Jahrgang 2 Nr. 39 vom 28.09.2002
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Dünya, 26.09.02) ISO Vorsitzender Küçük äußert Skepsis gegenüber Wachstumszahlen. Der Vorsitzende der Istanbuler Industriekammer äußerte sicher verwundert darüber, daß ein von Staatlichen Statistikinstitut mit 8,8 % für das erste Halbjahr angegebene Wachstum des Bruttosozialprodukts von niemandem bemerkt worden sei. Gleichzeitig erklärte er, daß es vor allem darauf ankäme, ein gleichbleibendes Wachstum zu erzielen. Im dritten Quartal 2002 müsse mit einem Rückgang der Wachstumsrate auf 5 % gerechnet werden.
  • (Istanbul Post, 25.09.02) Deutsches Textilmaschinen Syposium in Istanbul. Mit rund 600 Teilnehmern und Vertretern von 40 deutschen Textilmaschinenfirmen wurde vom 25. bis 26. September im Kempinski Hotel Istanbul in Zusammenarbeit mit dem türkischen Arbeitgeberverband der Textilindustrie und der Ege Universität ein Symposium durchgeführt. Vorgestellt wurden neue Entwicklungen in verschiedenen Anwendungsbereichen der Textilproduktion und -verarbeitung. Deutschland ist der wichtigste Lieferant für Textilmaschinen in die Türkei, wie der Sektionsvorsitzende des VDMA Trützschner in seiner Eröffnungsrede erklärte. Der Textilmaschinenbau wiederum ist eine der wichtigsten deutschen Exportbranchen. Als besonders erfreulich wurde seitens des VDMA außerdem mitgeteilt, daß in diesem Jahr starke Auftragszunahmen zu verzeichnen seien.
  • (Istanbul Post, 25.09.02) Deutsche Firmen mit Aufträgen in einer Größenordnung von 250 Millionen Euroa am Bau der Bau-Ceyhan Pipeline beteiligt. In seiner Eröffnungsrede zum Textilmaschinen Symposium teilte der Wirtschaftsreferent der deutschen Botschaft Ankara, Dr. Görgens, mit, daß deutsche Firmen am Bau der neuen Pipeline, deren Grundstein auf türkischer Seite in dieser Woche gelegt wurde, mit einem Auftragsvolumen von 250 Millionen Euro beteiligt seien.
  • (Dünya, 24.09.02) Internationales Messegelände Konya mit zwei Haupthallen und einem Verwaltungsgebäude in Betrieb genommen. Mit Abschluß einer ersten Bauphase wurden 27.000 qm Ausstellungsfläche fertiggestellt. Insgesamt sieht das auf einem 850.000 qm großen Areal durchgeführte Projekt der Handelskammer Konya weitere 57.000 qm Ausstellungsfläche und den Bau eines 5-Sterne-Hotels mit 600 Betten sowie von Park- und Freizeitmöglichkeiten vor. Nach Fertigstellung des Komplexes strebt die Handelskammer Konya einen Umsatz von 1 Milliarde Dollar pro Jahr an. Das Messezentrum ist zugleich ein Beitrag der Kammer angesichts der wachsenden Bedeutung des Exportes für die türkische Wirtschaft einen Beitrag zur Verbesserung der anatolischen Industrie zu leisten. Darum unterstützt die Kammer auch die Messeaktivitäten ihrer Mitglieder, die an nationalen Messen kostenlos teilnehmen und für Auftritte auf internationalen Messen Zuschüsse erhalten können. Ziel ist neben der Werbung für eigene Produkte auch, es den Firmen zu ermöglichen, frühzeitig neue Trends feststellen und geeignete Strategien zu entwickeln.
  • (Radikal, 24.09.02) Bisher 3,3 Katrillionen zur Beseitigung der Schäden durch das Marmara-Erdeben von 1999 ausgegeben. Nach Daten des Finanzministeriums wurden bis Mai 2002 insgesamt 3,3 Katrillionen TL ausgegeben. In diesem Jahr belaufen sich die ASusgaben auf 179 Trillionen, wovon 58,3 Trillionen durch Kredite geleistet wurden. 2,147 Katrillionen TL wurden seit 1999 aus dem Haushalt geleistet.
  • (Radikal, 24.09.02) Verordnungen zum Gesetz für öffentliche Ausschreibungen voraussichtlich Ende Oktober fertig. Die Verordnungen für das zum 1. Januar 2003 in Kraft tretende Gesetz sollen bis Ende des Monats relevanten Nichtregierungsorganisationen wie TOBB, TÜSIAD und der Union der Bauunternehmer zur Stellungnahme zugesandt werden. Gesetz und Verordnung sollen zu mehr Transparenz und Effizienz im öffentlichen Beschaffungswesen beitragen. Neben einer Systematisierung der KOntrollen werden handhabbare Prüfkriterien sowie neue Teilnahmebedingungen an öffentlichen Ausschreibungen formuliert. Das Gesetz findet auf alle staatlichen Dienste sowie Betriebe mit einer staatlichen oder kommunalen Beteiligung von mehr als 50 % Anwendung und ist in Abstimmung mit EU und Weltbank vorbereitet worden.
  • (Milliyet, 22.09.02) Haushaltsdisziplin hält an. In den ersten acht Monaten diesen Jahres erreichte das Haushaltsdefizit eine Größenordnung von 21,643 Katrillionen TL. Von bisher 70,392 Katrillionen TL, die aus dem Haushalt gezahlt wurden, 35,833 Katrillionen TL für Zinsen aufgewandt. Der Haushaltsüberschuß ohne Zinsen erreichte im August ein Niveau von 12,9 Katrillionen und nähert sich damit weiter dem geplanten Jahresendstand von15,9 Katrillionen TL an. In den ersten 8 Monaten wurden 48,794 Katrillionen TL eingenommen, davon 36,481 Katrillionen durch Steuern.
  • (Milliyet, 22.09.02) Banken schlossen Jahr 2001 mit insgesamt 3,6 Milliarden Dollar Defizit ab. Nach einem Bericht der Bankenvereinigung machten die Banken, die auf der Basis inflationsbereinigter Bilanzen Gewinne ausweisen konnten, 1,495 Milliarden gut, der Schaden bei den defizitären Banken lag bei 5,065 Milliarden Dollar. Die Defizite bei den staatlichen Banken beliefen sich auf 14 Millionen Dollar, bei den privaten Banken 2,312 Milliarden Dollar, bei den verstaatlichten Banken (TMSF) 1,666 Milliarden Dollar und bei den Investitionsbanken 133 Millionen Dollar. In der Türkei tätige ausländische Banken konnten einen Gewinn in der Größenordnung von 201 Millionen Dollar ausweisen. Dem Bericht zufolge sank das Eigenkapital der Privatbanken im vergangenen Jahr um 10 %.
  • (Staatliches Statisitikinstitut, 20.09.02) Abnahme des Personals, Zunahme der Arbeitsstunden. Die Auswertung der Beschäftigungsstatistik für das produzierende Gewerbe im 2. Quartal 2002 zeigt, daß der Stundenlohn in staatlichen Betrieben inflationsbereinigt gegenüber dem vergangenen Jahr um 5,5 % zugenommen, in privaten Betrieben um 3,3 % abgenommen habe. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verdienst verringerte sich um 4,4 %. Die Zahl der Beschäftigten hat sich dabei im 2. Quartal um 0,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert, während die Zahl der Arbeitsstunden um 2,6 % angestiegen ist. Der Beschäftigtenrückgang geht dabei auf den Personalabbau in staatlichen Betrieben (12%) zurück. Die Statistik zeigt dabei gleichzeitig einen starken Anstieg der Produktivität - im staatlichen Sektor um 22 %, im privaten Sektor um 13 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
  • (Milliyet, 21.09.02) IMF stellt fünf Bedingungen. In einer Rede vor dem 4. Wirtschaftsgipfel in Antalya, der unter Beteiligung einer Reihe von Regierungsminigliedern durchgeführt wurde, erklärte der Türkei-Vertreter des IMF Brekk, daß für eine erfolgreiche Durchführung des Programms die Verringerung der staatlichen Beschäftigten, Haushaltsdisziplin, die Stärkung des Finanzsektors, eine Stärkung des Budgets sowie eine Konzentration auf die Geldpolitik entscheidend seien.

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