsentscheidung zu rechnen ist, gerät die Kandidatur
Erdogans damit erneut in Gefahr.
- (Aksam, 10.09.02) Seilbahn-Strecke in Eyüp kurz vor der Ausschreibung.
Die geplante Seilbahn soll das berühmte Pierre Loti Cafe über
dem historischen Friedhof in Eyüp leichter erreichbar machen. Von
dem Cafe aus gibt es eine prachtvolle Aussicht auf den Friedhof und
über das Goldene Horn. Das seit zwei Jahren fertiggestellte Projekt
kommt am 25. September zur Ausschreibung und soll einen Beitrag zur
wirtschaftlichen und touristischen Erschließung leisten.
- (Aksam, 10.09.02) MHP legt Klage gegen EU-Reformpaket vor dem Verfassungsgericht
ein. Mit 123 Parlamentarierunterschriften legte
die MHP Klage gegen 6 Paragraphen des am 2. August verabschiedeten EU-Anpassungspaketes
ein. Die Klage zielt auf die Aufhebung der Paragraphen sowie eine vorläufigen
Anordnung, ihre Umsetzung bis zur abschließenden Entscheidung
auszusetzen. Zu den beanstandeten Paragraphen gehört die Aufhebung
der Todesstrafe für Terrordelikte, die als versteckte Amnestie
bewertet wird, die Neuregelung des Immobilienbesitzrechtes für
die Stiftungen der Minderheiten sowie die Zulassung anderer Sprachen
als Türkisch in Medien und Unterricht.
- (Aksam, 10.09.02) Untersuchung gegen 144 Polizisten wegen möglicher
Beziehung zu Fetullah Gülen. Am Wochenende
wurde von verschiedenen Medien gemeldet, daß in einer Moschee
in der Provinz Elazig eine Tasche mit Unterlagen der Organisation von
Fetullah Gülen, gegen den zur Zeit vor einem Staatssicherheitsgericht
ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die laizistische Staatsordnung
läuft, gefunden wurde. Unter den Unterlagen soll sich eine Liste
mit 144 Namen von Polizisten befunden haben, die Mitglieder der Organisation
seien. Ein Polizeisprecher teilte mit, daß die Information nicht
auf einer offiziellen Verlautbarung der Polizei beruhten, daß
aber tatsächlich eine solche Liste existiere und gegen die darauf
aufgeführten Personen eine Verwaltungsverfahren eröffnet worden
sei. Ein mutmaßliche Besitzer der Listen konnte ermittelt werden,
verweigerte aber die Aussage und wurde auf freien Fuß gesetzt.
- (Milliyet, 9.09.02) Jandarma unterrichtet seit Jahren in 'Regionalsprachen'.
Nach den Gesetzesänderungen von Anfang August machten sich sowohl
das Bildungsministerium als auch die Aufsicht für Funk und Fernsehen
auf die Suche nach Mitarbeitern mit ausreichenden Sprachkenntnissen
- vor allem in Kurdisch. Recherchen ergaben, daß weder die Universtitäten
noch das Außenministerium bisher über solche Ausbildungsstätten
verfügten - wohl aber die Gendamerie, in deren "Mahalli Dil
Okulu' seit 11 Jahren verschiedene Regionalsprachen gelehrt werden.
- (Aksam, 9.09.02) Prüfungsfragen für Fernstudien-Prüfung
gestohlen. Die für den 7. und 8. September
landesweit geplanten Aufnahmeprüfungen für das Fernstudium
mußten abgesagt werden, nachdem sich herausstellte, daß
in Malatya vor Beginn der Prüfung die Fragen gestohlen worden waren.
weitere Kurzmeldungen
|
Verwarnungen für Fernsehstationen
Vorstrafeneinträge von Erdogan und
Erbakan gelöscht
Verheugen wünscht sich eine stabile,
EU-orientierte neue türkische Regierung
97. Tote im Hungerstreik gegen die Hochsicherheitsgefängnisse
Staatsanwaltschaft legt Berufung im Urteil
zugunsten von Tayyip Erdogan ein.
Seilbahn-Strecke in Eyüp kurz vor der
Ausschreibung
MHP legt Klage gegen EU-Reformpaket vor
dem Verfassungsgericht ein
Untersuchung gegen 144 Polizisten wegen
möglicher Beziehung zu Fetullah Gülen
Jandarma unterrichtet seit Jahren in 'Regionalsprachen'
Prüfungsfragen für Fernstudien-Prüfung
gestohlen
Archiv
Zurück
|