Jahrgang 4 Nr. 15 vom 11.04.2005
 

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Die Mutter aller Naturschutzgebiete:
Probleme und Chancen

von Hans-Peter Geissen


Wer gelegentlich einen Bericht -sei es in der Zeitung oder Zeitschrift, im Fernsehen oder Rundfunk oder als Buch oder Broschüre- über ein Naturschutz- oder sonstwie bedeutendes Naturgebiet gelesen oder gehört hat, der kennt auch die lobende Charakterisierung, die regelmäßig für solche Gebiete gebraucht wird: Es handele sich um eine „Arche Noah“.

Als Gott in ferner Vergangenheit mittels einer großen Flutwelle die sündige Menschheit von der Erde tilgte, da gab er dem einzigen Gerechten, Noah, diesen Auftrag: Ein Schiff, die besagte Arche, zu bauen und von jeder Tierart ein Paar an Bord zu bringen, damit sie mit Noah und seiner Familie die Flut überleben und neues Leben auf der Erde begründen sollten. Eine Taube diente Kapitän Noah zur Fernerkundung. Als die Flut schließlich zurückging, landete die Arche auf dem Berg Ararat und ihre Ladung, alle Arten von Tieren also, konnte das Schiff verlassen. Und auch der Mensch hatte so, in Gestalt der Familie Noah, überlebt.

Diese Geschichte ist vor allem aus dem Alten Testament bekannt, doch gibt es verschiedene ältere Versionen, die mindestens bis auf die Sumerer (ca.3- 4.000 v.Chr.) zurückgehen. Die Version der Bibel ist dabei weltweit die bekannteste, zumal sie auch im Islam verkündet wird. Auch ihre Schrift ist hier von Interesse: Da der hebräische Urtext nur die Konsonanten verbindlich festlegt, dürfte der Name Ararat eine Falschlesung bzw .–umschreibung von Urartu sein.

Urartu

Urartu wiederum war der assyrische Name für ein Staatsgebilde in Ostanatolien, dessen Staatsvolk sich selbst Biainili nannte. (Es geht hier vor allem um das eisenzeitliche neu-assyrische Reich, das sich von seiner heute nord-irakischen Keimzelle über Syrien und Palästina bis nach Ägypten ausdehnte, dem ostanatolischen Gegner Urartu aber nur kleinere Territorien abringen konnte.) Das Urartäische ist eine untergegangene, nur mit dem ebenfalls erloschenen Hurritischen verwandte Sprache, also weder eine indogermanische noch eine Turksprache. Die Urartäer wurden als Vorfahren von Armeniern und (alternativ) Kurden reklamiert, ihre Sprache weist hingegen eine frappierende strukturelle Ähnlichkeit mit dem Türkischen auf. Doch entspricht dem keine Verwandtschaft im Vokabular, und Sprachen des fraglichen „agglutinierenden“ (Wörter oder bedeutungsgebende Silben anhängenden) Typus treten weltweit unabhängig voneinander auf (abgeschwächt auch im Deutschen vorhanden).

Auch die ersatzweise Auffassung, es habe eine dünne „urartäische“ Oberschicht und ein (eigentliches) armenisches (oder kurdisches) Volk gegeben, lässt sich wohl nur als modernes national-ideologisches Konstrukt verstehen. Auch in urartäischer Zeit war Ostanatolien von verschiedenen Sprachgruppen besiedelt: vorwiegend indigen-kaukasischen im Norden (Transkaukasien), aramäischen und hurritischen im Süden, Indoeuropäern der anatolischen Gruppe (luwisch-späthethitisch) im Westen und Südwesten, und den eigentlichen Urartäern v.a. am Van-See. Der Osten des Reiches im Bereich des heutigen West-Iran und Nord-Irak war schon vorwiegend von Sprechern der iranischen Sprachgruppe besiedelt. Soviel lässt sich aus überlieferten Orts- und Personennamen oder auch archäologischen Funden erschließen, wobei dennoch vieles im Unklaren bleibt. Von Armeniern im Sinne der Gruppe mit der Selbstbezeichnung Hajk oder gar von Kurden oder Türken kann aber jedenfalls noch keine Rede sein. Die heute dominierenden Sprachen kamen später nach Anatolien, zuerst wohl tatsächlich die Hajk (Armenier), die linguistisch gesehen Nachkommen der Kimmerier sein könnten (das hieße, der mutmaßlichen Zerstörer des Reiches Urartu). Biologisch gesehen sind zweifellos ohnehin alle mit allen verwandt und verschwägert. Im Lauf von Jahrhunderten und Jahrtausenden ergibt sich das ganz nebenbei.

Nach Herodot und neuerdings Ivantchik stammten die „protoskythischen“ Kimmerier offenbar aus dem nordpontischen Raum, wie die Träger der phrygischen und griechischen Sprache, mit denen wiederum das Armenische verwandt ist. Es gibt (zugegeben: schwache) materielle Indizien für eine spätere kimmerisch-urartäische Synthese. Nach Siegen über Urartu, aramäische und andere „Spät-Hethiter“, Phryger, Lyder und westanatolische Griechen „verschwanden“ die Kimmerer, und kurz darauf fanden sich, mit unbekannter Herkunft, „Armenier“. Den Kimmeriern folgten Skythen, den Armeniern Kurden und Zaza-Sprecher, und noch heute sind in der Ost-Türkei „West-Armenien“ und „Nord-Kurdistan“ weitgehend deckungsgleich. Ein ethnischer (oder auch religiöser) Nationalismus, wie er aus dem „christlichen“ Europa importiert wurde, konnte in dieser Situation nicht sonderlich hilfreich sein. Doch darf man, wie besonders Müge Göcek deutlich macht, auch den Anteil des osmanischen Staats- und Rechtssystems an der Strukturierung der sich entwickelnden Nationalismen nicht übersehen.

Kernbereiche der landwirtschaftlichen Kulturen des westlichen und mittleren Eurasien entwickelten sich in Ostanatolien, vornehmlich im Süden, manche Gehölzkulturen aber auch im pontisch-transkaukasischen Bereich. Wildpflanzen und Wildtiere dieses Raumes bildeten das Ausgangsmaterial und bilden heute ein genetisches Reservoir derselben und anderer Arten. Hier, in Grenzbereichen des späteren Urartu (des Landes Ararat, nicht des Berges also), entstand die Grundlage auch und gerade der europäischen Kulturen. Ihre primäre Ausbreitung erfolgte durch Auswanderer. Spätere Einwanderer, darunter die Träger der armenischen, türkischen und kurdischen Sprache(n), kamen aus Zielgebieten jener früheren Auswanderer und brachten abgewandelte Formen der gleichen Produktionsweise(n) mit. Es geht da keineswegs um fröhliches Multikulti – wohl die meisten Einwanderergruppen brachten Zerstörungen (z.B. Kimmerier, Skythen, Meder und Perser, Griechen, Kelten, Römer, Türken und Mongolen; Gegenbeispiele wären Juden und Zigeuner); aber alle bildeten eben auch neue Synthesen. Die Details entwickel(te)n sich mit jeder Generation weiter – wer will mit Sicherheit sagen, die Nachbarin zur Linken habe einen urartäischen Urgroßahnen, der Nachbar zur Rechten aber nicht?

Die Hurriter lebten bronzezeitlich (soweit bekannt) vorwiegend in Südostanatolien und Nordsyrien und spielten auch im Hethiterreich eine bedeutende Rolle. Und auch Hethiter waren lange Zeit nur aus der Bibel bekannt, auch sie nur in einer Version dritter Hand: Anatolien blieb dem Volk der Bibel völlig unbekannt. Und als sich die Welterkunder aus dem christlichen Europa, ausgerüstet mit dem Wissen(sstand) der Bibel, aufmachten, die Vorgeschichte ihrer antiken Vorbilder Rom und Griechenland zu erkunden, ließen sie Anatolien folgerichtig außer Acht.

Das hat Folgen bis in unsere Zeit, denn das im „aufgeklärten“ Europa angesammelte Wissen blieb natürlich vom Wissen der Aufsammler abhängig und weist trotz vieler Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte nach wie vor eine große Lücke auf: eben Anatolien. Das gilt besonders für Lehrbücher aller Art, die noch nicht mit neuesten Erkenntnissen „infiziert“ sind. Letztere lassen kaum einen Zweifel, dass mit der Missachtung Anatoliens das Wichtigste verpasst worden ist.

Der Ararat – Büyük Agri Dagi

Der Agri, wie der türkische Name des Ararat lautet, ist der höchste Berg der Türkei (5137m), im äußersten Osten nahe der Grenze zu Armenien gelegen. Es handelt sich um einen erloschenen Vulkan, der sich als gewaltiger Kegel aus der Hochebene von Igdir erhebt und in der Gipfelregion von Gletschern bedeckt ist. Seit November 2004 ist hier ein 87.380 ha großer Nationalpark ausgewiesen. Dabei mag hier dem Begriff des Nationalen eine etwas größere Bedeutung zukommen als im allgemeinen üblich.

Entsprechend den ersten als Nationalpark bezeichneten Gebieten in Nordamerika und Südafrika sind Nationalparke der Erhaltung besonders wertvoller und oft auch besonders typischer, aber selten gewordener Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur eines Landes bzw. eines Nationalstaates gewidmet. Man kann sich also fragen, was insofern der Agri-Nationalpark erhalten soll.

Berge sind an sich nicht selten in der Türkei, ja der größere Teil des Landes besteht aus Bergen, zwischen denen sich Hochebenen erstrecken. Auch besteht kaum die Gefahr, dass ein Koloss wie der Agri abgetragen wird und in der Baustoffindustrie Verwendung findet. Also könnte der Schutz der belebten Natur die wesentliche Bedeutung dieses Schutzgebietes ausmachen, wie es auch seine mythologische Beziehung zur Arche Noahs nahelegen würde.

Der Agri ist, besonders unter dem biblischen Namen Ararat, ein beliebtes Ziel des „trekking“-Tourismus im weitesten Sinne. Dazu kann man auch die Esoteriker zählen, die hier allen Ernstes den Fund eines großen alten Schiffes erwarten, als ob es sich da um einen materiellen Gegenstand gehandelt hätte oder, wenn man realistischer an ein Floß oder ein Fischerboot denkt, tatsächlich Überreste eines dem Mythos zugrundeliegenden Ereignisses erhalten sein könnten. (Liegt vielleicht hierin die größte Gefährdung des Ararat als nationale Erscheinung? Schließlich heißt es, der Glaube könne Berge versetzen, und die Staatsgrenze ist buchstäblich in Sichtweite.) Was offenbar von Touristen neben Fotos und Internetseiten der Mit- und Nachwelt reichlich hinterlassen wurde, ist Müll, der in der ziemlich trockenen Landschaft eine „Lebenserwartung“ von einigen Jahrzehnten oder unter „günstigen“ Umständen einigen Jahrhunderten hat.

Jedenfalls ist der Berg Wuchsort zahlreicher endemischer (nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet vorkommender) und anderer seltener Pflanzenarten. Unter www.wwf.org.tr (in Türkisch) findet man eine Gesamtübersicht über die für die Artenvielfalt besonders wichtigen Gebiete der Türkei, in der auch diesbezügliche Informationen über den Agri/Ararat gegeben werden. Das Vorkommen von endemischen wirbellosen Tierarten kann man ebenfalls voraussetzen, und die geographische Grenzlage lässt zudem Arten mit Verbreitungsschwerpunkt im innerasiatischen Trockengebiet erwarten. Beste Voraussetzungen, sollte man meinen, für eine erhebliche Bedeutung dieses Berges für die Erhaltung einer besonderen Pflanzen- und Kleintierwelt. Und auch die Vogelwelt der Gebirge sollte hier mit typischen Arten vertreten sein. Aber konkrete Angaben zur Fauna gibt es bisher nur wenige.

Mit Noahs weißer Taube dürfte eine domestizierte, vielleicht eine Tempeltaube Babyloniens oder Syriens gemeint gewesen sein – und damit ein Abkömmling der in Anatolien und im Kaukasus seit jeher weitverbreiteten Felsentaube Columba livia, von der auch die europäischen Haus- und Straßentauben abstammen. Zumindest diese Art sollte auch heute noch am Ararat vorkommen.

Säugetiere

Lediglich die Angaben von Kumerloeve (1967) zu größeren Säugetieren geben konkretere Hinweise auf das biologische Potential in dieser dem Menschen am nächsten stehenden Tierklasse. Bezoarziege (Capra aegagrus), ein mufflonartiges Wildschaf (Ovis gmelini), Braunbär (Ursus arctos), Luchs (Lynx lynx) und der anatolische Leopard (Panthera pardus tulliana) sind hier zumindest einmal vorgekommen. Mit Ausnahme des Leoparden konnte der WWF Turkey diese Arten 2002 bestätigen, außerdem Fuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles) und Steinmarder (Martes foina) – alle Arten allerdings nur mit dem Häufigkeits-Status „sehr selten“. Dabei wurde intensive Jagd (Überjagung) festgestellt und die Einrichtung von Jagdschutzzonen und Aufzuchtstationen für Wildarten vorgeschlagen.

Anatolische Vorkommen von Gemsen (Rupicapra spec.) reichten einstmals von Westen und Süden her nahe an den Ararat heran, während dies auf der anderen Seite für kaukasische aus nördlicher Richtung ebenfalls gilt. Ob sie allerdings den Agri/Ararat besiedelten, ja ob es sich um die gleiche Art oder Unterart handelt, ist nicht bekannt – wie so vieles. Dabei ist das nicht ganz ohne Interesse. Schließlich erreicht die essentiell europäische Gattung Rupicapra in dieser Gegend die Ostgrenze ihrer Verbreitung, die sich nach Westen über Gebirge des Balkanraums, Karpathen, Tatra, Alpen, Schwarzwald, Apennin und Pyrenäen bis in die kantabrischen Gebirge Spaniens erstreckt. Ein passenderes Symbol könnten die Freunde eines EU-Beitritts kaum finden.

Anatolische Wildschafe und Wildziegen sind erstrangige, aber noch ungenügend untersuchte Kandidaten für die Frage, aus welchen Populationen sich die ersten domestizierten Schafe und Ziegen entwickelten. Und noch kürzlich erreichten taxonomische Unklarheiten sogar die politische Ebene, als Umweltminister Osman Pepe die Verwendung der Art- bzw. Unterartnamen „Ovis armeniana“ und „Vulpes vulpes kurdistanica“ -in Unkenntnis oder Missachtung der Regeln internationaler biologischer Nomenklatur- kurzerhand verbot. Nun ist zwar „Ovis (ammon) armeniana“ längst von russischen Autoren zugunsten von „Ovis (a.) gmelini“ als jüngeres Synonym eingezogen worden, und seine Verwendung ohne nähere Begründung tatsächlich nicht akzeptabel (zoologisch gesehen). Aber der Vorgang lässt doch sowohl die zoologischen Wissenslücken als auch fortwirkende politisch-historische Spannungen erkennen.

Es ist also an der Zeit, die biologische und ökologische Forschung zu intensivieren oder z.T. erst einmal wieder in Gang zu setzen sowie ein Konzept gegen die Vermüllung der Landschaft, gegen Überjagung und für einen naturverträglichen Tourismus zu entwickeln. Untersuchungen zum Vorkommen größerer Säuger am Ararat, zur Rettung des türkischen Leoparden und zur anatolischen Großsäugerfauna insgesamt führt die türkische Sektion des WWF durch ( http://www.wwf.org.tr/en/ormanlar_yaban_main.asp )

Zumindest in der Umgebung des Ararat kommt heute noch der Gänsegeier Gyps fulvus vor, eine der vier offenbar dramatisch zurückgehenden Geierarten der Türkei. Seine hauptsächliche Nahrungsquelle ist das Aas von größeren Säugetieren, und das Management ihrer Populationen (wildlebender wie auch domestizierter) entscheidet auch über die Zukunft dieser Vögel.

& Politik

Eine große Rolle spielt der Ararat in der nationalistischen Propaganda – Armeniens, nicht so sehr der Türkei. Es gibt wohl keine Präsentation Armeniens, die nicht an prominenter Stelle den Ararat darstellt, immerhin also Territorium eines Nachbarstaates. Das weist auf die Wunden und Mythen hin, die der begreifliche, aber in mehrfacher Hinsicht fatale Versuch (und die wohl zwangsläufig desaströse Praxis) der Errichtung eines Nationalstaates der armenischen Minderheit in Anatolien und im Kaukasus hervorgerufen hat. Es lässt auch das türkische Misstrauen in die Friedfertigkeit ihres kleineren Nachbarn verständlich erscheinen, auch abgesehen von der zeitgenössischen armenischen Aggression in Azerbeijan. Wie viele solcher Symbole könnte allein Deutschland zwischen Straßburg, Meran, Sibiu und Kaliningrad kreieren? Wie viele die Türkei, Polen, Dänemark, Ungarn usw.? Und welches davon betroffene Land würde darin keine Bedrohung sehen? Im Gegensatz zum türkischen hat der armenische Nationalismus in Europa erstaunlich wenig Aufmerksamkeit gefunden. Oder ist es allzu naiv, hier zu staunen?

Auf der anderen Seite wird man, unabhängig von der jeweiligen Bewertung der historischen Ereignisse, nicht erwarten können, dass die heutigen Armenier den Ararat (armenisch: Masis) einfach vergessen – zumal er in Sichtweite der Republik Armenien liegt.

Die Ausweisung eines Nationalparks mit den Funktionen des Arten- und Landschaftsschutzes im vorigen Jahr war zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Der Ararat hat nicht nur für mehrere ethnische Gruppen, sondern auch für drei Weltreligionen eine hohe symbolische Bedeutung, deren begrifflicher Inhalt die Rettung ist, und zwar primär die Rettung des gerechten, friedfertigen Menschen. Die Moderne hat dem eine speziell ökologische Deutung beigegeben, die ihre Aktualität so bald nicht verlieren wird. Das Schutzgebiet am Ararat ist nur ein Teil eines sich entwickelnden türkischen Schutzgebietsystems, das der UN-Konvention zur Erhaltung der Biodiversität und anderen internationalen Verträgen (etwa der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten und der Ramsar-Konvention über Feuchtgebiete internationaler Bedeutung) entsprechen soll und auch bereits den Grundstock für den türkischen Teil des „natura 2000“-Systems der Europäischen Union bilden kann.

Vielleicht wäre es weiterführend, diesen Nationalpark Agri/Ararat darüber hinaus dem bei der UNESCO notifizierten Welt-Natur- und Kulturerbe zu widmen. Wenn die Welt lebenswert bleiben soll –nicht nur die Türkei, die Kaukasusregion oder Europa-, dann muss die „Arche Noah“ fertig gebaut werden. Zumindest für diejenigen Teile der Welt, zu deren Traditionen eine der abrahamitischen Religionen gehört (und das sind nicht wenige), sollten die Arche, die Taube und der Ararat über das biologische Inventar des Berges hinaus symbolische Wirkung entfalten können. So könnte die Assoziation mit Noahs Arche und mit dem gemeinsamen Überleben von Menschen und anderen Lebewesen vielleicht auch die nationalistischen Konnotationen allmählich zu überschreiben beginnen.

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Die Mutter aller Naturschutzgebiete: Probleme und Chancen

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Urartu

Der Ararat – Büyük Agri Dagi

Säugetiere

& Politik

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