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- (NTV, 19.03.06) Verschiedene Zwischenfälle bei Nevruz-Feiern.
Am Wochenende vor dem offiziellen Termin zur Sonnenwende begannen die
Feiern zum "Frühlingsfest". Gefeiert wird das Fest in
der Türkei vor allem von Kurden. Die Partei für eine Demokratische
Gesellschaft (DTP) begann die Feier am Samstag in Semdinli, wo im November
ein Bombenanschlag auf einen Buchladen verübt wurde, der zwei Gendarmerieunteroffieren
und einem Informanten zu Last gelegt wird. In Semdinli wurde wegen einer
Verschiebungsanordnung des Landrates nach Meldung der Tageszeitung Radikal
(19.03.06) kein Feuer entzündet, sondern nur eine Kundgebung abgehalten.
NTV meldet, dass die Feier in der Provinzhauptstadt Hakkari ohne Zwischenfälle
unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Aus Izmir und Istanbul
werden Polizeieinsätze gegen Kundgebungen und Veranstaltungen gemeldet,
die ohne Genehmigung stattfanden. Bei diesen Kundgebungen sollen Poster
des inhaftierten Führers der PKK Öcalan gezeigt und PKK-Slogans
gerufen worden sein.
- (Zaman, 17.03.06) Erstmals "w" gerichtlich zugelassen.
Das Friedensgericht in Strafsachen Kars hat den Antrag der Staatsanwaltschaft
zurückgewiesen, eine Einladung der DTP zum Nevruz-Fest einsammeln
zu lassen, zurückgewiesen. Der Antrag der Staatsanwaltschaft stützte
sich auf die Schreibweise des Frühlingsfestes mit "w",
wie dies in kurdischer Sprache üblich ist und stützte sich
auf das Parteiengesetz, das vorsieht, dass Veröffentlichungen von
Parteien in türkischer Sprache erfolgen müssen. Das Gericht
schloß sich dieser Bewertung nicht an und stellte fest, dass trotz
Schreibweise mit "w" der Text der Einladung als "Türkisch"
zu bewerten sei.
Die Nachricht war jedoch von kurzer Dauer. Die Tageszeitung Radikal
meldete am Freitag, dass eine höhere Instanz das Urteil aufgehoben
und die Einsammelung der Einladung angeordnet habe.
- (Radikal, 17.03.06) Überschwemmung von Edirne und grenzüberschreitende
Zusammenarbeit. Nachdem in Bulgarien Staudamm-Klappen
geöffnet wurden, kam es in Edirne und Ipsala zu großflächigen
Überschwemmungen. Da dieses Problem seit Jahren auftritt, verweist
die Radikal auf eine Diskussion im türkischen Parlament. Eine Lösung
für das Problem bestünde in mehr grenzüberschreitender
Zusammenarbeit sowie der Errichtung eines Dammes im Grenzgebiet, der
jedoch seit Jahren aufgrund von Einsprüchen Bulgariens nicht gebaut
werden konnte. Man hoffe jedoch weiter, zu einer vertraglichen Lösung
mit Bulgarien zu kommen.
Die Überschwemmungen erstreckten sich über große Flächen
Ackerlandes und führten zu Schäden an der historischen Brücke
in Edirne.
- (Milliyet, 17.03.06) Auffällige Krebsrate in Dilova.
Die zu Gebze gehörende Stadt Dilova in der Provinz Kocaeli weist
einem Bericht der Universität Kocaeli zufolge eine deutlich erhöhte
Sterberate an Krebs auf. Außerdem werden gehäuft weitere
Krankheiten berichtet. Im Einzugsbereich liegt ein organisiertes Industriegebiet
(OSB), der Milliyet-Bericht schildert hohe Umweltbelastungen. Während
die Betreiber des OSB erklären, dass die Umweltprobleme mit dem
Einbau von Filtern und Kläranlagen, der in diesem Jahr abgeschlossen
werden soll, gelöst werde, erklären Anwohner, dass Fabriken
mit Filteranlagen diese nachts abstellen, um Kosten zu sparen.
- (Radikal, 16.03.06) Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes
in Vorbereitung. Ein Änderungsentwurf
des Staatsbürgerschaftsgesetzes, der eine Angleichung an die Anforderungen
des Europäischen Staatsbürgerschaftsabkommens zum Ziel hat,
ist dem Kabinett zur Unterschrift vorgelegt worden. U.a. wird 5.100
im Ausland lebenden Flüchtlingen vor dem Militärdienst die
Wiedererlangung der Staatsbürgerschaft eröffnet. Für
Roma ergibt sich erstmals die Möglichkeit der Einbürgerung.
Auch für Nazim Hikmet, dem wegen "Vaterlandsverrat" die
Staatsbürgerschaft entzogen wurde, ergibt sich die Möglichkeit
der Wiedereinbürgerung. Weiterhin beinhaltet der Gesetzentwurf
die Möglichkeit der Wiedereinbürgerung jener, die ohne Erlaubnis
eine ausländische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Der
prominenteste Fall ist die frühere Fazilet Parlamentsabgeordnete
Merve Kavakci.
- (Zaman, 15.03.06) Wettbewerb um Auftrag für Kampflugzeuge.
Die türkische Armee plant bis zum Jahr 2023 neue Kampfflugzeuge
im Wert von 10 Mrd. Dollar zu kaufen. Um die Bestellung von 120 Kampfflugzeugen
bewerben sich amerikanische und europäische Firmen. Berichtet wird,
dass intensive Bemühungen aufgewandt werden, die Türkei zum
Beitritt in das "Eurofighter"-Konsortion zu bewegen, an dem
bisher Italien, Deutschland, England und Spanien beteiligt sind.
- (Milliyet, 15.03.06) Förderung für Privatschulen
und Rechtsgrundlage für orthodoxes Priesterseminar auf den Prinzeninseln.
Das Parlament verabschiedete ein Gesetz, das vorsieht, die Finanzierung
von Privatschulgebühren mit einem zinsverbilligten Kredit von 1.000
YTL jährlich (sofern dies nicht die Hälfte der Gebühr
übersteigt) zu erleichtern. Außerdem soll das Gesetz eine
Formel enthalten, die die Zulassung religiöser Schulen den Provinzverwaltungen
überträgt. Dies soll die Rechtsgrundlage für die Wiederzulassung
des orthodoxen Priesterseminars auf den Prinzeninseln ermöglichen,
die von der EU dringend angemahnt wird.
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