Jahrgang 2 Nr. 29 vom 26.07.2004
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Radikal, 24.07.04) Leistungsbilanzdefizit der ersten fünf Monate bei 8,8 Mrd. Dollar. Mit einem Defizit in Höhe von 1,58 Mrd. Dollar im Mai verdoppelte sich das 0Leistungsbilanzdefizit in den ersten fünf Monaten des Jahres und erreichte eine Höhe von 8,8 Mrd. Dollar. Die Berechnung weist außerdem aus, dass in den ersten fünf Monaten Devisen ungeklärter Herkunft in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar ins Land gekommen sind.
  • (Radikal, 22.07.04) Turkish Airlines unterzeichnet Vorvertrag über 36 Airbus-Flugzeuge. Die Flugzeuge sollen bis Ende 2007 ausgeliefert werden. Aufgrund der Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre konnte die Turkish Airlines (THY) in den vergangenen Jahre ihre Flugzeuge nicht erneuern. Durch die Neuanschaffungen plant das Unternehmen den Flugzeugpark von jetzt 51 auf 100 zu erweitern und weltweit das Unternehmen mit dem neuesten Flugzeugen zu werden. Andererseits wird die Terminierung der Entscheidung zugunsten von Airbus auch als "Bestechungsversuch" bewertet, mit dem Frankreich das Eintreten für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei erleichtert werden soll.
  • (Radikal, 22.07.04) Steigende Produktivität bei sinkenden Reallöhnen. Während die Produktivität gegenüber der Zeit vor Ausbruch der Krise um 14,5 % stieg, gingen die Reallöhne um 24,4 % zurück. Gemäß des von Staatlichen Statistikinstitut aufgestellten Index, der das Jahr 1997 als 100 setzt, lag der Produktivitätsindex 2001 bei 119,6 und der Lohnindex bei 111,1 Punkten. Heute liegt der Produktivitätsindex bei 137 und der Lohnindex bei 84 Punkten.
  • (Radikal, 21.07.04) Einigung zwischen Çukorova Gruppe und Bankenaufsicht. Nach langem hin und her einigten sich beide Seiten darauf, dass die Çukorova Gruppe die Yapi Kredi Bank bis zum 31. Oktober 2005 verkaufen wird. Erfolgt der Verkauf nicht bis zu diesem Zeitpunkt, wird der Guthabenversicherungsfond den Verkauf übernehmen. Zugleich wird die Çukorova Gruppe die Anteile der Yapi Kredi Bank an dem Internet-Provider Superonline sowie dem digitalen Fernsehkanal DigiTürk und Turkcell für den Preis von einer Milliarde Dollar kaufen. Die Maßnahme wurde erforderlich, nachdem die zur Çukorova Gruppe gehörende Pamukbank in den Guthabenversicherungsfond übernommen wurde. Der Gruppe wurde danach die Eigenschaft, eine Bank betreiben zu können, aberkannt.
  • (Dünya, 21.07.04) Eine Trillionen TL für jedes Dorf. Landwirtschaftsminister Sami Güçlü kündigt an, dass im Rahmen des Projektes "Soziale Unterstützung für den ländlichen Raum" 289.000 Familien mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet werden sollen, um am Produktionsprozeß teilzunehmen. In diesem Zusammenhang wurde im Dorf Ayvali (Eskisehir) 50 Bauernfamilien je 25 Schafe und ein Widder übergeben.
  • (Radikal, 21.07.04) Türkei schneidet hinsichtlich "wirtschaftlicher Liberalität" schlecht ab. Ein internationaler Vergleich von 123 Ländern brachte die Türkei auf Platz 100. Grund für das schlechte Abschneiden waren bürokratische Hindernisse, mangelnde Unabhängigkeit der Gerichte sowie der unzureichende Schutz geistigen Eigentums. Gut schnitt die Türkei demgegenüber beim Zugang zu Wirtschaftsdaten ab.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 21.07.04) Rekordauslastung im produzierenden Gewerbe. Die Umfrage des Staatlichen Statistikinstitutes für den Monat Juni ergab einen Auslastungsgrad von 84,5 %. Im Hinblick auf die zusätzlichen Fragen ergab sich, wie bereits im Vormonat, dass eine nachlassende Auslandsnachfrage wahrgenommen wird.
  • (Radikal, 19.07.04) Geringe Internet-Nutzung in der Türkei. Einer Umfrage von GFK-Türkiye in 20 großen Provinzen unter 1300 Personen ergab, dass nur 20 % der Befragten den Computer zum Versenden von Post benutzen. 87 % der Befragten benutzen das Internet nicht. Von den Nutzern sind 52 % zwischen 18 und 24 Jahren und 7 % zwischen 35 und 44 Jahren alt. Die durchschnittliche Verweildauer im Internet pro Woche liegt der Umfrage zufolge zwischen zwei bis drei Stunden.
  • (Radikal, 19.07.04) Umfassende Reform des öffentlichen Dienstrechts in Vorbereitung. Dem Gesetzentwurf zufolge sollen von den derzeit mehr als 2 Millionen türkischen Beamten 1,5 Mio. in den Angestelltenstatus überführt werden. Beamte sollen die Angehörige der Sicherheitsorgane, hohe Verwaltungsfunktionäre, Richter, Staatsanwälte und Soldaten bleiben. Mit der Reform soll außerdem das Entlohnungssystem mit dem Ziel vereinfacht werden, für gleiche Arbeit gleichen Lohn zu zahlen. Außerdem soll die Sozialversicherungspflicht auch auf die Beamten ausgedehnt werden.
  • (Dünya, 16.07.04) Großer Rückstand der türkischen Landwirtschaft beim Eurepgap. Zum Jahresende tritt die Richtlinie des europäischen Großhandelsverbandes für landwirtschaftliche Produkte in Kraft, derzufolge Bodenverhältnisse, Saatgut, Anbaumethode und Ernte/Lagerung lückenlos nachverfolgbar sein müssen. Während in einigen Ländern die Vorbereitung auf diesen neuen, verbraucherfreundlichen Standard weit gediehen sind, beträgt die Zahl der zertifizierten Betriebe in der Türkei nach Auskunft der Eurepgap Türkei-Beauftragten Nurcan Güven gerade einmal 10. Dabei sei absehbar, dass neben dem europäischen Großhandel bald auch andere Länder, insbesondere aber auch die Nahrungsmittelindustrie bald ebenfalls den Eurepgap-Standard anwenden werden. Für die türkischen Landwirte schlägt Nurcan Güven vor, Produzentengemeinschaften zu bilden, die die Zertifizierung erleichtern und Kosten senken.
  • (Birgün, 16.07.04) Türkei beim Entwicklungsgrad auf Platz 88. Auf der Grundlage der Daten von 2002 erreichte die Türkei in der jährlichen Bewertung der Weltentwicklungsorganisation UNDP den 88. Platz unter 177 Ländern. Damit konnte sie den durch die Krise von 2001 ausgelösten Rückfall auf Platz 96 bis zu einem gewissen Grade ausgleichen, erreichte aber noch nicht den Vorkrisenstand von Platz 85. Die Bewertung der Weltentwicklungsorganisation ist sehr umfassend. Neben der volkswirtschaftlichen Größe gehen auch Faktoren wie Lebenserwartung, Alphabetisierung oder die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums in die Bewertung ein.

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