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- (Yeni Safak, 11.05.03) Deflation in den kommenden Monaten?
Nach Einschätzung des Staatsministers für das Schatzamt Ali
Babacan könnten rückläufige Preise für landwirtschaftliche
Produkte und für Öl in den nächsten Monaten dazu führen,
dass die Inflationsrate negative Werte aufweist. Babacan, der auf einer
Veranstaltung der Bilkent Universität sprach, erklärte seine
Überzeugung, dass das Inflationsziel von 20 % für dieses Jahr
gehalten werden könne. Weitere Sprecher der Konferenz waren der
EU-Botschafter Kretschmer, der Weltbankvertreter Chhibber sowie ein
Sprecher der Investitionsbank Merill Lynch. Letzterer gab an, dass die
Bank jüngst ihre Inflationsschätzung auf 23,4 % für dieses
Jahr gesenkt habe. Kretschmer, der den Weg der Türkei mit einem
Schwerlastzug verglich, der nur langsam in Bewegung käme, dann
aber nicht aufzuhalten sei, merkte an, dass in der Türkei 80 %
der Anlagen der Banken in Staatsanleihen flössen, während
diese Quote in der EU nur bei 25 % läge. Chibber wies darauf hin,
dass die türkische Wirtschaft den wirtschaftlichen Kriterien von
Kopenhagen entspräche.
- (Yeni Safak, 11.05.03) Weiterer Abbau der Beschäftigung im
Bankenwesen im vergangenen Jahr. Nach Daten der
türkischen Bankenvereinigung ist die Zahl der in der Türkei
tätigen Banken im Jahr 2002 von 61 auf 54 zurückgegangen.
Während 15.950 Beschäftigter öffentlicher Banken und
505 Beschäftigte von Banken unter Aufsicht des Einlagen&Kreditversicherungsfonds
ihre Stelle verloren, stieg die Zahl der Beschäftigten erstmals
seit drei Jahren wieder an, so dass der Gesammtabbau von Stellen im
Bankenwesen mit 14.071 angegeben wird. Insgesamt sind 123.271 Personen
im Bankenwesen beschäftigt. Den Daten zufolge verfügt die
staatliche Ziraat Bank über die größten Aktiva, gefolgt
von der Akbank und der Is Bank.
- (Aksam, 11.05.03) Änderungsentwurf für das Gesetz für
das öffentliche Beschaffungswesen verstößt gegen IMF-Verpflichtungen.
Der von der Regierung vorbereitete Entwurf zur Änderung des Gesetztes
für das öffentliche Beschaffungswesen kann gemäß
der von der Regierung dem Internationalen Währungsfond (IMF) gegenüber
abgegebenen Verpflichtungserklärung nur im Einvernehmen mit dem
Fond und der Weltbank geändert werden. Darüber hinaus hatte
sich die Regierung verpflichtet, die Bestimmungen des Gesetzes strikt
umzusetzen. Die geplante Änderung zielt darauf, den Geltungsbereich
des Gesetzes einzuschränken und die Sektoren Wasser, Telekommunikation,
Energie und Verkehr herauszunehmen. Außerdem soll eine Bestimmung,
die Firmen, gegen die aufgrund früherer Tätigkeiten ein Verfahren
eingeleitet wurde, von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen
ausschließt, gestrichen werden.
- (Yeni Safak, 10.05.03) Aufhebung des Pensionsgesetzes durch das
Verfassungsgericht schafft Regelungslücke.
Durch das Urteil des Verfassungsgerichts vom 8. Mai, die Senkung des
Pensionsalters auf 61 Jahre aufzuheben, besteht zur Zeit keine Rechtsgrundlage
mehr für eine Pensionierung. Darum kann bis zum Erlaß eines
neuen Gesetzes voraussichtlich überhaupt keine Pensionierung -
weder durch Erreichung der früheren Altersgrenze von 65 Jahren
noch auf eigenen Wunsch - erfolgen. Die Regierung hat angekündigt,
unverzüglich mit der Erarbeitung eines neuen Gesetzes zu beginnen,
ohne zunächst die Urteilsbegründung des Verfassungsgerichts
abzuwarten. Es heißt, dass die neue Altersgrenze bei 62 Jahren
liegen solle.
- (Aksam, 10.05.03) Kabinett billigt Plan zur Telekom-Privatisierung.
Der Plan sieht vor, dass zunächst Anleihen ausgegeben werden, die
später in Aktien umgewandelt werden können. Wie der Telekom-Vorstandssprecher
Erkan Akdemir erklärte, sei die Prinzipienentscheidung der Regierung
inzwischen von allen Mitgliedern unterzeichnet, die Bestimmung zur Umwandlung
von Anleihen in Aktien sei dem Staatspräsidenten zur Zustimmung
zugesandt worden. Die Wertfeststellung der Turkish Telekom durch eine
Beratungsfirma werde voraussichtlich im Juni-Juli fertiggestellt werden.
Kritisch merkte Akdemir außerdem an, dass die Bestimmungen des
Gesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen zu einer Zeitverzögerung
bei der Privatisierung von mindestens 6 bis 7 Monaten führen.
- (Zentralbank, 9.05.03) Inflationserwartung rückläufig.
Nachdem die Inflationserwartung bei der ersten Befragung im April einen
Gipfel mit der Schätzung von 28 % im Verbraucherpreisindex erreichte
- das laufende Wirtschaftsprogramm sieht 20 % vor - ergab sich bei der
ersten Befragung im Mai ein mittlerer Schätzwert von 26,6 %. Die
Erwartungen für den Verbraucherpreisanstieg der kommenden 12 Monate
erreichte mit einem mittleren Wert von 23,3 % den niedrigsten Stand
seit einem Jahr. Der einfache Geldmarktzins zum Jahresende wurde auf
35,4 % geschätzt (Mittelwert), die Wachstumserwartung erreichte
wieder einen Wert von durchschnittlich 3,7 %, lag damit aber immer noch
niedriger als zum Jahresanfang. Die Befragung zeigt außerdem eine
Erwartung, dass das Zahlungsbilanzdefizit in diesem Jahr deutlich steigen
wird.
- (Aksam, 9.05.03) Steigende Nachfrage nach Autos. Die Zahl der
verkauften Autos ist um 30 % gegenüber dem Vormonat gestiegen.
In den ersten vier Monaten des Jahres stieg der Absatz von Autos
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 149 %. Im April lag der Anteil
der Autos aus einheimischer Produktion bei rund einem Drittel.
- (Staatliches Statistikinstitut, 8.05.03) Produktionsindex im März
um 5,6 % gegenüber Vorjahresmonat gestiegen.
Mit einem Anstieg von 7,5 % im ersten Quartal stieg der Index des Produzierenden
Gewerbes stark an. Während im ersten Quartal die Bergbauproduktion
einen Rückgang von 15,5 % aufzuweisen hat, stieg die der Industrie
um 8,7 %, die von Energie/Gas/Wasser um 8,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Im März 2003 erzielte der Sektor Energie/Gas/Wasser mit 11,4 %
Wachstum den größten Anstieg, der der Industrie belief sich
auf 5,8 %. Gemäß des Produktionsniveaus von 1997 (1997=100)
wurde ein Wert von 108,2) erreicht. Die Hälfte der ausgewiesenen
Industriezweige mußte im März Produktionsrückgänge
in zum Teil zweistelliger Größenordnung hinnehmen, bezogen
auf das ersten Quartal waren es 8 von 22 Industriezweigen. Den drastischsten
Rückgang wies die Produktion von "sonstigen Fahrzeugen"
mit 67,7 % auf.
- (Yeni Safak, 8.05.03) Tourismus zeigt Erhohlungsanzeichen.
Nach dem Ende des Irak-Krieges sind die Buchungszahlen für die
Türkei wieder deutlich angestiegen. Aus Antalya wird ein derzeitiger
Auslastungsgrad der Hotels von 70 % gemeldet. Gleichwohl gehen die Reiseveranstalter
davon aus, dass die Zahlen von 2002 kaum erreicht werden können.
- (Bianet, 7.05.03) Kassationsgerichtshof stärkt Verbraucherschutz.
In einer Entscheidung hat der Kassationsgerichtshof festgelegt, dass
ein der Garantie unterliegendes fehlerhaftes Produkt, wird es nicht
innerhalb von 30 Tagen repariert, entweder gegen ein neues umgetauscht
oder der Kaufpreis erstattet werden muß. Das türkische Verbraucherrecht
überläßt dem Kunden die Wahl zwischen Reparatur, Minderung
des Preises, Umtausch oder Kaufrücktritt.
- (Milliyet, 7.05.03) Zahlungserleichterung für Sozialversicherungsschulden
geplant. Nach dem Modell des Gesetzes zum Steuerfrieden
soll nun auch ein Gegenstück für die Begleichung von Sozialversicherungsschulden
aufgelegt werden. Gedacht ist an eine Neustrukturierung der Schulden
und einer Ratenzahlung über 18 Monate.
weitere Kurzmeldungen
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