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Istanbul Post |
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Berlusconi auf Staatsbesuch in Ankaravon Ekrem Güzeldere Überraschend deutlich äußerte sich der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei einem offiziellen Staatsbesuch in Ankara zu den Aussichten eines türkischen EU-Beitritts. Er könne sich eine Aufnahme der Türkei bereits 2007 vorstellen, sagte er auf einer Pressekonferenz. Silvio Berlusconi folgte mit seinem Besuch einer Einladung des türkischen
Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der Berlusconi bei einem
Besuch in Rom im November 2002 nach Ankara eingeladen hatte. Nach den harten Wirtschaftsgesprächen kam dann der italienische Regierungschef auf die Rolle Europas nach der Erfahrung mit dem Irak-Krieg zu sprechen. Nur die Bildung eines großen und militärisch starken Europa könne der Macht der USA etwas entgegensetzen. Die EU würde als Groß-Europa im Verhältnis zu den USA keine untergeordnete Stellung mehr haben, sagte Berlusconi. Dies sei aber nur möglich, wenn Europa seine Grenzen ausdehne, um die Türkei, Weißrussland, die Ukraine und die Russische Föderation einzuschließen. Ob Berlusconi die letztgenannten Länder wirklich als Teil einer zukünftigen EU verstand oder nur ein loseres militärisches Bündnis meinte, wurde nicht ganz deutlich. Wie ernst er es mit seinen Vorschlägen meint, wird er bald unter Beweis stellen können. Italien übernimmt im Juli die EU-Ratspräsidentschaft für sechs Monate von Griechenland. Er werde sich während dieser Zeit für den Beitrittswunsch der Türkei einsetzen, sagte Berlusconi nach Gesprächen mit Erdogan. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch das Jahr 2007. Die Antwort aus Brüssel ließ nicht lange auf sich warten.
Der für die Erweiterung zuständige deutsche Kommissar Günter
Verheugen nannte die Vorschläge Berlusconis "interessant, aber
wohl zu ambitioniert." Verheugen fügte hinzu, dass die Türkei
auf einem guten Weg sei, aber immer noch vor allem die Situation der Menschenrechte
Anlass zur Sorge gebe. Aktionen wie die jüngst durchgeführte
Razzia beim Türkischen Menschenrechtsverein IHD in Ankara stünden
nicht in Einklang mit den angekündigten Reformen, sagte er am Mittwoch
in Brüssel. Es gibt aber durchaus auch positive Beispiele an der Menschenrechtsfront.
Eine Delegation deutscher Abgeordneter unter Leitung Christa Nickels sprach
nach einem Besuch Diyarbakirs von merklichen Verbesserung im alltäglichen
Gebrauch der kurdischen Sprache. Auch wurde ein neulich eröffnetes
Büro der Anti-Terror-Abteilung der Polizei besucht, das laut Nickels
"internationalem Standard bei der Vermeidung von Folter" entspreche. |
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Stefan Hibbeler Redaktion: redaktion@istanbulpost.net |
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Copyright © 2001 Istanbul Post Last modified: 28.12.2003 |
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