Jahrgang 2 Nr. 02 vom 10.01.2005
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Hürriyet, 9.01.05) Produktion von "Bio-Diesel" in der Türkei begonnen. Auch wenn die Vorbereitung der nötigen Rechtsgrundlage in der Türkei noch nicht abgeschlossen ist, haben 7 Firmen beschlossen, mit der Produktion von "Bio-Diesel" zu beginnen. Während die Beimengung des pflanzlichen Brennstoffs zum üblichen Diesel-Treibstoffs in der EU bereits Pflicht ist, wird auch in der Türkei daran gedacht, einen Zusatz von 2 % zum normalen Diesel hinzuzufügen. Als Rohstoffe dienen pflanzliche Öle sowie Abfallöle. Neben einem Preisvorteil soll der Zusatz sowohl die Leistungsfähigkeit der Motoren als auch ihre Laufeigenschaften verbessern.
  • (Dünya, 9.01.05) Leistungsbilanzdefizit von Januar bis November auf 20,8 Mrd. Dollar gestiegen. Den Berechnungen der türkischen Zentralbank zufolge lag der Anstieg des Leistungsbilanzdefizits bei 86,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Zufluß ausländischen Kapitals stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 350 % und erreichte eine Höhe von 8,943 Mrd. Dollar. Bei den ausländischen Direktinvestitionen ergab sich ein Netto-Betrag von 1,329 Mrd. Dollar.
  • (Dünya, 9.01.05) Türkische Wirtschaft als "überwiegend nicht liberal" bewertet. In einem internationalen Vergleich, der jährlich die Heritage Foundation und das Wall Street Journal durchgeführt wird, erreichte die Türkei Platz 112 unter 155 einbezogenen Ländern. In dem Türkei-Abschnitt des Jahresberichts wird neben der Nennung der allgemeinen Reformen festgestellt, dass staatliche Interventionen in das Wirtschaftsleben, wenn auch in gemäßigterer Form, weitergingen. Die Autoren der Studie vertreten die These, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Liberalität einer Volkswirtschaft und dem Anstieg des Wohlstandes der jeweiligen Bevölkerung gäbe.
  • (Radikal, 8.01.05) Türk Is kritisiert geplante Reform der Sozialversicherung. Der Gewerkschaftsbund Türk Is hat einen Bericht vorgelegt, der zu dem Schluß kommt, dass die geplante Reform der Sozialversicherung (Einführung einer allgemeinen Gesundheitsversicherung, Reform der Rentenversicherung und die Zusammenführung der Sozialversicherungsträger im Sosyal Güvenlik Kurumu) die Armut im Lande verstärken wird. Es entspräche dem Sozialstaatsgebot, dass der Staat sich an der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beteiligt. Die geplante Heraufsetzung der Mindestarbeitstage für den Rentenanspruch von 7.000 auf 9.000 gehe an der Realität der Türkei vorbei - insbesondere wenn die durch das neue Arbeitsrecht geschaffenen Flexibilisierungsmöglichkeiten bei Arbeitsverhältnissen in Betracht gezogen würden.
    Am Freitag faßte die Emek-Plattform, ein Bündnis der großen Gewerkschaftsbünde der Türkei, außerdem den Beschluß, ab Ende Januar mit Kundgebungen und Aktionen gegen den Übergang der Krankenhäuser der Sozialversicherung SSK an das Gesundheitsministerium zu beginnen.
  • (Radikal, 5.01.05) Investitionsförderung um 13 Provinzen erweitert. Die Zahl der Provinzen, in denen die im vergangenen Jahr in Kraft gesetzte besondere Investitionsförderung gelten soll, ist von 36 auf 49 angehoben worden. Bei der Erweiterung des Geltungsbereichs wurde nicht mehr ausschließlich vom Pro-Kopf-Einkommen, sondern vom komplexeren Entwicklungsindex der Staatlichen Planungsagentur ausgegangen.
  • (Radikal, 4.01.05) Exporte brachen Rekord im Dezember. Im Dezember erreichte nach Angaben der Vereinigung türkischer Exporteure TIM das Volumen des Exporte eine Höhe von 6,739 Mrd. Dollar, was einem Anstieg um 36,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Insgesamt lag die Höhe der türkischen Ausfuhren bei 64010 Mrd. Dollar, was einem Jahresanstieg von 33,7 % entspricht. Zum guten Exportergebnis im Dezember trugen insbesondere der Kraftfahrzeugbau und das Nebengewerbe bei.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 3.01.05) Anstieg der Verbraucherpreise in 2004 bei 9,32 %. Mit der Veröffentlichung der Inflationsdaten für Dezember ergab sich ein Anstieg der Großhandelspreise um 13,84 %, während die Verbraucherpreise erstmals seit 1970 wieder um weniger als 10 % stiegen. Im Dezember stiegen die Großhandelspreise um 0,45 %, die Verbraucherpreise um 0,13 %. Auch im Dezember trugen Mietpreise am stärksten zum Anstieg der Verbraucherpreise bei.
  • (Dünya, 3.01.05) Türkei hat das geringste Steuerzahleraufkommen. Einer OECD-Studie zufolge liegt die Türkei bei der Verteilung der Steuern auf die Bevölkerung weit hinten. Während in Finnland und Norwegen der Anteil der Einkommenssteuerpflichtigen an der Gesamtbevölkerung bei 88 bzw. 87 % liegt, erreicht er in der Türkei nur einen Anteil von 3 %. Die Studie vergleicht zudem die Zahl der Steuerpflichtigen pro Steuerbeamten. Hier liegt die Türkei mit 65 äußerst niedrig, erreichen andere Länder bei dieser Relation Werte zwischen 143 (Tschechien) bis 1.385 (USA). Geringe Steuerbeteiligung - verbunden mit verbreiteter Schattenwirtschaft - bei gleichzeitig geringer Fallzahl pro Steuerbeamten legt die Vermutung nahe, dass hinter den Problemen des türkischen Steuerwesens zu einem wesentlichen Anteil institutionelle Mängel stehen.

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