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- (Zaman, 27.03.06) Türkei baut Grenzschutz auf.
Im Rahmen der EU-Anpassung beginnt am 29. März der Aufbau einer
aus 70.000 Mitarbeitern bestehenden Grenzüberwachungseinheit. Die
Umstellung soll über einen Zeitraum von acht Jahren erfolgen und
voraussichtlich 3,7 Mrd. Euro kosten. Die Zuständigkeit für
den Grenzschutz wird beim Innenministerium liegen. Er löst die
bisher geteilte Zuständigkeit von Armee, Küstenwache und Gendarmerie
ab. Als Vorbild wurde das französische Modell genommen, der Übergang
erfolgt mit Beratung durch Experten aus Frankreich und England.
- (Radikal, 26.03.06) Armenischer Patriarch fordert Priesterausbildung
an türkischer Universität. Der armenische
Patriarch Mesrob II. forderte mit Verweis auf den Mangel an Priestern
für die verbliebenen 16 Gemeinden in Anatolien die Einrichtung
einer christlichen Fakultät an einer türkischen Universität.
Eine weitere Meldung gibt den Vorwurf der Caferi (schiitisch-muslimisches
Bekenntnis) gegenüber dem Präsidium für religiöse
Fragen wieder, man wolle die nicht-sunnitischen Gemeinschaften assimilieren.
Der Führer der türkischen Caferi Selahattin Özgündüz
warf dem Präsidium vor, sich ausschließlich an einer Konfession
des Islam zu orientieren.
- (Zaman, 25.03.06) Amnesty International startet Unterschriftenaktion
zur Aufhebung von Artikel 301 Strafgesetzbuch.
Mit Hinweis auf die Einschränkung der Meinungsfreiheit in der Türkei,
die von Bestimmungen des Artikel 301 des neuen türkischen Strafgesetzbuches
ausgeht, hat Amnesty International (ai) international eine Unterschriftenaktion
begonnen. ai erhebt die Forderung, den Artikel aufzuheben. Die Kampagne
soll bis zum 10. April fortgesetzt werden.
- (Radikal, 24.03.06) Gericht entscheidet für Freiheit
von Karikaturen. Im Entschädigungsstreit
von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gegen das Satiremagazin
Penguen wurde die Urteilsbegründung für die Zurückweisung
der Klage vorgelegt. Die Radikal zitiert als Leitsatz des Urteils, dass
sich Gesellschaften nicht entwickeln können, wenn Wissenschaftler,
Künstler, Schriftsteller oder Karikaturisten durch die Schadenersatzforderungen
zum Schweigen gebracht werden. Wer über Macht verfügt, die
Gesellschaft weiter zu bringen, müsse offen für Kritik sein
und diese ertragen.
- (Radikal, 24.03.06) Privatsender nehmen Sendungen in kurdischer
Sprache auf. Am Donnerstag begannen die Stationen
GünTV und SözTV aus Diyarbakir sowie Medya FM aus Sanli Urfa
ihren Sendungen in kurdischer Sprache. (Bei aller Freude über den
Beginn der Sendungen wurde auch Kritik geäußert: Aufgrund
der Vorschrift, dass die kurdischen Sendungen entweder durch Untertitel
oder eingespielte Übersetzung präsentiert werden müssen,
steigt der Aufwand enorm und sind life-Sendungen nicht möglich).
- (Radikal, 23.03.06) Verfassungsgericht hebt umstrittene Bestimmungen
des Haushaltsgesetzes 2006 auf. Zu den aufgehobenen
Bestimmungen gehört, dass illegal errichtete Bauten bis zur Erteilung
der Nutzungserlaubnis vorübergehend an die Strom- und Wasserversorgung
angeschlossen werden sollten; der Übergang von Immobilien der Sozialversicherung
SSK an das Schatzamt; der Abschluss eines Leistungsvertrages zwischen
Finanz- und Gesundheitsministerium über Gesundheitsleistungen,
der das Finanzministerium von allen Verpflichtungen über den Vertrag
hinaus freistellen sollte sowie die Überweisung von 5 % der Einnahmen
der Universitätskrankenhäuser an den allgemeinen Staatshaushalt.
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