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- (Milliyet, 5.12.04) Zypern als Teil der Zollunion anerkannt.
Auf der Grundlage des Kabinettsbeschluß vom 1. Oktober, Süd-Zypern
in die Zollunion mit der EU einzubeziehen, ohne jedoch eine staatliche
Anerkennung vorzunehmen, wurde nun vom Staatssekretariat für Außenhandel
ein Schreiben an den Dachverband der türkischen Kammern und Börsen
(TOBB) gerichtet. Hier wird ausgeführt, dass im Außenhandel
unter Verwendung der Herkunfts-/Zieldeklaration "Zypern" Warenverkehr
auch mit dem griechischen Süden der Insel aufgenommen werden könne.
Die Verwendung der Bezeichnung "Republik Zypern" bleibt jedoch
unzulässig. Im Hinblick auf diese Einschränkung beruft sich
die Türkei auf die Assoziationsratsentscheidung 1/95, wo nur von
"Zypern" die Rede sei.
- (Milliyet, 4.12.04) Wachstumsaussichten für den Bankensektor.
Der Generaldirektor der Garanti Bank erklärte bei einem Vortrag
während des 2. internationalen Finanzgipfels, dass mit der Eröffnung
der EU-Beitrittsperspektive für die Türkei das Bankwesen eine
"Explosion" erleben werde. Insbesondere sei mit starkem ausländischem
Interesse zu rechnen. Der Anteil ausländischer Beteiligung am türkischen
Bankwesen werde auf 30 % steigen.
- (Staatliches Statistikinstitut, 3.12.04) Inflation im Bereich der
Erwartungen. Im November erreichte der Anstieg der
Großhandelspreise 0,75 %, der der Verbraucherpreise 1,54 %. Seit
Jahresanfang beläuft sich der Anstieg der Großhandelspreise
auf 14,4 %, der der Verbraucherpreise auf 9,79 %. Der Anstieg der Preise
des privaten produzierenden Gewerbes wurde mit 0,2 % ermittelt.
- (TÜSIAD, 3.12.04) Schlußerklärung des Gipfels der
Unternehmervereine in Diyarbakir. Bei diesem achten
Treffen lag der Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Armut und regionaler
Ungleichheit. In der Schlußerklärung wird Arbeitslosigkeit
als eines vordergründigsten Probleme aufgeführt. Als eine
der Hauptursache werden die Schattenwirtschaft und das Steuerwesen herausgestellt.
Ein weiterer Komplex ist die Reform des öffentlichen Dienstes.
Hier wird neben einer zügigen Fortsetzung der Privatisierung vor
allem auf die Notwendigkeit einer zügigen Verabschiedung von Reformgesetzen
hingewiesen. Gefordert wird außerdem eine umfassende Bildungsreform,
die mit der Anhebung der Schulpflicht auf 12 Jahre, einer Modernisierung
der technischen Ausbildung sowie einer an regionaler Entwicklung ausgerichteten
Institutionsentwicklung skizziert wird. Im Hinblick auf die Armutsbekämpfung
wird gefordert, neben kompensatorischen Maßnahmen die Regionalentwicklung
gleichrangig zu behandeln. Bei der Regionalentwicklung müsse die
Leitfunktion vom Staat auf die Zivilgesellschaft übergehen und
die Universitäten wirksamer einbezogen werden.
- (Zaman, 3.12.04) Leistungsbilanzdefizit bis Ende Oktober auf 10,7
Mrd. Dollar angewachsen. Im Oktober verlangsamte
sich das Wachstumstempo des Leistungsbilanzdefizites. Gleichwohl sieht
sich die Regierung gezwungen, ihre Schätzung für das Defizit
zum Jahresende auf 14,3 Mrd. $ nach oben zu korrigieren. Im Oktober
belief sich das Defizit auf 232 Mio. $ und lag damit unter dem vorherigen
Erwartungswert.
- (Zaman, 3.12.04) Ankündigung einer Körperschaftssteuersenkung.
Bereits mit Wirkung für das kommende Jahr plant die Regierung eine
Senkung der Körperschaftssteuer von jetzt 33 % auf 30 %. Grundsätzlich
wird geprüft, ob diese Steuer auf das Niveau der wichtigsten Konkurrenzländer
wie beispielsweise Tschechien von 22 % schrittweise abgesenkt werden
kann. Auch für die Einkommenssteuer sind Senkungen vorgesehen.
Details will der Ministerpräsident noch vor dem Jahreswechsel bekanntgeben.
- (Dünya, 2.12.04) Buchhaltung zieht ins Internet.
In Zusammenarbeit der Kammer der Steuerberater und der Firma Oracle
wurde eine Internetplattform entwickelt, die es ermöglicht alle
Funktionen computergestützter Buchhaltung im Internet zu verwirklichen.
Zu den Leistungen der Plattform gehört neben einem hohen Sicherheitsstandard
auch die unverzügliche Anpassung an die jeweils geltenden Rechtsbestimmungen.
Zugleich ist das System auch kompatibel zu internetgestütztem Handel
sowie eGovernment-Funktionen. Offiziell wird das System am 15. Dezember
in Betrieb genommen. Von den Mitgliedern wird eine Aufnahmegebühr
in Höhe von 900 YTL und ein Jahresbeitrag in Höhe von 100
Euro erhoben.
- (Milliyet, 2.12.04) Sinkende Gewinne trotz steigender Exporte.
Der Verband der türkischen Exporteure (TIM) gibt den Wert des türkischen
Exports im November mit 5,8 Mrd. $ an. Von Januar bis November 2004
beläuft sich der Wert auf 57,3 Mrd. $. In Zuwachszahlen ausgedrückt
liegt der Export im November um 45 % über dem Vorjahresmonat und
beläuft sich der Anstieg der ersten 11 Monate auf 33,5 % gegenüber
dem Vorjahreszeitraum. Die höchsten Zuwächse erzielten Metalle,
Kraftfahrzeuge, Maschinen & Ausstattungen sowie elektrische und
elektronische Geräte. Wie der Präsident des TIM Satici jedoch
anmerkte, seit trotz des Exportanstieges der Gewinn der Exportfirmen
aufgrund gestiegener Kosten gesunken. Außerdem müsse die
Dollar-Euro Parität berücksichtigt werden. Die türkische
Außenhandelsstatistik basiert auf dem Dollar, während ein
wesentlicher Teil des Außenhandels mit der Euro-Zone abgewickelt
wird, was angesichts der starken Paritätsverschiebung der vergangenen
Monate zu einem zusätzlichen Anstieg des Exporterlöses auf
Dollar-Basis geführt habe, jedoch nicht auf einen gestiegenen Export
zurückginge. (Eine Aufstellung in der Dünya vom 2.12. zeigt,
dass sich das Exportvolumen seit 1999 mehr als verdoppelt hat.)
- (Dünya, 29.11.04) Erhöhung der Erdbebenpflichtversicherung.
Die Versicherungsmindesthöhe bei der Erdbebenversicherung wurde
zum 1. Januar 2005 von 75 Mrd. TL auf 85 Mrd. TL angehoben. Die Berechnungssätze
pro Quadratmeter wurden bei Betonbauten von 350 auf 380 Mio. TL, bei
Steinbauten von 250 auf 270 Mio. TL und den übrigen Bauten von
135 auf 145 Mio. TL angehoben. Obwohl eine gesetzliche Verpflichtung
zur Versicherung von Gebäuden besteht, ist nur ein geringer Teil
der Bauten in der Türkei versichert, was insbesondere beim Immobilienkauf
zu Komplikationen führen kann.
- (Dünya, 29.11.04) OECD Generalsekretär Johnson: Arbeitslosigkeit
bremst Wirtschaftsentwicklung der Türkei. In
einem Interview mit der Tageszeitung Dünya erklärte OECD Generalsekretär
Donald Johnson, dass hohe Arbeitslosigkeit sowie eine geringe Erwerbsbeteiligung
in der Türkei ein wichtiges Potenzial ungenutzt lasse. Als schwächsten
Punkt der türkischen Volkswirtschaft charakterisierte Johnson die
makroökonomischen Gleichgewichte und ihre Krisenanfälligkeit.
Im Hinblick auf die Voraussetzungen, ausländische Direktinvestitionen
anzuziehen, merkte er an, dass die vollzogenen Reformen von der OECD
positiv aufgenommen wurde, jedoch internationale Investoren nun aufmerksam
verfolgen, inwieweit die Reformen tatsächlich nachhaltig umgesetzt
werden. Während die Wirtschafts- und Strukturreformen die Voraussetzung
bieten, den bisher wichtigsten Krisenfaktoren wie Vertrauen, Management
und Schattenwirtschaft zu entkommen, erwartet die OECD in den kommenden
zehn Jahren für die Türkei ein durchschnittliches jährliches
Wirtschaftswachstum von 7 %.
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