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- (Aksam, 20.04.03) Nordzypriotische Opposition trifft sich mit griechischem
Premier Simitis in Süd-Zypern. Bei dem Treffen
brachten Vertreter der CTP, TKP, YBH, BKP und KSP die Forderung zum
Ausdruck, dass die beiden EU-Parlamentsmandate, die für den türkischen
Bevölkerungsteil reserviert sind, zunächst nicht besetzt werden.
Außerdem forderten sie, dass Türkisch zu einer der Amtssprachen
der Union werde. Außerdem forderten sie, dass der Annan-Plan weiterhin
Grundlage für die Fortführung der Verhandlungen über
die Wiedervereinigung Zyperns bleibe.
- (Aksam, 20.04.03) AKP plant Alternativorganisation zum Milli Görüs.
Das AKP-Vorstandsmitglied Saban Disli hat eine Deutschland-Reise mit
dem Ziel angetreten, die Gründung einer Auslandsorganisation der
AKP einzuleiten. Die neue Organisation soll eine Alternative zum Milli
Görüs werden, der als inoffizielle Auslandsorganisation der
Saadet Parti gilt. Disli wird in Köln an den Vorarbeiten für
die Gründung einer Organisation teilnehmen und danach in München,
Berlin und Stuttgart Gespräche führen. Status und Nahme der
Organisation stehen bisher nicht fest. In der gleichen Ausgabe berichtet
die Aksam von einer Verordnung des Außenministeriums, derzufolge
der Milli Görüs zum Staatsprotokoll, d.h. offiziellen Empfängen,
zugelassen und die Schulen von Fetullah Gülen anerkannt werden
sollen. Eine Woche hatte es einige Unruhe gegeben, weil der Milli Görüs
im Zusammenhang mit dem deutsch-türkischen Abkommen zur Bekämpfung
von Terrorismus und organisiertem Verbrechen in den Zusammenhang von
Terrororganisationen gestellt worden war. Die AKP hatte jedoch die diebezüglichen
Passagen aus der Begründung des Gesetzes zur Ratifizierung des
Abkommens entfernt.
- (Milliyet, 20.04.03) Umgang mit der Republik Zypern.
Im Rahmen des Programms des EU-Außenministertreffens vom 2. bis
4. Mai in Kastellorizo (Griechenland), an dem auch die Beitrittskandidaten
teilnehmen, ist auch an einen Türkeibesuch gedacht. Der Ankara-Vertreter
der Milliyet Fikret Bila weist in dem Zusammenhang Außenminister
Abdullah Gül auf das Problem mit der Republik Zypern hin - bisher
hat die Türkei die Teilnahme an Veranstaltungen verweigert, an
denen die Republik Zypern offiziell teilnahm. Gül antwortet darauf,
dass diese Politik geändert werden müsse, wolle man nicht
auf den EU-Beitritt verzichten.
- (Yeni Safak, 19.04.03) 450 Millionen Dollar Finanzhilfe für
Türkische Republik Nord-Zypern. Einer Erklärung
des stellvertretenden Ministerpräsidenten Abdüllatif Sener
zufolge beinhaltet das Protokoll über in der Türkischen Republik
Nord-Zypern zu unterstützende Projekte eine Finanzhilfe in einer
Größenordnung von 450 Millionen Dollar. Sener gab auch bekannt,
dass Arbeiten, alle bürokratischen Hemmnisse im Handel zwischen
beiden Ländern aufzuheben, betrieben würden und Vorbereitungen
unternommen werden, ganz Nord-Zypern zur Freihandelszone zu erklären.
- (Radikal, 19.04.03) Einschränkung polizeilichen Gewalteinsatzes
bei Demonstrationen. Einer Verordnung des Generaldirektors
der türkischen Sicherheitsdienste Gökhan Aydiner zufolge sollen
zukünftig unerfreuliche Szenen bei Demonstrationen verhindert werden.
Demzufolge darf ohne direkte Anweisung keine Zwangsmaßnahme erfolgen;
"jagen" Demonstranten habe zu unterbleiben, gestürzte
Demonstranten sollen nicht geschlagen, sondern ihnen aufgeholfen werden.
- (Aksam, 18.04.03) Tourismus- und Kulturministerium vereinigt.
Das Gesetz zur Vereinigung der beiden Ministerien wurde am 17. April
vom türkischen Parlament beschlossen und bedarf nun noch der Veröffentlichung
durch Staatspräsident Sezer im Staatsanzeiger. Das Gesetz ist Teil
der umfassenden Reform des Staates, bei dem die Zahl der Ministerien
verringert, ihre Aufgaben neu verteilt und ein wesentlicher Teil ihrer
Aufgaben an Regionalbehörden abgegeben werden soll. Das Projekt
war mit der Bildung der neuen Regierung nach der Wahl von Tayyip Erdogan
zum Abgeordneten auf die Tagesordnung gelangt, hatte jedoch insbesondere
in der Kulturszene einige Kritik hervorgerufen.
- (Milliyet, 16.04.03) Neues Projekt zur Vereinigung der Linksparteien.
Mit Blick auf die für April kommenden Jahres vorgesehenen Kommunalwahlen
ist ein neuer Anlauf zur Gründung einer Dach-Partei auf der Linken
eingeleitet worden. Zur Vermeidung eines Führungsstreits sei im
Gespräch, zum Vorsitzenden eine Person aus den Reihen der international
bekannten türkischen Schriftsteller zu wählen. Im Gespräch
sei Yasar Kemal, der dem Vorsitz einer solchen Partei aufgeschossen
gegenüberstehe. An den Diskussionen seien auch Orhan Pamuk und
Adalet Agaoglu beteiligt. Die Gespräche werden bisher zwischen
SHP, DEHAP und ÖDP geführt, es sei gedacht, nun auf die YTP
von Ismail Cem zuzugehen.
- (Bianet, 15.04.03) Bericht über Probleme von Nichtregierungsorganisationen
in den Südost-Provinzen. Eine von der dem Amt
des Ministerpräsidenten angeschlossenen Verwaltungsstelle des GAP-Staudammprojektes
durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Schluß, dass Provinz-Gouverneure
und Sicherheitsorgane Nichtregierungsorganisationen in der Region nach
wie vor mit Mißtrauen betrachten und damit ein wesentliches Hinderniss
für deren Arbeit darstellen. Die Untersuchung wurde im ersten Durchgang
in 8 Provinzen mit 92 Organisationen, im zweiten Durchgang in 7 Provinzen
mit 27 Organisationen durchgeführt. 70 % der Organisationen war
in den vergangenen 10 Jahren entstanden. 22 % der Organisationen verfügten
über kein eigenes Büro. Unzureichende technische Ausstattung
war ein wesentliches Problem. Der Studie zufolge sind die Hauptprobleme
der Organisationen fehlende staatliche Unterstützung, geringes
Interesse und geringe Kenntnis der Bevölkerung und die daraus folgende
Schwierigkeit, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. Die Tätigkeitsschwerpunkte
der befragten Organisationen lagen auf Bildung, Kultur, Stadtentwicklung/-verschönerung
und Umweltschutz. Sie finanzieren sich größtenteils durch
Mitgliederbeiträge, Spenden und den Erlös aus Veranstaltungen.
Die gegenseitige Kenntnis voneinander ist gering, so dass auch Zusammenarbeitspotentiale
nicht ausreichend genutzt würden.
- (Aksam, 14.04.03) Psychiatrisches Fachkrankenhaus für Schizophrenie
kommt nach Izmir. Mit einem für die Türkei
neuartigen Konzept und unter Mithilfe privater Sponsoren wird in Izmir
ein psychiatrisches Fachkrankenhaus gegründet. Dem Konzept nach
werden nicht nur Schizophrenie sondern auch andere psychiatrische Erkrankungen
behandelt. Außerdem soll es mit einer Reihe von Angeboten für
die Bevölkerung offen sein und damit der Isolation der Kranken
entgegenwirken. Für die Patienten sind Tagesprogramme vorgesehen,
die auch berufsbildende Maßnahmen vorsehen.
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