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Jahrgang 4 Nr. Nummer vom xx.xx.xxxx
 

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Die Leidenschaft zu lernen: Bibliotheca Istanbul

Gazi Ünsal ist Fremdenführer – doch zugleich ist er auch Inhaber der Bibliotheca Istanbul, die im November offiziell eröffnet wird. Ausgestattet mit einem Tagungsraum und einer Reihe kleinerer Räume ist die Bibliotheca ein weiteres Steinchen im bunten Mosaik Beyoglus, der wohl buntesten Ecke in der vielfältigen Stadt Istanbul. Gedacht ist die Bibliotheca als Tagungsstätte, zugleich wird sie auch ein Platz sein, wo Gleichgesinnte sich treffen können.
Die Anlage der Räume, deren Ausstattung viel Flexibilität für ihre Nutzung ermöglicht, läßt geschlossene und offene Veranstaltungen zu. Und wird zur Zeit im Hinblick auf Tagung und Kongresse immer in Dimensionen von Fußballstadien gedacht, so setzt die Bibliotheka einen menschlichen Akzent dagegen, der auch in der Atmosphäre der frisch renovierten Räumlichkeiten zum Ausdruck kommt.

Beyoglu
Seit Jahrzehnten ist Beyoglu das Zentrum des modernen Istanbuls. Hier finden sich Kinos, große und kleine Theater, Ausstellungsflächen, Ateliers, Buchläden ... Und die Istiklal Caddesi ist zugleich die Flaniermeile der Stadt.

Über Jahrzehnte verfallen, sind die Nebenstrassen der Istiklal Caddesi in den vergangenen Jahren zu neuem Leben erwacht. Nach und nach werden die meist aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammenden Gebäude renoviert. Ohnehin bereits im 19. Jahrhundert bevorzugtes Wohnquartier der Ausländer, hat sich Beyoglu – oder um es mit seinem alten Namen zu nennen: Pera – seinen internationalen Flair bewahrt.
Die Bibliotheka Istanbul befindet sich in einer der lebendigen Nebenstraßen der Istiklal Caddesi – ungefähr fünf Minuten Fußweg vom Taksim Platz entfernt. Die Seitenstraße glänzt mit einigen neu eingerichteten Cafes und kleinen Lokalen. Die Bibliotheca befindet sich im zweiten und dritten Stock eines alten Stadthauses mit prächtigem Eingang. Ein einladender Platz.

 

Ausgangspunkt
Ich frage Gazi Ünsal, was ihn denn bewogen habe, neben seiner Arbeit als Fremdenführer nun auch einen solchen Platz einzurichten.

Es begann mit seinem Beruf. Vor einigen Jahren entdeckte Gazi die Vielfalt der christlichen Geschichte in der Türkei. Angefangen von ihren Relikten, über die Kultur von der sie zeugen, bis hin zu ihrer Bedeutung, die viele Stätten der heutigen Türkei für die Entwicklung des Christentums haben.

Als er begann, sich dafür zu interessieren, stieß er sehr schnell auf ein Problem: Spezielle Literatur zum Thema – ob nun auf Türkisch oder in anderen Sprachen, die er beherrscht, war nicht aufzufinden. Natürlich läßt sich manches im Gespräch mit Kunsthistorikern oder auch mit Geistlichen der häufig noch religiös genutzten Kirchen, Klöster und anderen Stätten aufklären. Doch wer von ihnen bringt schon vier oder fünf Stunden für ein Gespräch auf ... Hinzu kam die Vorsicht mancher der christlichen Geistlichen, einem Türken etwas über das Christentum zu erklären, ohne in den Verdacht zu geraten, gar „missionieren“ zu wollen ...

Der Ursprung der Bibliotheka war darum, einen Platz zu schaffen, wo Gleichgesinnte zusammenkommen können und sich gemeinsam ein Thema erarbeiten können. Und eines der ersten Eigenprogramme der Bibliotheka wird es sein, ein seit langem geplantes Seminar zur Kariye durchzuführen, wo Kirche und Nartex ausführlich von einem Kunsthistoriker erklärt werden. Und natürlich sind weitere Veranstaltungen geplant - ob zum Mevlana-Museum oder Archäologischem Museum Istanbul ...

Die Idee, einen Platz zu schaffen, wo man sich treffen, gemeinsam lernen oder auch einfach nur eigenen Projekten nachgehen kann, und der Raum, der dabei herausgekommen ist, finden Anklang. So wie mich hat es bereits andere hergeführt, die Interesse an einer Nutzung haben. Eine erste Bilderausstellung für die Räume ist bereits in Vorbereitung und wird wohl noch in diesem Winter beginnen.

Auf die Frage, wo denn die Bücher sind, lächelt Gazi – nein, eine Bibliothek im eigentlichen Sinne wollte er nicht schaffen. Es geht wohl mehr um das, was eine Bibliothek ausmacht: die Menschen, die sie nutzen, und das Wissen, das sie zusammentragen ...

Ausstattung und Nutzungsbedingungen

Dem Konzept nach handelt es sich bei der Bibliotheca um einen Ort, wo jede Art von Konferenz, Seminar oder Arbeitsgruppe durchgeführt werden kann. Wer dies in einem geschlossenen Rahmen tun will, findet einen technisch mit OH-, Dia- und Computer-Projektor ausgestatteten Raum vor, der sich flexibel nutzen läßt. Der Raum ist für 20 (bis zu 40) Personen bequem zu nutzen. Für Tagesveranstaltungen beträgt die Miete für zwei Stunden 150 YTL, für jede folgende Stunde 50 TL. In den Abendstunden wird ein Aufschlag von 30 % erhoben (alle Preise zzgl. Mehrwertsteuer). Neben dem großen Seminarraum verfügt die Bibliotheka noch mit dem Kamin-Zimmer über weitere kleinere Zimmer, die ggf. als Gruppenräume genutzt werden können.

Eine Teeküche ermöglicht die Selbstverpflegung auch größerer Gruppen. Für ganztätige oder Mehrtagesveranstaltungen können besondere Konditionen ausgehandelt werden.

Lageplan

Bibliotheca-Istanbul

Anadolu Sok. No:23/6
34433 BEYOGLU/ISTANBUL

Telefon : 212 - 251 71 88
Fax : 212 251 71 89

E-Mail: gaziunsal@bibliotheca-istanbul.com

info@bibliotheca-istanbul.com

Web: www.bibliotheca-istanbul.com

 

Einige Innenansichten

Eine Lesezimmer ...

Der Seminarraum

 

 

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Dr. Stefan Hibbeler

Redaktion: redaktion@istanbulpost.net

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Last modified: 28.12.2003