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- (Dünya, 3.06.05) Ziel in den türkisch-amerikanischen
Beziehungen nicht erreicht. Eric Edelmann,
der in Kürze nach Washington wechselnde US-Botschafter in der Türkei,
nahm an der Konferenz zum 20-jährigen Bestehen des türkisch-amerikanischen
Wirtschaftsrates an der Bosporus-Universität (Istanbul) teil. In
seinem Beitrag gab Edelmann an, dass es bisher nicht gelungen sei, die
Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auf das Niveau der strategischen
und politischen Beziehungen zu heben. In den vergangenen fünf Jahren
habe es keine positive Entwicklung in den Wirtschaftsbeziehungen gegeben.
Zugleich warnte Edelmann, dass Entwicklungen wie die Boykottaufrufe
zum Jahreswechsel "wirklichen und bleibenden Schaden" anrichten
könnten. Der ebenfalls teilnehmende Staatsminister Ali Babacan
erklärte, dass ein Exportvolumen von 1,482 Mrd. $ und ein Importvolumen
von 1,704 Mrd. $ in den ersten vier Monaten 2005 angesichts des Bruttosozialprodukts
der USA und dem türkischen Außenhandelsvolumen unbefriedigend
seien.
- (Radikal, 3.06.05) Neue Verordnung zum öffentlichen Dienstrecht.
In Abstimmung mit Gewerkschaften und Arbeitgebern des öffentlichen
Dienstes gab die Regierung eine neue Verordnung zum öffentlichen
Dienstrecht heraus. Im Hinblick auf gewerkschaftliche Rechte enthält
die Verordnung die Garantie, dass gegen Gewerkschafter für öffentliche
Erklärungen keine Disziplinarverfahren eröffnet und ihnen
bei rechtmäßigen Demonstrationen Erleichterungen verschafft
werden sollen. Außerdem soll, soweit der Ablauf in der Dienststelle
nicht beeinträchtigt wird, für Gewerkschaftsdelegierte eine
Freistellung für Versammlungen erfolgen. Weiterhin wird in der
Verordnung festgelegt, dass im Zuge einer Disziplinaruntersuchung die
betreffende Person nur ihrer Tätigkeit enthoben werden soll, wenn
eine hohe Wahrscheinlichkeit bestünde, dass die Ermittlungen durch
die Fortsetzung der Tätigkeit beeinträchtigt werde. Die Dienstzimmer
von Rauchern und Nicht-Rauchern sollen getrennt werden. Schwangeren
Frauen soll ab der 26. Woche sowie ein Jahr nach der Geburt keine Nachtschicht
zugewiesen werden.
- (Radikal, 3.06.05) Talat Erdogan Gespräch in Ankara.
Im Vorfeld der USA-Reise Erdogans besuchte eine Delegation aus Nord-Zypern
mit Staatspräsident Mehmet Ali Talat und Außenminister Serdar
Denktas Ankara. Erdogan erklärte im Anschluß an das Gespräch,
dass man UN-Generalsekretär Annan aufrufen werde, durch den UN-Sicherheitsrat
mehr Druck auf die griechische Seite auszuüben. Im Hinblick auf
neue Gespräche sehe man den Annan-Plan weiterhin als mögliche
Verhandlungsgrundlage an, sei jedoch auch zur Ausarbeitung eines neuen
Planes bereit.
- (Milliyet, 3.06.05) Drei Minister ausgewechselt.
Mit einer überraschenen Entscheidung gab Ministerpräsident
Erdogan die Neubesetzung des Landwirtschafts-, Frauen- und Verkehrsministeriums
bekannt. An die Stelle des Landwirtschaftsministers Sami Güçlü
wurde Mehmed Mehdi Eker, an Stelle von Verkehrsminister Zeki Ergezen
wurde Faruh Nafiz Özak und an Stelle von Frauenministerin Güldal
Aksit Nimet Çubukçu benannt. Während manche Kommentatoren
die Maßnahme als "Befreiung von den monatelangen Personalspekulationen"
bewerteten, wurde auch von "EU-Kosmetik" gesprochen, während
die CHP die Maßnahme als Zeichen für eine Schwäche der
Regierung und bevorstehende Neuwahlen bewertete.
- (Radikal, 2.06.05) Kassationsgerichtshof mit weiterem Urteil
zur Pressefreiheit. Die Große Kammer
des Kassationsgerichtshofes hob in einem Urteil die Pflicht der Presse,
die Öffentlichkeit zu informieren hervor und hob damit ein Urteil
auf, das auf die Klage eines Richters in Manisa zurückging. Die
Tageszeitung Milliyet hatte berichtet, dass in den Beobachtungsausschuß
für die Gefängnisse nicht nur zwei Anwälte entsandt wurden,
die zuvor Polizisten in Folterverfahren vertreten hatten, sondern zum
Vorsitzenden der Kommission der Kammervorsitzende des Gerichts bestellt
wurde, der zuvor diese Polizisten freigesprochen hatte. Die Schlagzeile
lautete "Da haben sie den richtigen Mann gefunden". Der Richter
wiederum klagte wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte gegen
die Milliyet und erhielt erstinstanzlich einen Schadenersatzanspruch.
- (Radikal, 31.05.05) Zeuge Jehovas wegen Militärdienstverweigerung
verurteilt. Der militärische Kassationsgerichtshof
hat eine Haftstrafe von 2 Monaten und 15 Tagen gegen einen Zeugen Jehovas
wegen Wehrdienstverweigerung bestätigt. In der Urteilsbegründung
verweist der Kassationsgerichtshof darauf, dass Militärdienst in
allen Staaten vorgesehen sei und es der Verfassung widerspräche,
das religiöse Bekenntnis über die Bürgerpflichten zu
stellen. Bis 1985 habe die Strafe sechs Jahre Haft betragen, jedoch
wurde danach weitgehend von Verurteilungen abgesehen. Im vergangenen
Jahr waren drei Hafturteile gegen Zeugen Jehovas aufgehoben worden.
- (Dünya, 30.05.05) TOBB bildet drei Kommissionen.
Der Dachverband der türkischen Kammern und Börsen (TOBB) hat
die Gründung einer EU-Harmonisierungskommission, einer Kommission
für Außenbeziehungen sowie eines Hohen Koordinationsrates
bekanntgegeben. Die EU-Harmonisierungskommission soll die von den Wirtschaftssektoren
eingehenden Forderungen filtern und in den Prozeß der EU-Beitrittsverhandlungen
einbringen. Zugleich melden sowohl TOBB als auch der Verein türkischer
Geschäftsleute und Unternehmer (TÜSIAD) Anspruch auf einen
der Vorstandsposten der Verhandlungsdelegation an.
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