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- (Zaman, 11.05.03) Präsident des Verwaltungsgerichtshofes fordert
Kompetenzeinschränkung des Staatspräsidenten.
Anläßlich einer Feier zum 135. Gründungstag des Verwaltungsgerichtshofes
erklärte dessen Präsident Nuri Alan, das die Kompetenzvielfalt
des Staatspräsidenten einem demokratischen System nicht anstehe,
dass auch die Entscheidungen des Hohen Militärrates einer gerichtlichen
Überprüfung offenstehen müßten und dass die Praxis
politisch orientierter Stellenbesetzung maßgeblich zur Instabilität
der Entwicklung der Türkei beigetragen habe. Alle diese Themen
waren bereits mehrfach von unterschiedlichen Personen, z.T. auch durch
Staatspräsident Sezer selbst, angesprochen worden. Alan verband
seine Kritik an der Machtfülle des Präsidenten u.a. mit dem
Hinweis darauf, dass dies umso problematischer werde, wenn eine Partei
im Parlament in der Lage sei, dieses Amt allein mit ihren Stimmen zu
vergeben...
- (Zaman, 11.05.03) EU-Hilfe für Nord-Zypern über UN?
Es wird darüber spekuliert, ob die EU die vorgesehene Hilfe für
Nord-Zypern in Höhe von 15 Millionen Euro auf dem Weg über
die UN auszahlt. Das Problem besteht darin, dass die EU-Mitglieder die
Türkische Republik Nord-Zypern nicht anerkennen. Andererseits bestand
die dortige Führung darauf, dass die Gelder direkt an den nordzypriotischen
Staat ausgezahlt werden müßten. Mit der Veröffentlichung
des Hilfspaktes wird am 21. Mai gerechnet.
- (Aksam, 11.05.03) Republik Zypern läßt Einreise von
Nordzyprioten mit Auto zu. Hatte sich die Republik
Zypern bisher geweigert, im Norden der Insel zugelassene Kraftfahrzeuge
einreisen zu lassen, wurde nun ein Grenzübergang zu diesem Zweck
zugelassen. Hintergrund der früheren Weigerung war, dass die Republik
Zypern vermeiden wollte, zu einer defacto Anerkennung der türkischen
Republik im Norden beizutragen.
- (Zaman, 10.05.03) Ansprache an die Nation von Ministerpräsident
Erdogan. In seiner aufgezeichneten Fernsehrede ging
Erdogan zunächst auf die geplante Staatsreform ein und erklärte,
dass alle Befürchtungen hinsichtlich einer Schwächung der
staatlichen Einheit gegenstandslos seien. Außerdem merkte er an,
dass sich die Haltlosigkeit der erhobenen Vorwürfe bereits daraus
erweise, dass noch kein Gesetzesentwurf vorgelegt worden sei. Die Vorwürfe,
seine Regierung betreibe eine politisch motivierte Personalpolitik bewertete
Erdogan mit Verweis auf die Praxis der Vorgängerregierungen als
beleidigend. Außerdem warb Erdogan für die im ersten Anlauf
gescheiterte Verfassungsänderung zum Schutz des Waldes. Weiterhin
kündigte Erdogan eine aktive Außenpolitik an und erklärte,
die Türkei stände der EU heute näher als je zuvor.
- (Yeni Safak, 10.05.03) Staatspräsident verweigert Zustimmung
bei 151 Ernennungen. Von 752 seitens der AKP-Regierung
vorgelegten Ernennungsanträgen wurden 151 durch Staatspräsident
Sezer zurückgewiesen.
- (Yeni Safak, 10.05.03) Außenminister Gül optimistisch,
Aufnahmeverhandlungen noch vor 2005 beginnen zu können.
Außenminister Gül erklärte, dass die Türkei die
meisten Kriterien von Kopenhagen bereits erfüllt hat - sie seien
der Türkei auch nicht grundsätzlich fremd. Die zur Zeit positiven
Beziehungen zwischen EU und Türkei müßten ausgenutzt
werden. Außerdem bekräftigte Gül die Entschlossenheit
der Regierung, noch ausstehende Reformen durchzuführen. Er zeigte
sich optimistisch, dass mit den Aufnahmeverhandlungen noch vor dem im
Dezember vergangenen Jahres festgesetzten Entscheidungstermin für
die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen begonnen werden können.
- (Zaman, 9.05.03) Vereinigung von Wald- und Umweltministerium vollzogen.
Mit der Ernennung von Osman Pepe als Minister für das vereinigte
Ministerium wurde die Fusion von Wald- und Umweltministerium abgeschlossen.
Der vorherige Umweltminister Tüzmen wurde zum Staatsminister und
wie in der Regierung Gül mit dem Staatssekretariat für Außenhandel
und der Zollverwaltung betraut.
- (Zaman, 7.05.03) Nationales Programm soll am 15. Juni Kabinett
vorgelegt werden. Außenminister Gül kündigte
an, dass der Entwurf für das Nationale Programm zur Einlösung
der Kopenhagener Kriterien am 15. Juni dem Kabinett vorgelegt werden
solle. Gül erklärte außerdem die Entschlossenheit der
Regierung, die Umsetzung der gesetzlichen Reformen gegebenenfalls rechtilch
durchzusetzen: "Wird ein von uns herausgebrachtes Gesetz nicht
angewandt, so liegt eine Verfehlung vor. Dagegen werden Vorkehrungen
ergriffen." Die Neuauflage des Nationalen Programms, das das Gegenstück
zur jüngst veröffentlichten Beitrittspartnerschaft darstellt,
soll im Gegensatz zu seinem Vorgänger über einen klaren Zeitplan
verfügen. Gül erklärte außerdem die Entschlossenheit
der Regierung, das Nationale Programm noch vor dem 1. Juli durch das
Parlament verabschieden zu lassen.
- (Aksam, 6.05.03) Frauenprotest gegen "Jungfräulichkeitsklausel"
im Türkischen Strafgesetz. Nach einem Urteil
des Kassationsgerichtshofes zur Vergewaltigung einer jungen Frau, bei
dem ein Strachnachlass gewährt wurde, weil diese ihre Jungfräulichkeit
nicht nachweisen konnte, ist eine breite Diskussion über rückständige
Bestimmungen im türkischen Strafrecht entbrannt. Frauenorganisationen
warnen in diesem Zusammenhang, dass die Regierung ohne Beteiligung der
Frauenverbände eine Änderung von Strafrechtsbestimmungen vorbereite,
die viele in den vergangenen Jahren erreichte Verbesserungen des Schutzes
von Frauen vor Gewalt und sexuellem Mißbrauch zunichte machten.
- (Aksam, 5.05.03) Pensionsliste der Botschafter fertiggestellt.
Nach heftigen öffentlichen Diskussionen und einer Intervention
des Staatsrpäsidenten ist nun nach Mitteilung der Tageszeitung
Aksam die Liste der zu pensionierenden hochrangigen Diplomaten fertiggestellt
worden. Staatspräsident Sezer soll als Bedingung für die am
12. Mai in Kraft tretende Maßnahme gestellt haben, dass sie einmalig
bleibe und zu keiner weiteren Politisierung des Außenministeriums
führe.
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